Lebensdaten
1891 bis 1944
Geburtsort
Heidenheim an der Brenz
Sterbeort
nahe Herrlingen bei Ulm
Beruf/Funktion
Generalfeldmarschall
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118602446 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rommel, Eugen Johannes Erwin
  • Rommel, Erwin
  • Rommel, Eugen Johannes Erwin
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Zitierweise

Rommel, Erwin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118602446.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johannes Erwin (1854–1913), aus Gaildorf, 1885 Keallehrer an d. Realschule in Crailsheim, 1888 Oberreallehrer, 1890 Prof. an d. Realanstalt in Heidenheim, 1898 in Aalen, S d. Johann David (1820–77), aus Schmiden, u. d. Marie Luise Class (1832–1901), aus Tübingen;
    M Helene (1862–1940), aus Welzheim, T d. Reg.präs. N. N. Lutz;
    Ov Adolf Eugen (1853–1928), Prof. in Heidenheim, Richard Matthäus (* 1858), Prof. d Math. u. Naturwiss. an d. Realanstalt in Heidenheim, 1898 in Aalen;
    B Karl Manfred (1897-um 1969), Aufklärungsflieger im 1. Weltkrieg, Gerhard (1899–1975), Opernsänger;
    Danzig 1916 Lucie Maria (* 1894), T d. Lehrers Joseph Mollin u. d. Franzisca Pauline Veronica v. Malotka;
    1 S Manfred (* 1928), CDU-Pol., 1975-96 OB v. Stuttgart, Dr. h. c. (Kairo 1979), Guardian of Jerusalem (1987), Commander of the Order of the Brit. Empire (1990) (s. H. Geißler, in: Gr. Stuttgarter, hg. v. E. Teufel, 1996, S. 333-40; Munzinger).

  • Leben

    Nach dem Abitur im Juli 1910 trat R. als Fahnenjunker in das 6. Württ. Inf.-Rgt. 124 in Weingarten ein. Im 1. Weltkrieg zunächst an der Westfront Zug- und Kompanieführer, machte er im Okt. 1917 als Kommandeur eines württ. Gebirgsbataillions auf sich aufmerksam, als er an der Isonzo-Front den strategisch wichtigen Monte Matajur erstürmte, wofür er mit dem Orden pour le mérite ausgezeichnet wurde. Nach dem als Schmach empfundenen Zusammenbruch des Kaiserreichs wurde R. in das 100 000-Mann-Heer der Reichswehr übernommen. Bis 1929 war er als Hauptmann und Kompaniechef tätig, danach als Taktiklehrer an der Infanterieschule Dresden.

    Die „Machtergreifung“ Hitlers 1933 begrüßte R. in der Hoffnung auf neue Größe von Militär und Nation; zeitweise war er Verbindungsoffizier zum Reichsjugendführer. R. stand der eher aristokratisch geprägten Wehrmachtsführung kritisch gegenüber, so daß er die Ablösung von Werner v. Blomberg und Werner v. Fritsch 1938 begeistert begrüßte und die Wehrmacht als „Schwert der neuen dt. Weltanschauung“ bezeichnete. Im Herbst 1938 kommandierte er das Hitler-Begleitkommando, kurz vor Beginn des 2. Weltkriegs wurde er zum Generalmajor befördert. Wahrscheinlich wegen seiner Nähe zu Hitler wurde ihm als Infanteristen im Febr. 1940 das Kommando über die 7. Panzerdivision übertragen, die er im Frankreichfeldzug überaus erfolgreich führte.

    Im Febr. 1941 übernahm Hitlers „Lieblingsgeneral“ das Kommando des Dt. Afrika-Korps (1.1.1941 Gen.lt.), das zur Unterstützung der geschlagenen ital. Truppen nach Libyen entsandt wurde. Anstatt sich mit der befohlenen Defensive zu begnügen und zumindest die Ankunft seiner 2. Division (15. Panzer-Div.) abzuwarten, ging er zum Angriff über und stieß binnen weniger Wochen bis an die ägypt. Grenze vor. Im Dez. 1941 drängten ihn die Briten wieder in die Ausgangsstellung zurück. R. (1.6.1941 Gen. d. Panzertruppen, 30.1.1942 Gen.oberst) konnte die Cyrenaika jedoch zurückerobern und am 21.6.1942 überraschend die Festung Tobruk einnehmen, worauf Hitler ihn zum Generalfeldmarschall beförderte. So gelangte R. auf den Höhepunkt seines Ruhms, den die Goebbelssche Propaganda mit einer Flut von Bildern und Berichten über den „Wüstenfuchs“ systematisch steigerte und für die Zwecke des Regimes nutzte. Gegen den massiven Widerstand seines Vorgesetzten Albert Keßelring (1885–1960) und auch Mussolinis, die zunächst die Eroberung der Inselfestung Malta abwarten wollten, erwirkte R. bei Hitler den Befehl, sogleich zur Verfolgung der scheinbar schon geschlagenen brit. Armee überzugehen. Im Juli und Sept. 1942 brachten die Briten die schlecht versorgten Verbände des Afrika-Korps bei El Alamein, 120 km westlich von Kairo, zum Stehen. Hitlers und R.s Traum von einem Vorstoß bis an den Nil und weiter durch das Zweistromland in den Kaukasus war damit gescheitert, nicht zuletzt durch R.s schweren operativen Fehler.

    Im Herbst 1942 trübte sich das bislang enge Verhältnis zu Hitler, als sich R. über dessen|Haltebefehle hinwegsetzte und seine Truppen aus der El Alamein-Stellung zurückzog, um sie vor der Vernichtung zu bewahren. Im März 1943 aus Nordafrika abberufen, übernahm R. nach einer Interimsverwendung in Italien, bei der er in dt. Kriegsverbrechen im Zusammenhang mit dem Fall „Achse“ involviert war, am 1.12.1943 den Oberbefehl über die Heeresgruppe B im Westen. Er ließ die Küstenverteidigung ausbauen, doch kam es zu erheblichen Unstimmigkeiten mit dem Oberbefehlshaber West, Gerd v. Rundstedt (1875–1953), über die geeignete Abwehrstrategie. Nach der alliierten Landung am 6.6.1944 erkannte R. bald die hoffnungslose Lage, konnte Hitler aber nicht davon überzeugen. Mitte Juli war ihm bewußt, daß die militärische Entscheidung gefallen war und der Krieg nunmehr auf politischem Weg beendet werden müsse. Am 17. Juli wurde R. während eines brit. Tieffliegerangriffs schwer verwundet. Die „Verschwörer“ des 20. Juli waren zu diesem Zeitpunkt nicht sicher, ob sie mit der Unterstützung R.s rechnen könnten. Von seinem Stabschef Hans Speidel (1897–1984) in Gestapo-Verhören der Mitwisserschaft am Attentat auf Hitler beschuldigt, wurde R. am 14.10.1944 von den Generalen Wilhelm v. Burgdorf und Ernst Maisei im Auftrag Hitlers zum Selbstmord gezwungen.|

  • Auszeichnungen

    Rr.kreuz (1940, mit Eichenlaub 1941, Schwertern 1942 u. Brillanten 1943).

  • Werke

    Infanterie greift an, 1929, 21938.

  • Literatur

    R. G. Reuth, E. R., Des Führers Gen., 1987;
    ders., in: R. Smesler u. E. Syring (Hg.), Die Mil.elite d. Dritten Reiches, 1995, S. 460-73;
    ders., R., Das Ende e. Legende, 2004 (P);
    R. Stumpf, in: Badenwürlt. Porträts, hg. v. H. Schumann, 1988, S. 350-54 (P);
    M. Blumenson, in: Hitler's Generals, hg. v. C. Barnett, 1989 (P);
    D. Fräser, Knight's Cross, A Life of Field Marshal E. R., 1993 (dt. u. d. T.: R., Die Biogr., 1995, P);
    M. Ph. Remy, Mythos R., 2002, auch Film dess., 2002;
    Munzinger;
    zur Fam.:
    Lothar Rommel, Die Rommels, 42001.

  • Autor/in

    Sönke Neitzel
  • Empfohlene Zitierweise

    Neitzel, Sönke, "Rommel, Erwin" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 23-24 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118602446.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA