Lebensdaten
1797 bis 1821
Geburtsort
Hanau
Sterbeort
Buitenzorg (Java)
Beruf/Funktion
Zoologe ; Ornithologe
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 119213133 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kuhl, Heinrich
  • Kuhl, H.
  • Kuhl, Heinrich Christian
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Zitierweise

Kuhl, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119213133.html [18.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Heinrich (1757–1830), Rat u. Stadtschultheiß in H., dann isenburg. Landgerichtsdir. in H., S d. Steuerrats Joh. Heinrich in Marburg u. d. Maria Elisabeth Schmidt;
    M Marie Judith (1770–1810), T d. Gerbereibes. u. Schöffen Frdr. Wilh. Walther in H. u. d. Jeanne Phil, de la Guiffardiére; ledig.

  • Leben

    K., der sich schon als Schüler eine gründliche Kenntnis der Fauna und Flora des Maingebietes erworben hatte, wurde in seiner Ausbildung vom Kreis der „Wetterau. Gesellschaft für die gesamte Naturkunde zu Hanau“, vor allem durch deren Stifter A. Leisler und B. Meyer, gefördert, in deren „Annalen“ (4, 1819) seine erste Arbeit „Die deutschen Fledermäuse“ erschien. Nach Vermittlung Meyers und unter Verzicht auf ein Medizinstudium in Heidelberg betrieb er seit 1816 in Groningen als Schüler von Th. van Swinderen anatomisch-zoologische Studien, die er 1818 als Magister der Philosophie und Ehrendoktor der Naturgeschichte abschließen konnte. Die niederländ. Regierung beauftragte ihn 1819 mit einer Reise nach Niederländ. Ostindien und gründete dafür die „Natuurkundige Commissie“, die 1820-50 wirksam war. Zur Vorbereitung besuchte K. zusammen mit C. J. Temminck europ. Sammlungen, u. a. in Paris und London, und lernte dabei die führenden Ornithologen seiner Zeit kennen. 1820 reiste er, begleitet von seinem Freund, dem Zoologen J. C. van Hasselt, dem Zeichner J. Keultjes und dem Präparator G. van Raalten, nach Ostindien und traf im Dezember in Batavia ein. Von Buitenzorg aus drang die Gruppe in die tropischen Bergwälder vor und erkundete die Vogelwelt Westjavas innerhalb eines knappen Jahres weitgehend, bis der plötzliche Tod K.s auf Grund einer Leberentzündung das Unternehmen zum Erliegen brachte. Zudem starben bald darauf auch Keultjes und 1823 van Hasselt, und weitere Arbeiten konnten erst 1826 beim Eintreffen der Zoologen H. Boie und H. Ch. Macklot, des Präparators S. Müller und des Zeichners P. van Oort beginnen. Der größere Teil der nach Leiden verbrachten Sammlungen K.s, darunter 2 000 Vogelbälge, wurde zwar katalogisiert (in: „Muséum d'Histoire Naturelle des Pays Bas“, Bd. 1-14, 1862-94), blieb aber zunächst unausgewertet. Nur Temminck beschrieb einige Säugetiere und veröffentlichte Bilder neuer Vogelarten in den „Planches Coloriées“ (1820-39), und A. Valenciennes beschrieb gemeinsam mit G. Cuvier die Fische. Erst durch O. Finsch wurde das Sammelgut weiter erschlossen, und dabei wurden 211 javan. Vogelformen – darunter 68 nach K. benannte – erstmals beschrieben. Auch eine Pflanze, Fagraea morindaefolia (Loganiaceae), wurde nach ihm Kuhlia morindaefolia benannt.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Leopoldina (1818).

  • Werke

    Btrr. z. Zool. u. vgl. Anatomie, 1820;
    Conspectus Psittacorum, in: Nova Acta Leopoldina X, 1820, S. 4-114.

  • Literatur

    ADB 17;
    Vita H. K., hrsg. v. d. Ac. Leopoldina, 1822;
    Th. v. Swinderen, Bijdragen tot eene schets van het leven… Dr. H. K., in: Groninger Almanak v. 1823, Jg. 11, S. 1-71;
    K. W. Justi, Hess. Gel.-Gesch., 1831, S. 375-86;
    M. Greshoff, K. en van Hasselt, 1902;
    O. Finsch. Zur Erforschungsgesch. d. Ornis Javas, in: Journal f. Ornithol. 54, 1906, S. 301-21;
    K. Siebert, in: Hanauer Gesch.-Bll. NF 3/4, 1919, S. 115 f. (W-Verz., P);
    A. Gyzen, 's Rijks Museum van Natuurl. Historie 1820-1915, 1938;
    E. Stresemann, Entwicklung d. Ornithol., 1951, S. 130-55;
    L. Gebhardt u. W. Sunkel, Die Vögel Hessens, 1954, S. 53 f.;
    ders., Die Ornithologen Mitteleuropas I, 1964, S. 202, II, 1970, S. 173.

  • Portraits

    Kupf. (Stadtarchiv Hanau).

  • Autor/in

    Ludwig Gebhardt
  • Empfohlene Zitierweise

    Gebhardt, Ludwig, "Kuhl, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 251 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119213133.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Kuhl: Heinrich K., Zoologe, geb. zu Hanau 1797, in Batavia 1821. Trotz seines frühen Todes veröffentlichte er zahlreiche beachtenswerthe Arbeiten, von denen namentlich zu erwähnen sind: „Die deutschen Fledermäuse“, in den Annalen der wetterauischen Gesellschaft. Bd. IV. 1819; „Beiträge zur Zoologie und vergleichenden Anatomie“, 1820; „Couspectus Psittacoram“ in Nov. Act. Ac. Leop.-Car. Tom. X. p. 4—114, 1820.

  • Autor/in

    W. Heß.
  • Empfohlene Zitierweise

    Heß, Wilhelm, "Kuhl, Heinrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 17 (1883), S. 318 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119213133.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA