Lebensdaten
1876 bis 1965
Geburtsort
Eurasburg bei Friedberg
Beruf/Funktion
Journalist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11715783X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Osterhuber, Joseph
  • Osterhuber, Josef

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Zitierweise

Osterhuber, Joseph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11715783X.html [20.08.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Alex (1829–92), Gütler in E., S d. Rottmeisters Michael (1802–42) u. d. Martina Kistler (1802–61);
    M Theresia (1834–97), aus Rinnenthal, T d. Bauern Felix Elbl (1786–1845) u. d. Johanna Pradl (1794–1858);
    Mering 1904 Anna Maria (1882–1968), aus Mering, T d. Apothekers Karl Beck (1845–94) u. d. Walburga Wittwer (1855–1929);
    4 S, 3 T, u. a. Karl (1904–39), Ing., Schriftleiter an d. RTkorr. d. BVP in Berlin (1931–33) u. am Sonntagsbl. f. d. kath. Fam., München, Gotthard (1915–84), Jurist, seit 1973 Min.dirigent im bayer. Kultusmin.

  • Leben

    O. absolvierte 1898 das Benediktinergymnasium St. Stephan in Augsburg, studierte zunächst in München und Dillingen Theologie und empfing die niederen Weihen. 1901 wechselte er an die Staatswirtschaftliche Fakultät in München, um sich auf den Journalistenberuf vorzubereiten. 1903 begann O.s steile Laufbahn in der kath. Presse: Nach zweimonatigem Volontariat an der „Donau-Zeitung“ in Passau wurde er Auslandsredakteur der angesehenen „Augsburger Postzeitung“. 1905 übernahm er als Chefredakteur die im selben Verlag erscheinende, auf breitere Leserschaft zielende „Neue Augsburger Zeitung“. 1906 ging er nach München zum „Bayerischen Kurier“ (BK). Zuerst Stellvertreter Paul Siewertz', trat er 1907 dessen Nachfolge als Chefredakteur an. Die Auflage des BK vermochte er von unter 10 000 auf 35 000 (1932) zu steigern. Eine maßgebliche Rolle spielte O. auch in Berufsorganisationen: als stellvertretender Vorsitzender des Münchener Journalisten- und Schriftsteller-Vereins, im Vorstand des Landesverbandes der Bayer. Presse (seit Gründung 1911) und als Vorsitzender der Gruppe Bayern im Augustinus-Verein zur Pflege der kath. Presse.

    Der dem Zentrum bzw. der Bayer. Volkspartei nahestehende BK hatte seit Jahrzehnten den Marxismus bekämpft und im Weltkrieg patriotische Haltung gezeigt. Am 6.12.1918 besetzten Revolutionäre unter Führung von Erich Mühsam Verlag und Redaktion; Kurt Eisner gebot jedoch Einhalt. Eine erneute Besetzung des BK nach Eisners Ermordung (21.2.1919) konnte O. unter Lebensgefahr abwehren. Sein Wirken während Umsturz und Räterepublik pries rückblickend der Journalistenkollege und bayer. Ministerpräsident Heinrich Held. Ein erbitterter Kampf gegen die Nationalsozialisten schloß sich an. Mußte sich Adolf Hitler 1928 noch mit einer – erfolglosen – Beleidigungsklage gegen O. begnügen, schlug das Regime 1933 hart zu: Am 9. März wurde das Verlagsgebäude des sich gegen eine Gleichschaltung sträubenden BK verwüstet. Am 1. Juli inszenierte ein SA-Sturm in Zivil „Volkszorn“ vor O.s Haus; er kam für einige Tage in „Schutzhaft“. Nachdem er sich noch mutig für SPD-Kollegen eingesetzt hatte, wurde O. selbst auf Druck des bayer. Innenministers Adolf Wagner fristlos zum 31. August entlassen und mußte von einer Weinen Rente leben. Seit Januar 1941 war er bei den Dornier-Werken München als Hilfsarchivar dienstverpflichtet.

    Als nach dem Ende der NS-Herrschaft der Verband der Berufsjournalisten in Bayern wiedergegründet wurde, wählten die Mitglieder – auch Sozialisten und Kommunisten – im Oktober 1945 O. einstimmig zum Geschäftsführer. Sein gewaltsam unterbrochenes Berufsleben beschloß er in vorgerücktem Alter als „Presseleiter“ des Bayer. Bauernverbands 1948-51.|

  • Auszeichnungen

    Kg.-Ludwig-Kreuz f. Heimatverdienste (1916); bayer. Michael-Orden IV. Kl. (1917); schles. Bewährungsabzeichen (Schles. Adler) II. Stufe (1921), päpstl. Gregoriusorden (vor 1933), BVK (1952); Bayer. Verdienstorden (1961).

  • Literatur

    Neues Münchener Tagbl. v. 12.1.1929;
    Bayer. Kurier v. 2.10.1931;
    Dt. Presse, Berlin, 1931, Nr. 41, S. 577 f.;
    Gr. Demonstrationen gegen Eisele u. O. in Obermenzing u. Pasing, in: Würmtal-Bote, Pasing, v. 3.7.1933;
    St. Lorant, Ich war Hitlers Gefangener, 1985 (engl.: I was Hitler's prisoner, 1935);
    Landwirtschaftl. Wbl., München, 1951, Nr. 41, S. 903 (P);
    Abendztg., München, v. 13.1.1954 (P);
    A. Betz, Streifzug durch d. Gesch. d. Manz-A.-G., in: 100 J. Manz, 1930, S. 7-24;
    50 J. Münchener Journalisten- u. Schriftst.-Ver., 1932;
    K. Nüßler, Gesch. d. Kath. Preßver. f. Bayern 1901–34, Diss. München 1954;
    A. Meiner, G. J. Manz, Person u. Werk 1830-1955, 1957;
    H. Starkulla, Zur Gesch. d. Presse in Bayern, in: 50 J. Verband Bayer. Ztg.verleger e. V. 1913-1963, 1963, S. 7-47;
    P. Hoser, Die pol., wirtschaftl. u. soz. Hintergründe d. Münchner Tagespresse zw. 1914 u. 1934, 2 Bde., 1990;
    Geistiges u. künstler. München in Selbstbiogrr., hg. v. W. Zils, 1913;
    Rhdb.;
    – Eigene Archivstud. (Nachlaß O. in Fam.bes.)

  • Portraits

    Ölgem. v. P. Hirsch, 1923 (Fam.bes.).

  • Autor/in

    Heinz Starkulla jr.
  • Empfohlene Zitierweise

    Starkulla jr., Heinz, "Osterhuber, Joseph" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 617 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11715783X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA