Lebensdaten
1903 bis 1983
Geburtsort
Ingolstadt
Sterbeort
Nürnberg
Beruf/Funktion
Bischof von Eichstätt ; Kardinal
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119109751 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schröffer, Joseph Martin
  • Schröffer, Joseph
  • Schröffer, Joseph Martin
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Zitierweise

Schröffer, Joseph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119109751.html [14.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Martin (1873–1917 ⚔), Malermeister in I.;
    M Maria Grüb(* 1881) aus I.; 4 Schw.

  • Leben

    Nach dem Schulbesuch in Ingolstadt und der Reifeprüfung in Eichstätt studierte S. 1922-31 Theologie an der Gregoriana in Rom mit Spezialstudien im Fach Neues Testament. 1925 wurde er zum Dr. phil., 1929 zum Dr. theol. promoviert und erlangte 1931 den Titel eines Magister aggregatus mit der Venia legendi. 1928 in Rom zum Priester geweiht, wurde S. 1931 Kaplan in Weißenburg (Diözese Eichstätt). 1933 berief ihn Bf. Konrad Gf. v. Preysing als Professor an die Phil.-Theol. Hochschule Eichstätt, wo S. Moraltheologie, seit 1938 auch Pastoraltheologie lehrte.

    Prägend für S.s Denken wurde die paulinische Idee der Kirche als „Corpus Christi Mysticum“. Die innige Vereinigung der Gläubigen mit Christus und untereinander bekam für S. – auch angesichts wachsender Behinderungen durch das NS-Regime – große Bedeutung in Lehre und Verkündigung. 1941 berief ihn Bf. Michael Rackl (1883–1948) zu seinem Generalvikar; 1942 wurde S. Mitglied des Domkapitels. 1948 ernannte ihn Papst Pius XII. zum Bischof von Eichstätt. S.s Wirken war geprägt vom Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg: Linderung der Wohnungsnot, Integration der Heimatvertriebenen, Konsekration von über 70 neuen Kirchen, Gründung von Pfarreien, Förderung kirchlicher Jugend- und Sozialverbände.

    Über die Bistumsgrenzen hinaus bekannt wurde S. durch seinen Einsatz für den „Grünen Katechismus“ (1955), ein Standardwerk für den Religionsunterricht. Mit der Einrichtung einer Patenschaft für die ind. Diözese Poona 1955 war S. Vorreiter in Deutschland. Als Präsident der dt. Sektion der kath. Friedensbewegung Pax Christi engagierte er sich 1954-67 für die Aussöhnung zwischen Deutschen und Franzosen bzw. Polen. 1958 initiierte er in Eichstätt die Errichtung einer kirchlichen Pädagogischen Hochschule, aus der 1980 die Kath. Univ. Eichstätt-Ingolstadt hervorging.

    Zur Vorbereitung des II. Vatikanischen Konzils berief ihn Papst Johannes XXIII. 1960 in die Vorbereitende Theol. Kommission. Seine Konzilsbeiträge gingen v. a. in die Kirchen- und die Pastoralkonstitution ein. 1967 wurde S. als Sekretär der Kongregation für das Kath. Bildungswesen nach Rom berufen und 1968 zum Titularerzbischof von Volturno ernannt; Schwerpunkt seiner Arbeit war die nachkonziliare Reform des Theologiestudiums und der Priesterausbildung. 1976 wurde er in den Kardinalsstand erhoben.

  • Auszeichnungen

    Ehrenkanonikus d. Kathedrale v. Reims (1962); Ehrenbürger v. Eichstätt (1967) u. Ingolstadt (1976); Kommandeur d. franz. Ehrenlegion (1978); Gr. BVK mit Stern (1960); Bayer. Verdienstorden (1959).

  • Werke

    Doctrina de Spiritu Sancto secundum Evangelium et Primam Epistulam Sancti Johannis, Mag.arb. o. J. (1931);
    Ingolstädter Ansprachen, Aufbau in Werk u. Geist, 1978;
    Wege z. Frieden, Predigten u. Vortrr., 1983;
    Die Persönlichkeit d. Predigers, in: Klerusbl. 39, 1959, S. 309-13;
    |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Diözesanarchiv Eichstätt u. Privatbes.

  • Literatur

    A. Schickel, J. Kard. S., Ein Leben f. d. Kirche, 1991 (P);
    K. Kreitmeir, Die Bischöfe v. Eichstätt, 1992, S. 102-04;
    W. Hentschel, „Christus in uns, wir in ihm“, J. Kard. S. u. d. Corpus-Christi-Mysticum-Gedanke, in: E. Naab (Hg.), Ex latere, FS Michael Seybold, 1993, S. 132-48;
    ders., Die Bischöfe v. Eichstätt 1948-1995, in: Eichstätt, Ein Bm. im Herzen Bayerns, hg. v. Bfl. Ordinariat Eichstätt, 22001, S. 86-88;
    ders., J. Kard. S. u. d. II. Vatikan. Konzil, in: Sbl. d. Hist. Ver. Ingolstadt 112, 2003, S. 203-12;
    L. Brandl, Christl. Geist in säkularer Ges., ebd., S. 185-201;
    Kard. J. S., Bf. v. Eichstätt, 1948–1967, Ausst.kat. z. 100. Geb.tag, hg. v. Diözesanarchiv Eichstätt, 2003 (P);
    BBKL (W, L);
    LThK3;
    Gatz I u. V (P);
    Munzinger.

  • Portraits

    Ölgem., 1949 (Bischofshaus Eichstätt).

  • Autor/in

    Werner Josef Hentschel
  • Empfohlene Zitierweise

    Hentschel, Werner Josef, "Schröffer, Joseph" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 582 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119109751.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA