Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
Grafen von
Konfession
-
Normdaten
GND: 118752200 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Spanheim
  • Sponheim
  • Spanheim

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Sponheim, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118752200.html [22.02.2019].

CC0

  • Leben

    Namengebend sind Burgsponheim und Sponheim westlich von Bad Kreuznach. Erster Träger des Namens ist Stephan (1075), von dem die rhein. Linie des Hauses abstammt. Ein naher Verwandter war Siegfried ( 1065), Markgraf der Ungarnmark, Stammvater der Herzöge von Kärnten (Spanheimer) und der noch blühenden Grafen von Ortenburg. Kinder von Stephans gleichnamigem Sohn waren Jutta ( 1136), Lehrerin der Hildegard von Bingen, der in der Herrschaft folgende Meinhard (belegt 1124–32) sowie Hugo ( 1137), Erzbischof von Köln. Meinhard gewann durch die Ehe mit der Erbtochter des Grafen Adalbert v. Mörsberg Anteil am Erbe der Grafen v. Nellenburg und nahm nach dem Tod des Schwiegervaters den Grafentitel an. In den nächsten Jahrzehnten treten mehrere (zwei oder drei) Grafen namens Gottfried auf, daneben Simon, der 1184 Ks. Friedrich I. nach Italien begleitete und 1189 auf dem Weg ins Heilige Land in Adrianopel (Edirne) starb, sowie Albert, ein enger Vertrauter Ks. Heinrichs VI.

    Gottfried, in dessen Hand sich zu Beginn des 13. Jh. der gesamte Besitz des Hauses befand, hatte aus seiner Ehe mit Adelheid von Sayn mehrere Söhne, von denen drei zunächst das väterliche, auf dem Hunsrück (zwischen Nahe und Mosel) gelegene Territorium, nach dem Tod des Mutterbruders Graf Heinrich v. Sayn auch dessen Erbe (Schwerpunkte im Westerwald und am rechten Rheinufer unterhalb Koblenz) teilten. Nach einem internen Tausch besaß Johann ( 1266) ein Drittel der Grafschaft Sponheim und die Grafschaft Sayn; seine Nachkommen waren die Grafen von Sponheim-Starkenburg (Hintere Grafschaft). Von Simon I. ( 1264), der die beiden übrigen Drittel der Grafschaft Sponheim erhielt, stammen die Grafen von S.-Kreuznach (Vordere Grafschaft). Heinrich, dem die saynischen Besitzungen am Niederrhein zufielen, ist der Stammvater der 1469 erloschenen Herren von Heinsberg und Löwenberg.

    Johann I. von S.-Starkenburg hatte aus der Ehe mit einer Dame aus dem Hause Isenberg-Limburg zwei Söhne, von denen Heinrich ( 1289) den Anteil an der Grafschaft Sponheim erhielt, Gottfried die Grafschaft Sayn. Er ist der Stammvater der noch blühenden Grafen und Fürsten von Sayn(-Wittgenstein). Heinrich war mit Blancheflor von Jülich verheiratet. Sein Sohn Johann II. ( 1324) folgte in der Herrschaft; der jüngere Heinrich ( um 1344) war unter anderem Propst des Aachener Marienstifts. Aus der Ehe Johanns II. mit Katharina von Ochsenstein, einer Nichte Kg. Rudolfs, gingen die Söhne Heinrich und Pantaleon hervor. Heinrich, verheiratet mit Loretta von Salm, starb kurz vor dem Vater. Seine junge Witwe, Regentin für ihre Söhne, hatte sich mit ihrem Schwager Pantaleon, v. a. aber mit dem Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg auseinanderzusetzen, den sie im Juni 1328 gefangen nehmen ließ. Ihr in der Regierung folgender Sohn Johann III. ( 1398) wurde mit Mechtild, Schwester der Pfalzgrafen Rudolf und Ruprecht, Enkelin des Kg. Adolf von Nassau verheiratet. Aus der Ehe gingen ein Sohn und zwei Töchter hervor. Johann IV. ( 1413/14) heiratete eine Verwandte aus der Kreuznacher Linie, für die Töchter stiftete der Oheim Pfalzgf. Ruprecht Ehen mit dem Markgrafen von Baden und dem Grafen von Veldenz. Aus der Ehe des Grafen Johann IV. ging nur der Sohn Jo-hann V. ( 1437) hervor, der 1417 große Teile der Vorderen Grafschaft Sponheim erbte und mit dem das Haus im Oktober 1437 erlosch.

    Simon I., Stammvater der Linie Kreuznach, war mit einer Dame aus dem Hause Heimbach (Grafen von Jülich) verheiratet. Ihm folgte der älteste Sohn Johann I.; seine Brüder gründeten Nebenlinien: Heinrich, verheiratet mit einer Dame aus dem Hause Bolanden, konnte aus deren Erbteil um Kirchheimbolanden (Pfalz) eine eigene Herrschaft aufbauen, die vom Sohn Philipp (†1337/38) und vom Enkel Heinrich ( 1393) regiert wurde und 1393 an die Grafen von Nassau-Saarbrücken fiel. Eberhard wurde mit Sohren auf dem Hunsrück und Neef an der Mosel abgefunden. Seine Söhne führten nicht den Grafentitel; nach deren Tod fiel Neef an einen Enkel Eberhards aus dem Haus Scharfeneck.

    Die aus der Ehe Johanns von S.-Kreuznach ( 1290) mit Adelheid von Leiningen hervorgegangenen Söhne Simon II. ( 1337) und Johann II. ( 1340) teilten 1301 das Territorium. Da Johann unverheiratet blieb, konnte der aus der Ehe Simons mit Elisabeth von Valkenburg hervorgegangene Sohn Walram ( 1380) 1337 bzw. 1340 die Nachfolge von Vater und Oheim antreten. Er hatte aus der Ehe mit Elisabeth von Katzenelnbogen den Sohn Simon III. ( 1414), dessen Ehefrau Maria die Gfsch. Vianden und zugehörige Herrschaften im heutigen Belgien erbte. Da der einzige Sohn aus dieser Ehe vor dem Vater starb, fielen die Grafschaften Sponheim und Vianden an die Tochter Elisabeth ( 1417), die zunächst mit Gf. Engelbert von der Mark, dann mit Ruprecht, ältestem Sohn des Pfalzgrafen und späteren Königs Ruprecht verheiratet war. Die kinderlose Witwe, die auch während ihrer Regentschaft zeitweise am kurpfälzischen Hof in Heidelberg lebte, vermachte im Febr. 1416 testamentarisch ihrem Schwager Kf. Ludwig ein Fünftel an bestimmten Städten und Ämtern der Vorderen Grafschaft Sponheim. Nach ihrem Tod fielen die übrigen vier Fünftel und der von der Schenkung nicht betroffene Besitz (Kastellaun, Winterburg und Dill) an den Vetter Johann aus der Linie Starkenburg. Die Grafschaft Vianden mit zugehörigen Herrschaften kam an das Haus Nassau, das so seine Besitzungen in den Niederlanden ausbaute.

    1425 verfügte Johann V., daß sein Erbe ungeteilt in den Händen der Nachkommen der beiden Schwestern seines Vaters aus den Häusern Baden und Veldenz bleiben sollte. Die Hintere Grafschaft (HG) mit den Ämtern Allenbach, Birkenfeld, Dill, Herrstein, Kastellaun, Trarbach und Winterburg sowie dem Anteil am „Kröver Reich“ (Kondominium mit Kurtrier) blieb daher je zur Hälfte im ungeteilten Besitz der Markgrafen von Baden und der von der Erbtochter des Grafen von Veldenz abstammenden Pfalzgrafen bei Rhein (Linien Simmern, Birkenfeld und Zweibrücken). 1775 wurde sie zwischen diesen beiden Häusern geteilt. Letzte Grafen von S. waren Mgf. Karl Friedrich (1806 Ghzg. v. Baden) und Pfalzgf. Maximilian Josef (1806 Kg. v. Bayern). An der Vorderen Grafschaft (VG; Ämter Kirchberg, Koppenstein, Kreuznach und Naumburg) besaß die Kurpfalz ein Fünftel, die beiden Erben des letzten Grafen je zwei Fünftel. Der bad. Anteil war von 1463 bis 1508 an die Kurpfalz verpfändet. Nachdem der Pfalzgraf zu Simmern 1559 die Kurfürstenwürde geerbt hatte, blieb der Anteil an der VG (anders als der an der HG) bei Angehörigen der kurfürstl. Linie; 1707 wurde das Territorium zwischen der Kurpfalz und Baden aufgeteilt. Letzte Besitzer waren Kf. Karl Theodor und Mgf. Karl Friedrich.

  • Quellen

    Qu Regg. d. Archivs d. Grafen v. S. 1065–1437, bearb. v. J. Mötsch, 5 Bde., 1987–91.

  • Literatur

    J. G. Lehmann, Die Gfsch. u. d. Grafen v. Spanheim d. beiden Linien Kreuznach u. Starkenburg bis zu ihrem Erlöschen im 15. Jh., 1869, Neudr. 1973;
    H. Witte, Über d. ältesten Grafen v. Spanheim u. verwandte Geschl., in: ZGORh NF 11, 1896, S. 161–229;
    H. Disselnkötter, Auf d. ältesten Spuren d. Spanheimer Grafenfam. an der Mosel, in: Rhein. Vj.bll. 6, 1936, S. 1–27;
    ders., Gfn. Loretta v. Spanheim geb. v. Salm, 1940;
    A. Naumann-Humbeck, Studien z. Gesch. d. Grafen v. S. vom 11. bis 13. Jh., 1983;
    J. Mötsch, Geneal. d. Grafen v. S., in: Jb. f. Westdt. Landesgesch. 13, 1987, S. 63–179;
    ders., Sponheim, Loretta Gfn. v. S., in: Rhein. Lb. 12, 1991, S. 91–110;
    ders., Die Grafschaften Sponheim, in: Geschichtl. Atlas d. Rheinlande, hg. v. F. Irsigler u. G. Löffler, Beih. V/4, 1992;
    ders., in: W. Paravicini (Hg.), Höfe u. Residenzen im spätma. Reich, Grafen u. Herren (Residenzenforsch. 15/IV) (L;
    in Vorbereitung), Vorabdr. in: Mitt. d. Residenzen-Komm. d. Ak. d. Wiss. zu Göttingen 16, 2006, Nr. 1, S. 28–48;
    LexMA.

  • Autor/in

    Johannes Mötsch
  • Empfohlene Zitierweise

    Mötsch, Johannes, "Sponheim" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 738-740 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118752200.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA