Lebensdaten
1833 bis 1909
Geburtsort
Werdenberg (Kanton Sankt Gallen)
Sterbeort
Clarens bei Montreux
Beruf/Funktion
Staatsrechtler ; Ethiker
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 118705032 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hilty, Karl
  • Hilty, Carl
  • Hilty, Karl

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Zitierweise

Hilty, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118705032.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ulrich (1793–1858), Dr. med., Arzt in Chur u. W.;
    M Elisabeth ( 1847), T d. Militärarztes Dr. med. Killias in Chur, ehem. franz. Regimentsarzt, u. d. Anna Heim;
    1857 Johanna (1839–97), T d. Gustav Gaertner ( 1842), Prof. d. Rechte in Bonn, u. d. Marie Simon aus Breslau;
    1 S, 2 T.

  • Leben

    H. besuchte die Churer Kantonsschule und studierte 1851-55 in Göttingen und Heidelberg. 1856-73 praktizierte er als gesuchter Anwalt in Chur, bis ihm sein Eintreten für die schweizerische Rechtsunifikation unerwartet die Professur für Staats- und Völkerrecht an der Berner Universität eintrug. In seinen staatsrechtlich-historischen Arbeiten beschäftigte er sich vor allem mit der schweizerischen Revolutions- und Restaurationsperiode. Seit 1886 gab er bis zu seinem Tode das „Politische Jahrbuch der Schweiz“ heraus, in dem er und andere Autoren historische und politische Arbeiten veröffentlichten und in dem er die Geschehnisse der Landes- und Weltpolitik kommentierte. Weiteste Verbreitung fanden seine ethischen Schriften der späten Jahre, vor allem die 3 Bände „Glück“ (1891-99). Neben seiner akademischen und schriftstellerischen Tätigkeit wirkte H. als juristischer Berater des Bundesrates, als oberster militärischer Richter und als Nationalrat. H. machte, von rationalistischen Anschauungen ausgehend, eine starke Wandlung zum historischen Denken durch: Gott mußte sich in der Geschichte offenbaren. In einer weiteren Krise zerbrach der Glaube an die geschichtsgestaltende Kraft des Individuums und der gebildeten Klasse und wuchs das Zutrauen zur Gnade des geoffenbarten Christus. Wenn die Völker nicht imstande waren, den göttlichen Willen auszudrücken, wenn das liberale Bürgertum es nicht tat, so sollte der Einzelne die Regeneration der Welt ins Werk setzen. Dem Zerfall seiner Zeit setzte er den tätigen Glauben an die Kraft des Leidens, an die göttliche Führung im Einzelleben entgegen.

  • Werke

    Weitere W Vorlesungen üb. d. Pol. d. Eidgenossenschaft, 1875;
    Öffentl. Vorlesungen üb. d. Helvetik, 1878;
    Die Bundesverfassungen d. Schweizer. Eidgenossenschaft, 1891;
    Für schlaflose Nächte, 1901, 21919;
    Briefe, 1903;
    Neue Briefe, 1906;
    Ausw. aus s. Schrr., hrsg. v. A. Münch, 2 Bde., 1938;
    Lebenserinnerungen, in: Pol. Jb., 1907.

  • Literatur

    H. Auer, C. H., 1910;
    BJ XIV (u. Tl. 1909, L);
    J. Steiger, C. H.s schweizer. Vermächtnis, 1937;
    W. Meier, in: E. Fueter, Große Schweizer Forscher, 1941, S. 284 f. (W, L, P);
    A. Stucki, C. H., Leben u. Wirken, 1947 (mit Bibliogr.);
    Hans Rud. Hilty, C. H. u. d. geistige Erbe d. Goethezeit, 1953;
    F. Seebass, C. H., Jurist, Historiker u. Christ, 1956;
    H. Mattmüller, C. H., 1965 (W, L);
    HBLS (P; auch f. Fam.)
    ;
    Kosch, Lit.-Lex. (W, L).

  • Autor/in

    Hanspeter Mattmüller
  • Empfohlene Zitierweise

    Mattmüller, Hanspeter, "Hilty, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 166 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118705032.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA