Lebensdaten
1906 bis 1991
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Montangeologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118593242 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Petrascheck, Walther Emil Wilhelm
  • Petrascheck, Walther E.
  • Petrascheck, Walther
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Zitierweise

Petrascheck, Walther, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118593242.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1876–1967), aus Pancsowa (Ungarn), 1918-50 Prof. f. Geol., Paläontol. u. Lagerstättenlehre an d. Montanist. Hochschule Leoben (em. 1947), 1922/23 u. 1935/36 Rektor, Dr.-Ing. E. h. (TH Breslau 1937), Goldene Ehrenmedaille d. Österr. Ing.- u. Architekten-Ver. (1947), Haidinger-Medaille (Geol. Bundesanstalt, Wien, 1950), Leopold v. Buch-Medaille (Dt. Geol. Ges., 1951), E. Suess-Medaille (Geol. Ges., Wien, 1956), untersuchte bes. d. Genese d. Kohle u. Kohlenwasserstoffe, d. Beziehungen zw. d. Verbreitung ihrer Lagerstätten in Südosteuropa mit d. regionalen Tektonik u. Sedimentologie, sowie ihren Veränderungen durch d. Metamorphose (s. W, L): M Hildegard (geboren 1882), T d. Emil Tietze (1845-1931), aus Breslau, Direktor d. k. k. Geologischen Reichsanstalt in Wien, u. d. Rosa v. Hauer (1859-n. 1931); Gvm Franz Ritter v. Hauer (1822-99), Dir. d. k. k. Geologischen Reichsanstalt in Wien (s. NDB VIII);
    ⚭ Ingeborg Heim;
    3 K.

  • Leben

    P. studierte seit 1924 Naturwissenschaften in Erlangen, München, Leoben, Graz und Göttingen, wo er 1930 in Geologie promoviert wurde. Sein Lehrer Hans Stille (1876–1966) führte ihn an die globale Betrachtung der Dynamik der Erde in Raum und Zeit heran – fast vierzig Jahre, bevor das Konzept der Plattentektonik die Erdwissenschaften revolutionierte. An die Promotion schloß sich eine Assistentenzeit in Leoben und Breslau (Habilitation 1935 f. Geol. u. Lagerstättenlehre, apl. Prof. 1940) an. Während dieser Zeit wandte sich P. lagerstättenkundlichen Problemen (insbes. d. Sudeten, Österreichs u. d. Balkans) zu, die er stets unter genetischen Gesichtspunkten in ihrem geologischen Kontext, wie z. B. ihre Beziehungen zu Tektonik und Magmatismus, behandelte. Nach einer Unterbrechung seiner Karriere (aber nicht seiner wiss. Tätigkeit) durch den Militärdienst wurde er 1950 auf die o. Professur für Geologie und Lagerstättenlehre an der Montanistischen Hochschule in Leoben berufen (Rektor 1953/54), wo er den Studiengang Montangeologie an der Nahtstelle zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung begründete.

    Seine Arbeiten – auch über seine Emeritierung 1976 hinaus – konzentrierten sich auf die Metallogenese im österr. und südosteurop. Raum. P. war der erste, der, neben seinen speziellen Beiträgen zu einzelnen Lagerstätten der Erze, der Kohlen und der Salze, die ursächlichen Zusammenhänge der Lagerstättenbildung mit der neuen Interpretation der Gebirgsbildung durch die Plattentektonik erkannte und aufgriff. Der von ihm eingeführte Terminus einer „Erzprovinz“ für ein Ensemble genetisch verknüpfter Lagerstätten wurde zum Schlüsselbegriff für die Beziehungen zwischen Mobilisierung und Abscheidung von Metallen und den tektonischen, magmatischen und metamorphen Prozessen der Plattenbewegungen. P. gelangte damit von der Analyse und Bewertung der Einzellagerstätte zu einer umfassenden Synthese.

  • Werke

    u. a. Lagerstättenlehre, 1950 (mit Wilhelm P.);
    Geochem. Unterss. im kalkalpinen Bleizink-Erzbez., in: Geolog. Rdsch. 55, 1965, S. 398-400;
    Orogene u. kratogone Metallogenese, ebd. 62, 1973, S. 617-26;
    Kontinentalverschiebung u. Erzprovinzen, in: Mineralium Deposita 3, 1968, S. 65;
    Metallogeny and Plate Tectonics in the northeastern Mediterranean, ebd. 13, 1978, S. 426-29;
    Ore metals frorn the crust or from the mantle, in: Economic Geology 64, 1969, S. 576-78.

  • Literatur

    K. Metz, in: Berg- u. hüttenmänn. Mhh. 122, 1977, S. 1-4 (W-Verz., P);
    W. Pohl, W. E. P. als akad. Lehrer u. Forscher, in: Mitt. d. Österr. Geolog. Ges. 78, 1986, S. 1-3;
    Pogg. VII a. – Zu Wilhelm: Zs. d. Dt. Geolog. Ges. 103, 1951, (P): H. Apfelbeck, in: Berg- u. hüttenmänn. Mhh. 96, 1951, S. 61 f. (P);
    K. Metz, ebd. 112, 1967, S. 221-25 (W-Verz., P);
    E. Clar, in: Mitt. d. Geolog. Ges Wien 60, 1967, S. 129-40 (W-Verz., P);
    Teichl;
    Pogg. VII a.

  • Autor/in

    Friedrich Seifert
  • Empfohlene Zitierweise

    Seifert, Friedrich, "Petrascheck, Walther" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 262 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118593242.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA