Lebensdaten
1910 bis 1983
Geburtsort
Otterndorf
Sterbeort
Brühl (Rheinland)
Beruf/Funktion
Kunsthistoriker ; Museumsdirektor
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118590448 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Osten, Gert von der
  • Osten, Gert Christian von der
  • Von der Osten, Gert
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Zitierweise

Osten, Gert von der, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118590448.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gustav (1866–1923), Dr. phil., Dir. d. Voßschule in O., seit 1915 am Gymnasium in Linden b. Hannover, Lokalhist. (s. Niedersächs. Lb. I, 1939);
    M Marie Böschen, T e. Pastors in Mittelwarden (Wursten);
    1) N. N., 2) 1960 Hildegard Müller;
    2 K.

  • Leben

    O. wuchs in Hannover auf, besuchte dort das Humanistische Gymnasium und studierte seit 1928 Kunstgeschichte, Archäologie und Geschichte in Marburg, München, Berlin und Halle/Saale. Hier promovierte er 1933 bei Paul Frankl über die Ikonographie des Schmerzensmannes. Nach einem Volontariat an den Berliner Museen wurde er 1938 Kustos der Niedersächs. Landesgalerie in Hannover. Trotz kriegsbedingter Unterbrechung konnte er sich 1944 an der TH Hannover habilitieren und las dort, nach der Rückkehr aus russ. Kriegsgefangenschaft, seit 1952 als|Privatdozent (1960 apl. Prof.). 1954 wurde O. Direktor der Städtischen Galerie in der Landesgalerie Hannover. 1960 erfolgte die Berufung zum Generaldirektor der Museen der Stadt Köln und zum Direktor des Wallraf-Richartz-Museums. Seit 1961 lehrte er zudem als apl. Professor an der Univ. Köln.

    O.s Wirken in Köln, wo er bis zu seiner Pensionierung 1975 tätig war, hatte großen Einfluß auf die rhein. Museumslandschaft. Die Neubauten des Römisch-Germanischen Museums, des Museums für Ostasiatische Kunst und der Kunsthalle wurden unter seiner Ära konzipiert und realisiert. Auch der 1984 fertiggestellte Neubau für das Wallraf-Richartz-Museum mit Museum Ludwig geht auf seine Initiative zurück. Doch nicht nur als Bauherr und Verwalter der Kölner Kunstsammlungen erwarb sich O. große Verdienste, sondern vor allem auch durch seine Ankaufs- und Ausstellungstätigkeit. Die moderne Kunst (mit Max Ernst, Paul Klee, Paul Cézanne, Edouard Manet und Piet Mondrian) fand endlich ein angemessenes Forum – im Museum ebenso wie in dem von O. herausgegebenen Wallraf-Richartz-Jahrbuch. Den Schwerpunkt seiner eigenen Forschungen bildete indes die Kunst der Reformationszeit. Langjährige Arbeiten und seine letzte große Publikation widmete er dem Maler Hans Baldung Grien.|

  • Auszeichnungen

    Vorstandsmitgl. d. Verbandes Dt. Kunsthistoriker (1960–68); Mitgl. d. Nat.komitees d. Internat. Museumsrates (ICOM) (1966); Temporary Member d. Inst. for Advanced Study in Princeton/N.J. (1957/58); Mitgl. d. Hist. Komm. f. Niedersachsen (1950); Gr. BVK (1975).

  • Werke

    u. a. Der Schmerzensmann, Typengesch. e. dt. Andachtsbildwerkes v. 1300 bis 1600, 1935;
    Niedersächs. Bildschnitzerei d. späten MA, 1940 (mit F. Stuttmann);
    Kat. d. Gem. alter Meister in d. Niedersächs. Landesgal. Hannover, 1954;
    Lovis Corinth, 1955, 21959;
    Kat. d. Bildwerke in d. Niedersächs. Landesgal. Hannover, 1957;
    Plastik d. 19. Jh. in Dtld., Österreich u. d. Schweiz, 1961;
    Plastik d. 20. Jh. in Dtld., Österreich u. d. Schweiz, 1962;
    Painting and Sculpture in Germany and the Netherlands 1500-1600, 1969 (mit H. Vey);
    Mus. f. e. Ges. v. morgen, 1971;
    Dt. u. Niederländ. Kunst d. Ref.zeit, 1973;
    Hans Baldung Grien, Gem. u. Dok., 1983.

  • Literatur

    FS f. G. v. d. O., 1970 (Bibliogr., P);
    K. Hackenberg u. a., Dank an G. v. d. O., red. v. E. Weiss u. H. Keller, 1975;
    R. Budde, in: Wallraf-Richartz-Jb. 44, 1983, S. 7-9;
    K. Ruhrberg, in: FAZ v. 8.12.1983;
    H. W. Grohn, in: Niederdt. Btrr. z. Kunstgesch. 23, 1984, S. 6-8;
    Wi. 1958-83;
    Catalogus Professorum 1831-1981, FS z. 150j. Bestehen d. Univ. Hannover, II, 1981 (P);
    Gorzny.

  • Autor/in

    Katja Brandt
  • Empfohlene Zitierweise

    Brandt, Katja, "Osten, Gert von der" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 611 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118590448.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA