Lebensdaten
1797 bis 1879
Geburtsort
Stadtamhof bei Regensburg
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Gründerin und erste Generaloberin der Kongregation der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau ; Selige
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118690744 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gerhardinger, Karolina Elisabeth Franziska
  • Maria Theresia von Jesu (Ordensname)
  • Theresia von Jesu Gerhardinger
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Zitierweise

Gerhardinger, Karolina, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118690744.html [19.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Willibald (1771–1825), Schiffsmeister in St., S d. Schiffsmeisters Mathias in Ingolstadt u. d. Katharina Ardinger;
    M Maria Franziska, T d. Brauers Mathias Hueber.

  • Leben

    G. wurde für ihre Lebensaufgabe vorbereitet durch den Dompfarrer und späteren Bischof von Regensburg Georg Michael Wittmann, der die Gründung einer zeitgemäßen Genossenschaft von geistlichen Lehrerinnen plante. Die 1. Klosterschule der Armen Schulschwestern de Notre Dame (von Unsere Liebe Frau) entstand 1833 in Neunburg vorm Wald, der Heimat von|Franz Sebastian Job, kaiserlich königlicher Hofkaplan in Wien, der die finanziellen Mittel zur Verfügung stellte. Gediegene Leistungen gewannen dem jungen Institut rasch viele Freunde und Gönner, namentlich im bayerischen Königshaus. König Ludwig I. schenkte ihm 1843 im Angerkloster zu München ein geeignetes Mutterhaus, König Max II. empfahl 1851 die Einführung der Schulschwestern „als bestes Mittel, um der drohenden Verarmung im Volke vorzubeugen“. Noch zu Lebzeiten der Stifterin verbreiteten sich die Schulschwestern über ganz Bayern, in alle Länder des späteren Deutschen Reiches und der Donaumonarchie, nach USA (1847) und England (1864). In Nordamerika wurden die Schulschwestern zu den Pionierinnen des katholischen Pfarrschulwesens, das heute noch die Grundlage bildet für die Stärke des amerikanischen Katholizismus. In der Organisation und Leitung ihrer Genossenschaft ging G. neue Wege, erkämpfte dafür die päpstliche Approbation und wurde zur Wegbereiterin für die zahlreichen Frauengenossenschaften, die im 19. Jahrhundert entstanden. Bei ihrem Tode zählte die Genossenschaft bereits mehr als 3000 Mitglieder, heute gibt es in Europa, Amerika und Asien gegen 12 000 Schulschwestern, die Zahl ihrer Schülerinnen und Zöglinge beträgt über 400 000. – G. war eine Lehrerin und Erzieherin von seltener pädagogischer Begabung, eine Organisatorin großen Stils, eine Frau von Weitblick und außergewöhnlicher Klugheit, eine stark ausgeprägte religiöse Persönlichkeit. Sie trug, namentlich in Bayern, Ungarn und Nordamerika, maßgeblich bei zur Entwicklung des Mädchenbildungswesens; sie schuf vorbildliche Einrichtungen zur Betreuung des Kleinkindes und des Jugendlichen im außerschulischen Bereich. – Außer einem umfassenden Briefwechsel ist kein Schrifttum von ihr vorhanden. Auf ihre Initiative gingen jedoch zahlreiche Schulbücher zurück, die im 19. Jahrhundert in vielen Schulen Bayerns Verwendung fanden.|

  • Auszeichnungen

    Seligsprechungsprozeß 1928 eingeleitet.

  • Literatur

    F. S. Job, Geist d. Vfg. d. rel. Ver. d. Armen Schulschwestern d. N. D., 1839;
    Die Armen Schulschwestern, 1846;
    Die Armen Schulschwestern, Ihr Entstehen, inneres Leben u. Wirken, hrsg. v. e. kath. Geistlichen, 1854;
    Ch. Stangl, Die Bayer. Schulschwestern, 1877;
    F. Frieß, Leben d. Ehrw. Mutter Th. G., 1907;
    M. Heimbucher, Die Armen Schulschwestern d. N. D., in: Mitt. d. Ges. f. dt. Erziehungs- u. Schulgesch., 1907;
    Mother Caroline and the Schoolsisters of Notre Dame in North-America, 2 Bde., Saint Louis 1928;
    M. L. Ziegler, Die Armen Schulschwestern v. U. L. Fr., Ein Btr. z. bayer. Bildungsgesch., 1935;
    dies., Mutter Th. v. J. G., ihr Leben u. ihr Werk, 1950 (P);
    D. Mast, Through Carolines consent, Life of Mother T. of J. G., Foundress of the School Sisters of Notre Dame, Baltimore 1958;
    E. Kawa, Mutter u. Magd …, 1958 (P).

  • Autor/in

    Maria Liobgid Ziegler
  • Empfohlene Zitierweise

    Ziegler, Maria Liobgid, "Gerhardinger, Karolina" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 281-282 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118690744.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA