Lebensdaten
1861 bis 1942
Geburtsort
Pützerlin bei Stargard (Pommern)
Sterbeort
Bad Godesberg
Beruf/Funktion
Natur- und Kulturphilosoph
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118824821 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hein, G. (Pseudonym)
  • Dennert, Eberhard
  • Hein, G. (Pseudonym)
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Orte

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Zitierweise

Dennert, Eberhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118824821.html [18.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus Handwerkerfamilie hugenottischer Abkunft;
    V Ludw., Pfarrer in Pützerlin, S des Fleischermeisters Christoph Heinr. in Stargard;
    M Anna, T des Joh. Gust. G. Büsching, Altertumswissenschaftler (s. NDB III*);
    Marburg/Lahn 1890 Minna, T des Fabrikbesitzers Pfeil aus Friedental (Hessen), aus Pfarrer- u. Hüttenunternehmerfamilie;
    2 S, 2 T, u. a. Wolfgang (* 1898), Biologe u. Psychologe.

  • Leben

    Nach Studium der Naturwissenschaften in Marburg und Bonn promovierte D. 1884. Er war Assistent bei A. Wigand und K. Goebel in Marburg 1885-88, dann Schriftleiter für Naturwissenschaften und Medizin bei der „Deutschen Enzyklopädie“ in Rudolstadt 1888, Lehrer und Heimerzieher am Evangelischen Pädagogium Bad Godesberg 1889-1907, 1907 Begründer und bis 1920 wissenschaftlicher Leiter des Keplerbundes; seitdem war er als freier Schriftsteller tätig. Durch Familienverhältnisse und Tod seines Lehrers A. Wigand, dessen Nachlaß er auch herausgab, blieb D. die akademische Laufbahn verschlossen. Der vornehmlich der Botanik zugewandte neovitalistische Naturforscher D. ist als Schulbuchautor besonders für die Einführung des Arbeitsunterrichtes eingetreten. Ungleich wichtiger wurde er als über Deutschlands Grenzen hinaus wirkender Vortragsredner und populärer Schriftsteller. D. widmete sich zunächst den Grundfragen der Naturwissenschaft, aber auch allgemeinen Bildungszielen (D.s Volks-Konversations-Lexikon, 3 Bände, 31910). Sein Hauptanliegen war jedoch nicht die Erwachsenenbildung, sondern die christliche Apologie. So verfaßte er eine große Zahl durchschlagender, zum Teil wiederholt aufgelegter, aber auch heftig befehdeter Abwehrschriften gegen die aggressive Naturphilosophie E. Haeckels und seiner Anhänger A. O. Dodel, W. Ostwald, M. Verworn und ihre kulturpolitischen Weiterungen. Anregend, vielseitig und fruchtbar (94 Bücher mit einer Gesamtauflage über 300 000, mehr als 3000 Flugschriften und Zeitschriftenaufsätze, dazu die Herausgabe von 4 Zeitschriften), hat sich D. um eine weitgespannte Erörterung der zu seiner Zeit brennenden naturwissenschaftlich-weltanschaulichen Grenzfragen, aber auch um die allgemeine Beachtung zentraler Fragen der Kultur- und Staatsphilosophie unzweifelhafte Verdienste erworben. D. theol. (Erlangen 1921).

  • Werke

    Der Staat als lebendiger Organismus, 21922;
    Vom Untergang d. Kulturen z. Aufstieg d. Menschheit, 1921;
    Sklave od. Herr? Der Weg z. persönl. u. völk. Wiedergeburt, 1921;
    Das geistige Erwachen d. Urmenschen, 1929;
    Die Krisis d. Gegenwart u. d. kommende Kultur, 1929;
    Lindseys Kameradschaftsehe, biol. u. ethisch geprüft, *1929;
    Hindurch z. Licht! Erinnerungen, 1937 (L. P).

  • Literatur

    Wi. 1935 (L);
    Kürschner, Gel.-Kal. 1940/41 (L);
    Kosch, Lit.-Lex.;
    RGG.

  • Autor/in

    Albert Schwarz
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwarz, Albert, "Dennert, Eberhard" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 603 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118824821.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA