Lebensdaten
1870 bis 1919
Geburtsort
Wscherau bei Pilsen
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Bildhauer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118783572 | OGND | VIAF

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Zitierweise

Metzner, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd118783572.html [20.11.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Josef (1841–92), Landwirt u. Händler in W., S d. N. N. u. d. Anna Metzner (1815–90) in W.;
    M Maria (1842–96), T d. Braumeisters Johann Heidl in Kroschowitz u. d. Katharina Schnabl;
    Berlin-Charlottenburg 1901 Elsbeth (Else) (1876–1942, ev., s. Rhdb., P), T d. Maurers August Rudolf Paul Götze u. d. Lina Minna Freimuth;
    2 S, 1 T.

  • Leben

    M. stammte aus einer verarmten kleinbürgerlichen Familie; er war Steinmetzlehrling in Pilsen und bildete sich als Autodidakt weiter. Zunächst arbeitete er als Steinmetz und Bildhauergehilfe in verschiedenen Städten Deutschlands – u. a. in Breslau bei Ch. Behrens –, ließ sich 1894 in Berlin nieder und errichtete dort 1896 ein eigenes Atelier. Den ersten großen Erfolg hatte er mit einer Serie von anthropomorphen Jugendstilvasen für die Kgl. Porzellanmanufaktur in Berlin (1897–1902). Gleichzeitig versuchte er sich in ersten Denkmalsentwürfen, in denen er seinen Hang zu düsterer Symbolik und Monumentalisierung offenbarte. Seine Arbeiten fanden auf der Pariser Weltausstellung 1900 Beachtung. Als bereits anerkannter Künstler übersiedelte M. 1903 nach Wien und erhielt noch im selben Jahr eine Professur an der Kunstgewerbeschule. Von den Wiener Secessionisten wurde er begeistert aufgenommen, trat aber 1905 mit der „Klimt-Gruppe“ wieder aus der Secession aus. Auf der 1908 von dieser neuen Vereinigung in Wien veranstalteten „Kunstschau“ stellte er eine große Kollektion seiner Werke aus.

    1906 erhielt M. von dem Architekten Bruno Schmitz den Auftrag für die bildhauerische Gestaltung des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig und für das Haus Rheingold in Berlin. Ein Jahr später übersiedelte er nach Berlin, unterhielt aber weiterhin enge Beziehungen zu Wien und zu seinem Heimatland Böhmen. Mit der Klimt-Gruppe beteiligte er sich 1905-11 auch an der Ausschmückung des Palais Stoclet in Brüssel, dessen Erbauer sein Freund Josef Hoffmann war. 1913 wurde sein bedeutendstes, aber bis heute auch am meisten umstrittenes Werk, die Plastiken am Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, fertiggestellt. Im Laufe der langen Beschäftigung mit diesem großen Auftrag wandelte sich M.s Stil. Die kantige secessionistische Ornamentalität wich großen, gewölbten, durch enge Querlinien gegliederten Formen. Ähnlich wie sein Generationsgenosse Bernhard Hoetger ließ sich M. von der fernöstlichen Bildhauerei inspirieren. In seiner neuen Formensprache, in der noch immer ein Stilisierungswille erkennbar war, schuf M. 1913-15 eine Reihe von Werken wie etwa die Bauplastik der Neuen Freien Volksbühne in Berlin (seit Ende des 2. Weltkriegs verschollen). Zuweilen gelang es ihm auch, Werke von klassischer Klarheit hervorzubringen, die an den frühen Brancusi erinnern, so der Torso eines weiblichen Aktes aus Marmor (Leipzig, Museum der Bildenden Künste). In den letzten Jahren seines Lebens konzentrierte sich M. mangels öffentlicher Aufträge auf Zeichnungen und Kleinplastiken, die, frei vom monumentalen Stilisierungszwang, mit expressiver Eindringlichkeit gestaltet sind.

  • Werke

    Weitere W Konkurrenzentwurf f. d. Richard-Wagner-Denkmal in Berlin, 1901;
    Das Weib (Die Kauernde), 1905 (Regensburg, Ostdt. Gal.);
    Nibelungen-Brunnen, Entwurf f. Wien 1904, Ausführung f. Gablonz/Jablonec 1912 (heute Kaufbeuron-Neugablonz);
    Stelzhamer-Denkmal in Linz, 1905-08;
    Brunnen f. Reichenberg/Liberec, Entwurf 1906, Ausführung 1926;
    Reiterstatuette d. Kaisers Franz Joseph, 1908 (verschollen);
    Verlagshaus J. Springer in Berlin, 1910;
    Bauplastik f. d. Kino am Nollendorfplatz in Berlin, 1912/13 (im 2. Weltkrieg zerstört);
    Bauplastik f. d. Palais d. Zuckerindustrie in Prag, 1913-14;
    Die Empfängnis, um 1917 (verschollen);
    Der Zusammenbruch, 1919 (Regensburg, Ostdt. Gal.). |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Rogensburg, Ostdt. Gal.

  • Literatur

    Dt. Kunst u. Dekoration 4, 1900, S. 482 ff., 10, 1902, S. 340 ff., 12, 1903, S. 350 ff., 15, 1904/05, S. 93 ff., 32, 1913, S. 109 ff., 34, 1914, S. 182 ff.;
    Die bildenden Künste 1, 1916-18, S. 93 ff.;
    C. Hontschik u. A. Weixlgärtner, Zeichnungen v. F. M., 1921;
    O. Riedrich, F. M., 1925;
    R. Bachmann, Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, 1929;
    M. Pötzl-Malikova, Die Plastik d. Ringstr., Künstler. Entwicklung 1890-1918, 1976;
    dies., F. M. u. d. Wiener Secession, in: Alte u. moderne Kunst 21, 1976, H. 148/9, S. 30 ff.;
    F. M., Ausst.kat. München 1977;
    P. Hutter, Die feinste Barbarei, Das Völkerschlachtdenkmal b. Leipzig, 1990.;
    Lex. d. Kunst IV, 1992.

  • Portraits

    Pinselzeichnung v. B. Héroux, Abb. in: A. Spitzner, Dtld.s Denkmal d. Völkerschlacht …, Weiheschr., 1913.

  • Autor

    Maria Pötzl-Malikova
  • Empfohlene Zitierweise

    Pötzl-Malikova, Maria, "Metzner, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 261 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118783572.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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