Lebensdaten
1870 bis 1941
Geburtsort
Schwandorf (Oberpfalz)
Sterbeort
Isen bei Wasserburg/Inn
Beruf/Funktion
bayerischer Oberforstmeister ; Politiker ; Führer des "Bayerischen Heimatschutzes"
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118685422 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Escherich, Georg

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Zitierweise

Escherich, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118685422.html [16.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Hermann (1840–82), Fabrikbesitzer, S des Ferd. s. Genealogie (3);
    M Katharine (1842–1930), T des Forstmeisters Franz Frhr. v. Stengel u. der Friederike Frank;
    Ov Theodor s. (3);
    Om Carl Frhr. v. Stengel (1840–1930), Prof. des Staatsrechts in Würzburg;
    B Karl s. (2);
    München 1919 Gabriele (* 1886), T des Albert Edler v. Hoessle (1846–1929), Reg.direktor u. Oberforstrat; kinderlos.

  • Leben

    E. studierte an der Forstlehranstalt Aschaffenburg und der Universität München (Dr. rer. pol. Tübingen 1897). Nach Lehrtätigkeit an der Waldbauschule Kaufbeuren wurde er 1909 als Forstrat Vorstand des Forstamtes Isen (Oberbayern). Nach zwei Abessinienreisen (1907/09) leitete er 1913/14 für das Reichskolonialamt eine forstwissenschaftliche Expedition nach Kamerun, die erstmals den noch unbekannten Südostteil von Spanisch-Guinea durchquerte. Als Hauptmann der Landwehr nach schwerer Verwundung 1915 mit der Erschließung des Urwalds Bialowicza Puszcza (Polen) betraut, wurde er Chef der Militär-Forstverwaltung Bialowicz. Auf die Ausrufung der Münchner Räterepublik (April 1919) hin schuf E. von Isen aus im Bezirk Haag Volkswehren gegen Raub und Aufruhr. Nach dem Ende der Rätezeit nahm er mit benachbarten Wehren Verbindung auf, um eine einheitliche Organisation über ein möglichst großes Gebiet Bayerns zu schaffen, und suchte dafür die Unterstützung von Reichs- und Landesbehörden zu gewinnen. Seine Stütze wurde vor allem der Regierungspräsident von Oberbayern G. von Kahr. Im Dezember wurde E. zum Landeshauptmann der bayerischen Einwohnerwehr gewählt, die zur Zeit des Kapp-Putsches etwa 300 000 Mitglieder zählte. Während des Putsches übte E. seinen Einfluß in München für den Sturz der sozialdemokratischen Regierung Hoffmann aus. Er wurde nun von Wirtschafts- und anderen Verbänden Norddeutschlands gebeten, ihnen bei Aufbau eines Selbstschutzes zu helfen und die Führung zu übernehmen. Eine aus allen deutschen Ländern beschickte Versammlung in Regensburg führte am 9.5.1920 zur Gründung der Organisation E. (Orgesch) mit Sitz München. E. trat damit als „Reichshauptmann“ an die Spitze der gesamten deutschen und österreichischen Selbstschutzorganisationen. Offizielle Ziele der Orgesch waren die Sicherung der Verfassung, Schutz von Personen, Arbeit und Eigentum, Erhaltung des Deutschen Reiches, Ablehnung jeglicher Abtrennungsbestrebungen und Abwehr jedes Rechts- und Linksputsches. Ende 1920 wurde die Mitgliederzahl auf mindestens 1 Million geschätzt. Der Orgesch-Aufbau litt aber von vornherein unter den Entwaffnungsforderungen der Entente; innenpolitischer Hauptgegner im Reich war der preußische Innenminister Severing. In Bayern entwickelte sich die Organisation „unter dem Deckmantel der Überparteilichkeit zu einem beachtlichen politischen Faktor auf Kosten der eigentlichen verfassungsmäßigen Gewalten“ (K. Schwend). Der bayerische Ministerpräsident von Kahr stellte sich trotzdem entschieden vor die bewaffnete Einwohnerwehr in Bayern. Als er nachgeben mußte, sah sich diese am 30.5.1921 zum Beschluß der freiwilligen Entwaffnung gezwungen. Bis Dezember 1921 folgte der Entwaffnung die endgültige offizielle Auflösung. E. wurde 1921 Vertreter der Bayerischen Staatsforstverwaltung in der Reichsforstwirtschaft und im Dezember 1929 Führer des „Bayerischen Heimatschutzes“ (bis 1933). Den Staatsdienst verließ er 1931 als Oberforstmeister.

  • Werke

    Jagdreisen in Norwegen, Bosnien-Herzegowina, Abessinien, 1910, 21921; Im Lande d. Negus, 1912, 21921;
    Von Eisner bis Eglhofer, 1922;
    Quer durch d. Urwald v. Kamerun, 1923;
    In Wald u. Steppe, 1925;
    Im Urwald, 1927;
    Der alte Jäger, 21934;
    Der alte Forstmann, 1935; Kamerun, 1938 (P). – Hrsg.: E.-Hefte, 1920.

  • Literatur

    R. Kanzler, Bayerns Kampf gegen d. Bolschewismus, 1931 (P); Harrer, in: Forstwiss. Zbl. 64,|1942, S. 44 f.; K. Schwend, Bayern zw. Monarchie u. Diktatur, 1954 (P).

  • Autor/in

    Wolfgang Zorn
  • Empfohlene Zitierweise

    Zorn, Wolfgang, "Escherich, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 648-649 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118685422.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA