Lebensdaten
1929 bis 1998
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Krailling bei München
Beruf/Funktion
Bariton ; Sänger
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 118596470 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Prey, Hermann
  • Praj, German
  • Prey, H.
  • mehr

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Zitierweise

Prey, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118596470.html [24.03.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Hermann (* 1901);
    M Anna N. N. ( 1954);
    1954 Barbara Pniok;
    1 S Florian, Bariton, 2 T.

  • Leben

    Nach Studien an der Berliner Musikhochschule 1948-52 bei Harry Gottschalk und Günther Baum gewann P. 1952 den Nürnberger „Meistersinger“-Wettbewerb, worauf er ein erstes Engagement am Staatstheater Wiesbaden erhielt. Hier debütierte er im selben Jahr als Zweiter Gefangener in „Fidelio“. Seit 1953 war er Mitglied der Hamburg. Staatsoper, 1959 wurde er an die Bayer. Staatsoper München engagiert, wo ihm drei Jahre später der Titel eines Kammersängers verliehen wurde. 1954 begann P. seine Gastspieltätigkeit, die ihn in alle bedeutenden Konzertsäle und an Opernhäuser führte und ihm früh internationalen Ruhm einbrachte. 1957 debütierte er an der Wiener Staatsoper in der Titelrolle von Rossinis „Barbiere“, die eine seiner Glanzrollen blieb. 1960 erfolgte sein Debüt an der Metropolitan Opera als Wolfram in|Wagners „Tannhäuser“, eine Rolle, mit der er sich 1965 auch bei den Bayreuther Festspielen präsentierte. Hierher kehrte er 1981 als Beckmesser in den „Meistersingern von Nürnberg“ zurück, den er abseits der üblichen Verzerrung als psychologische Charakterstudie anlegte. Seit 1959 gastierte er regelmäßig bei den Salzburger Festspielen; seine Antrittsrolle war der Barbier in Straussens „Die schweigsame Frau“, später sang er vor allem das Mozart-Repertoire (Papageno, Guglielmo).

    Gleichberechtigter Schwerpunkt neben der Oper war für P. der Liedgesang. Seine resonanzreiche, sowohl in der Tiefe als auch in der Höhe tragfähige Stimme, daneben eine breite Ausdrucksskala ließen seinen lyrischen Bariton für diese Kunstform ideal erscheinen. Ausdrucksvolle Legatokultur verband er mit artikulatorischer Deutlichkeit. Charakteristisch für ihn war ein natürlicher, die Textausdeutung nicht überpointierender Vortragsstil, der gelegentlich nicht frei von Sentimentalität war. Aufgrund dieses direkten Zugangs zur Liedliteratur wurde P. oft als Antipode von Dietrich Fischer-Dieskaus intellektuellem Vortragsstil gesehen. 1976-81 war er künstlerischer Leiter der „Schubertiade“ in Hohenems sowie seit 1981 der „Herbstlichen Musiktage“ in Bad Urach. Einen großen Teil seines weiten Repertoires, das er auch zyklisch vortrug, hat P. auf Schallplatte hinterlassen; neben seinen Rollen in Mozart-Opern sowie der Titelrolle im „Barbier von Sevilla“ ragt darunter die für Philips in den 70er Jahren eingespielte Edition deutscher Lieder hervor.

    Einem breiten Publikum wurde P. durch eine Vielzahl von Fernsehsendungen bekannt. Neben eigens hierfür eingerichteten Opern- und Operetten-Inszenierungen trat er auch in Unterhaltungssendungen auf. Seine natürliche Ausstrahlung und sein Charme machten ihn über Jahrzehnte zu einem Publikumsliebling weit über den deutschen Sprachraum hinaus.|

  • Auszeichnungen

    Bayer. Verdienstorden (1977); Gr. BVK (1981); Bayer. Maximiliansorden (1986); Prof.titel (1992).

  • Schriften

    Schr. Premierenfieber, aufgezeichnet v. R. D. Abraham, 1981, Nachdr. 1989 (Autobiogr., P).

  • Literatur

    J. Steane, The Grand Tradition, 1970;
    J. Kesting, Die gr. Sänger, 1986;
    J. Kutsch u. L. Riemens, Gr. Sängerlex., 31997;
    H. W. Freemann, in: Opera Newa LXIII/3, Sept. 1998, S. 116 f.;
    H. Zeman, H. P. 1929-1998, in: Österr. Musikzs. LIII/9, 1998, S. 74;
    Riemann mit Erg.bd.;
    New Grove.

  • Autor/in

    Stephan Hörner
  • Empfohlene Zitierweise

    Hörner, Stephan, "Prey, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 712 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118596470.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA