Lebensdaten
1868 bis 1938
Geburtsort
Erbach (Taunus)
Sterbeort
Regensburg
Beruf/Funktion
bayerischer Ministerpräsident
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118710060 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Held, Heinrich

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Zitierweise

Held, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118710060.html [24.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johannes (1825–92), Landwirt, Kaufm. u. Kapellmeister, S d. Johann (1794–1876), Leineweber, Musiker u. Landwirt, u. d. Katharina Schneider;
    M Susanne (1827–1902), T d. Philipp Müller u. d. Maria Marg. Kaiser;
    Regensburg 1901 Marie (1880–1941), T d. Josef Habbel (1846–1916), KR,|Zeitungsverleger u. Buchdruckereibes., u. d. Margarete Kölbl; Schwager Jos. Alois Habbel (* 1903), Hrsg. d. Zs. „Der Zwiebelturm“;
    3 S, 2 T, u. a. Josef (1902–64), Dr. Dr., Rechtsanwalt, Verleger, Philipp (* 1911), bayer. Justizmin.

  • Leben

    H. studierte 1891-94 Rechts- und Staatswissenschaften und Geschichte in Straßburg, Marburg, Heidelberg (Juristisches Referendarexamen in Straßburg). Nach anfänglicher journalistischer Tätigkeit in Straßburg und Heidelberg war er seit 1899 Chefredakteur des „Regensburger Morgenblattes“, beziehungsweise seit 1910 des „Regensburger Anzeigers“ und wurde 1906 Mitinhaber der Zeitung und der Druckerei. Schon vorher als politischer Redner in der christlichen Arbeiterbewegung tätig, kam er 1907 als Abgeordneter des Zentrums in den bayerischen Landtag, dem er bis 1933 angehörte. 1908-24 war er auch Gemeindebevollmächtigter beziehungsweise Stadtrat in Regensburg. Innerhalb der Zentrumsfraktion des bayerisch Landtags stand H. auf dem von Georg Heim geführten demokratischen Flügel, er trat besonders bei den Etatberatungen hervor und war seit 1911 Mitglied des Finanzausschusses. 1914 wurde er zum Fraktionsvorsitzenden gewählt, kurz danach zum Landesvorsitzenden des bayerischen Zentrums.

    Nach der Revolution 1918 Mitbegründer der Bayerisch Volkspartei (BVP), hatte er seit 1919 wieder den Vorsitz der Fraktion im Landtag inne. 1921 war er Präsident des Deutschen Katholikentages in Frankfurt/Main. Am 2.7.1924 wurde H. mit den Stimmen der BVP, DNVP, DVP und des Bauernbundes zum bayerischen Ministerpräsidenten gewählt, seil 20.8.1930 hatte seine Regierung, da sie sich nur mehr auf eine Minderheit im Parlament stützen konnte, geschäftsführenden Charakter. Seiner nüchternen, geradlinigen, jedem Fanatismus abholden und auf Ausgleich bedachten Regierungstätigkeit ist eine wesentliche Konsolidierung der politischen Verhältnisse Bayerns zu verdanken. Der innere Ausbau des Staates konnte in wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht ohne Störungen vorangetrieben werden. Ein äußerer Erfolg war der Abschluß des bayerischen Konkordats und der evangelischen Kirchenverträge 1925. In den Auseinandersetzungen um die Reichsreform (Länderkonferenz 1928–30) vertrat H., ohne seine absolut reichsdeutsche nationale Gesinnung zu verleugnen, entschieden den föderalistischen bayerischen Standpunkt. Er hatte allerdings mit seinen Bemühungen (mehrere Denkschriften) wenig Erfolg. Den mit dem Staatsstreich Papens gegen Preußen 1932 und der Machtergreifung Hitlers 1933 für Bayern heraufziehenden Gefahren konnte sich der strikt am Legalitätsprinzip festhaltende Politiker nicht erwehren. Obwohl im Grunde selbst Monarchist, verhielt er sich gegenüber den Bestrebungen, eine nationalsozialistische Reichsexekution Bayerns durch die Restauration des Königtums abzuwenden, zurückhaltend. Am 9.3.1933 wurde die bayerische Regierung gewaltsam gestürzt. H. zog sich nach Regensburg zurück. Als Gegner des Nationalsozialismus war er bis zu seinem Tode noch mancher persönlichen Unbill ausgesetzt.|

  • Auszeichnungen

    1917 Geh. Hofrat, mehrere Ehrenpromotionen bayer. u. österr. Universitäten.

  • Werke

    u. a. Der Allg. Dt. Cäcilienver., 1901;
    Ernst Maria Lieber, 1902;
    Weihbischof v. Simmern, 1906.

  • Literatur

    K. Schwend, Bayern zw. Monarchie u. Diktatur, Btrr. z. bayer. Frage in d. Zeit v. 1918–33, 1954 (P);
    ders., Ein Mann d. Rechts, in Memoriam H. H., 1958;
    Josef Held (S), H. H., Ein Leben f. Bayern, 1958 (P);
    B. Habel, Vfg.recht u. Vfg.pol., Eine Unters. z. Problem Reich - Länder in d. Weimarer Republik am Beispiel Bayerns unter d. Kab. Dr. H., Diss. München 1968;
    Rhdb. (P).

  • Autor/in

    Hellmuth Auerbach
  • Empfohlene Zitierweise

    Auerbach, Hellmuth, "Held, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 463-464 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118710060.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA