Lebensdaten
1900 bis 1967
Geburtsort
Gera
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Wirtschaftswissenschaftler ; Sozialwissenschaftler
Konfession
lutherische Familie
Normdaten
GND: 118596241 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Preiser, Erich

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Zitierweise

Preiser, Erich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118596241.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Richard (1871–1945), aus Leutkirch (Allgäu), Dr. phil., Altphilol. am Goethe-Gymnasium Frankfurt/M., S d. Richard (1845–1919), aus Ulm, Stadtbaumeister, u. d. Wilhelmine Werner (* 1847), aus Biberach/Riß;
    M Frida (1876–1959), T d. Arnold Heberle, Buchdruckereibes. u. Ztg.verl.;
    B Wolfgang (s. 2), Arnold (1909–93), Dr. med. in Frankfurt/M.;
    Änne (1902-96), T d. Ludwig Hoß;
    2 S Gert (* 1928), Dr. phil., Prof. f. Gesch. d. Med. a. d. Univ. Frankfurt/M., Arno (* 1937), Dr. phil., Kunsthist. in M.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Goethe-Gymnasiums in Frankfurt/M. studierte P. 1919-24 an der dortigen Universität zunächst Geschichte und Klassische Philologie, seit 1920 unter dem prägenden Einfluß Franz Oppenheimers Sozialökonomik und Soziologie sowie Privatwirtschaftslehre. Er erwarb 1922 das Diplom für Handelslehrer und wurde 1923 mit der Arbeit „Die Marxsche Krisentheorie und ihre Weiterbildung, Darstellung und Kritik“ zum Dr. rer. pol. promoviert. Als die angestrebte Habilitation in Frankfurt trotz einer positiven Beurteilung durch Oppenheimer unmöglich wurde, ging P. nach Tübingen und habilitierte sich 1930 bei Wilhelm Rieger für Privatwirtschaftslehre. 1933 wurde die venia legendi nach Publikation der „Grundzüge der Konjunkturtheorie“ (Nachdr. 1956) auf Privatwirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre erweitert. 1935-37 war P. Leiter der Arbeitsgemeinschaft „Ostpreußen-Württemberg“, die ein wirtschaftspolitisches Konzept für Ostpreußen entwerfen sollte. Sein Beitrag war die Schrift „Die württ. Wirtschaft als Vorbild“ (1937). 1937 erhielt P. eine ao., 1938 eine o. Professur in Rostock. 1940 folgte er einem Ruf auf den Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Univ. Jena. Als Mitglied der volkswirtschaftlichen Klasse der Akademie für Deutsches Recht 1941-43 und der „Arbeitsgemeinschaft Erwin v. Beckerath“ 1943/44 beteiligte er sich an den|Erörterungen über eine freiere Wirtschaftsordnung in der Nachkriegszeit. 1947 als Nachfolger Alfred Webers auf den Lehrstuhl für Sozialwissenschaften nach Heidelberg berufen, wurde P. zu einem der führenden Wirtschaftstheoretiker und Politikberater in der Bundesrepublik. Er gehörte 1948-67 dem Wissenschaftlichen Beirat zunächst der Verwaltung für Wirtschaft der Bizone, dann des Bundeswirtschaftsministeriums an und prägte dessen Empfehlungen zur Ordnungs- und Prozeßpolitik wesentlich mit. Seit 1956 war er Professor für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Univ. München, auch hier wieder ein begeisterter und begeisternder Lehrer.

    In P.s Werk verknüpfen sich verschiedene deutsche und angelsächs. Traditionen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Wirtschaftliches Wachstum, Konjunktur, Einkommens- und Vermögensverteilung hat er im Zusammenhang gesehen. Wie wenige seiner Zeit war er zugleich Mikro- wie Makroökonom. Monetäre wie realwirtschaftliche Analyse, dynamische wie statische Theorie sind von ihm vornehmlich in wegweisenden Aufsätzen befruchtet worden.|

  • Auszeichnungen

    o. (1953) u. korr. (1957) Mitgl. d. Heidelberger Ak. d. Wiss. (1953) u. o. Mitgl. d. Bayer. Ak. d. Wiss. (1959); Dr. iur. h. c. (Bonn 1964); Reuchlin-Preis d. Stadt Pforzheim (1967).

  • Werke

    Weitere W Das Wesen d. Marxschen Krisentheorie. in: R. Wilbrandt u. a. (Hg.), Wirtsch. u. Ges., Btrr. z. Oekonomik u. Soziol. d. Gegenwart, FS f. Franz Oppenheimer, 1924, S. 249-74;
    Gestalt u. Gestaltung d. Wirtsch., Eine Einf. in d. Wirtsch.wiss., 1934;
    Die Zukunft unserer Wirtsch.ordnung, Probleme u. Möglichkeiten, 1949 (später mit neuem Untertitel: Eine Betrachtung üb. Kapitalismus u. Soz. Marktwirtsch., 1960, 51968);
    Bildung u. Verteilung d. Volkseinkommens, Ges. Aufss. zu Wirtsch.theorie u. Wirtsch.pol., 1957, 41970;
    Nat.-ök. heute, Eine Einf. in d. Volkswirtsch.lehre, 1959, 151992;
    Wachstum u. Einkommensverteilung, 31970;
    Probleme d. Wohlstandsges., 1964;
    Wirtsch.pol. heute, Grundprobleme d. Marktwirtsch., 1967, 51982;
    Pol. Ökonomie im 20. Jh., Probleme u. Gestalten, 1970;
    Wirtsch.wiss. im Wandel, Ges. Schrr. zu Wirtsch.theorie u. Wirtsch.-pol., 1975. – Mithg.: Jbb. f. Nat.ök. u. Statistik, 1943-67.

  • Literatur

    W. Krelle, in: Jbb. f. Nat.ök. u. Statistik 181.1968, S. 490-517 (W-Verz.);
    F. Lütge, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss. 1968, S. 188-91 (P);
    W. J. Mückl u. A. E. Ott (Hg.), Wirtsch.theorie u. Wirtsch.pol., Gedenkschr. f. E. P., 1981;
    Johannes Schmidt, Wachstum u. Verteilung in d. Geldwirtsch., Das wiss. Werk E. P.s (1900-1967), 1998;
    D. J. Blesgen, E. P. – Wirken u. wirtschaftspol. Wirkungen e. dt. Nat.ök. (1900–1967), 2000;
    Baden-Württ. Biogrr. I.

  • Autor/in

    Knut Borchardt
  • Empfohlene Zitierweise

    Borchardt, Knut, "Preiser, Erich" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 687 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118596241.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA