Lebensdaten
1912 bis 1992
Geburtsort
Berlin-Lichterfelde
Sterbeort
Weimar
Beruf/Funktion
Verlegerin
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118593145 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Petersen, Leiva Constanze
  • Petersen, Leiva
  • Petersen, Leiva Constanze
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Zitierweise

Petersen, Leiva, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118593145.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Fam. stammt aus Schleswig-Holstein;
    V Carl (1885–1942), aus Hvidding (Nordschleswig), Prof. d. mittleren u. neueren Gesch. in Kiel, seit 1939 in Greifswald (s. HZ 167, 1943, S. 443-45), S e. Pfarrers;
    M Ida Minna (Minnie) Räuber, Lehrerin;
    Tante-v Charlotte ( Günther Ramin, 1898–1956, Organist, Dirigent, Thomas-Kantor in Leipzig, s. Baden-Württ. Biogrr. II, 1999);
    Schw Erika Spitzbarth-P. ( Rudolf Spitzbarth), Silberschmiedemeisterin in Zürich; – ledig.

  • Leben

    P. studierte nach dem Schulbesuch in Marburg und Kiel seit 1930 klassische Philologie, Geschichte und Archäologie in München, Frankfurt/Main, Kiel und Würzburg. In München lernte sie Uvo Hölscher (1914–97) kennen, mit dem sie zeitlebens freundschaftlich verbunden blieb. An die Promotion 1937 bei Karl Reinhardt in Frankfurt mit einer Arbeit „Zur Geschichte der Personifikation in griech. Dichtung und bildender Kunst“ schlossen sich längere Aufenthalte in Italien und Dänemark an. 1939 legte P. die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen ab, trat jedoch als Buchhändlerlehrling in den „Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger Weimar“ ein, der aus der 1624 gegründeten Weimarer Hofbuchdruckerei hervorgegangen ist und mehrmals den Besitzer wechselte: 1853 hatte ihn Hermann Böhlau (1826–1900), 1924 Karl Rauch (1897–1966) erworben. Bereits 1942 übernahm P. die Leitung des Verlags, wurde Kommanditistin und 1947 persönlich haftende Gesellschafterin. Unter ihrer Leitung bis 1984 profilierte sich der Verlag – seit 1978 im Besitz der (Ost-)Berliner Akademie der Wissenschaften – auf den Gebieten des klassischen kulturellen Erbes und der historischen|Wissenschaften. Angebote, während der unsicheren Nachkriegsverhältnisse nach dem Vorbild von Kollegen nach Wien oder Köln überzusiedeln, lehnte sie ab und blieb im Weimarer Stammhaus. Dabei sah sie eine ihrer vornehmsten Aufgaben darin, über Verlagsprojekte von gesamtdeutscher Bedeutung mit Beteiligung von Autoren aus dem gesamten deutschen Sprachraum an der Überwindung der geistigen Teilung Deutschlands mitzuwirken. Neben den laufenden großen Unternehmen – wie den Werken Martin Luthers, dem Deutschen Rechtswörterbuch und der Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte – widmete sie sich besonders der 1940 begründeten Schiller-Nationalausgabe und der seit 1947 erscheinenden, von P.s Freundin Dorothea Kuhn besorgten Leopoldina-Ausgabe von Goethes Schriften zur Naturwissenschaft. P. verlegte ferner Werke zur Rechts- und Verfassungsgeschichte, zur Geschichte der Hanse, der Landesarchive, zur Denkmalpflege und Kunstgeschichte.

    Seit 1952 arbeitete P. nebenberuflich auf dem Gebiet der röm. Geschichte und Epigraphik an der Akademie der Wissenschaften der DDR; u. a. war sie Herausgeberin und weitgehend Verfasserin der „Prosopographia Imperii Romani“. Sie wirkte in wichtigen Gremien und literarischen Gesellschaften. So gehörte sie dem Verlegerausschuß des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler zu Leipzig an und nahm maßgebenden Anteil an der Förderung der Goethe- und Shakespeare-Gesellschaft, deren Vorsitzende des geschäftsführenden Hauptausschusses sie war.|

  • Auszeichnungen

    Friedrich-Schiller-Medaille d. Univ. Jena (1976 u. 1977); Goldene Medaille d. Goethe-Ges. (1982); Reuchlin-Preis d. Stadt Pforzheim (1986).

  • Literatur

    D. Kuhn u. B. Zeller (Hg.), Genio huius loci, Dank an L. P., 1982;
    Gedenken an L. P., 1912-1992, 1992 (P);
    G. Olzog u. J. Hackor (Hg.), Dck. dt.sprachiger Verlage. 121995, S. 64-66;
    Biogr. Hdb. SBZ/DDR.

  • Autor/in

    Gunter Lauterbach
  • Empfohlene Zitierweise

    Lauterbach, Gunter, "Petersen, Leiva" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 257 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118593145.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA