Lebensdaten
1886 bis 1949
Geburtsort
Brünn (Mähren)
Sterbeort
Los Angeles
Beruf/Funktion
Schriftsteller
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 118776118 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jellinek, Oskar

Orte

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Zitierweise

Jellinek, Oskar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118776118.html [22.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus vermögender Kaufm.fam.; Vater Edmund (1853–1931), Schafwollfabrik(ant) in Brünn (Mähren), seit 1878 Mitinhaber d. Firma Jellinek & Seidl, Sohn d. Abraham u. d. Leny nomen nescio, nomen nominandum (Name unbekannt); Mutter Leontine Bachrich (gestorben nach November 1931); Bruder, Brüder Fritz (1892–1966), Industrieller u. Schriftsteller(in), leitete seit 1928 d. väterlich(erseits) Fabrik u. beschäftigte 1932 500 Arbeiter, nach d. Emigration Mitglied d. Poets, Essayists, Novelists (internationale Schriftstellervereinigung)-Zentrums dt.sprachiger Autoren im Ausland (s. Kosch, Lit.-Lex.3); verheiratet Wien 1917 Hedwig (geboren 1884), Tochter d. Leopold Müller u. d. Charlotte Schüller.

  • Leben

    J. studierte seit 1904 Jurisprudenz an der Univ. Wien und trat als Richter in den Staatsdienst ein. Als Theaterenthusiast schrieb er 1907 sein erstes Buch: „Burgtheater eines Zwanzigjährigen“. Während des 1. Weltkriegs war er Artillerieoffizier in der österr.-ungar. Armee. Bald danach schied er aus dem Justizdienst und widmete sich ausschließlich seinem schriftstellerischen Beruf. Um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen, mußte er 1938 vorübergehend wieder nach Brünn übersiedeln; im April 1939 führte ihn der Leidensweg des Emigranten nach Paris, ein Jahr später nach New York; 1943 zog er mit seiner Frau nach Los Angeles.

    J.s künstlerische Domäne ist die Novelle, die „episch-dramatische Kreuzung“ der erzählenden Dichtung, wie er sie selbst nennt. Bekannt wurde er 1924, als er mit „Der Bauernrichter“ den 1. Preis eines Preisausschreibens des Verlages Velhagen und Klasing für die beste deutsche Novelle erhielt (1925 in Buchform). Dies war der Auftakt für eine weitere Reihe von Novellen, die einfache Menschen aus dem heimatlichen mähr. Raum in konfliktgeladene Situationen stellen, die unerbittlich zur Katastrophe führen. Zumeist geht es um die Rache der Schlechtweggekommenen an den biologisch Stärkeren in elementarer, oft gewitterschwüler Leidenschaftlichkeit (eine Frau zwischen zwei Männern). Ein Muster- und Meisterbeispiel dieser Art ist die Erzählung „Valnocha, der Koch“ (in der Novellensammlung „Das ganze Dorf war in Aufruhr“, 1930). Kleine Erzählungen und Legenden und Lyrisches liegen am Rande seiner novellistischen Begabung. Das Exil entzog ihm den Nährboden seiner Kunst: „Die Hoffnung, jenes Österreich wiederzufinden, das einst mein natürlicher Lebensboden gewesen ist, muß ich verloren geben“, schrieb er zwei Jahre vor seinem Tode.

  • Werke

    Weitere W Novellen: Die Mutter d. Neun, 1926;
    Der Sohn, 1928;
    Die Seherin v. Daroschitz, 1933;
    Der Freigesprochene, 1950;
    Ges. Novellen, 1950, 21962 (mit Einl. v. F. K. Ginzkey);
    - Gedichte u. kl. Erzz., 1952 (mit Nachw. v. R. Thieberger). |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Marbach, Dt. Lit.archiv.

  • Literatur

    R. Thieberger, Aus O. J.s Lebensdokumenten, in: Dt. Rdsch. 81, 1955;
    M. Stornigg, O. J., Leben u. Werk, Diss. Wien 1956 (ungedr.);
    K. Krejči, O. J., Leben u. Werk, Habil.schr. Univ. Brünn 1967;
    H. Jarka, Die Gerichtsthematik b. O. J., in: Seminar 7, 1971;
    A. Nowotny, Die Novellen O. J.s, Unterss. z. Struktur, Diss. Wien 1972 (ungedr.);
    Kunisch;
    Kosch, Lit.-Lex.;
    Giebisch-Gugitz;
    Eppelsheimer I-V, VIII, XI.

  • Autor/in

    Adalbert Schmidt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Adalbert, "Jellinek, Oskar" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 396 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118776118.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA