Lebensdaten
1902 bis 1968
Geburtsort
Dresden
Sterbeort
Sbeta (Shivta, Israel)
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118588826 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Noth, Martin
  • Not, Martin

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Zitierweise

Noth, Martin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118588826.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gerhard (1872–1945), Kondir. d. Kreuzschule in D., S d. Paul Hugo (1839–1914) u. d. Pauline Weinhold (1841–1907);
    M Cölestine (1876–1952), T d. Emil Hochmuth (1840–1923) u. d. Katharina Langer (1845–1928);
    B Gottfried (s. 2);
    Rheydt (Rheinland) 1934 Helga Binterim (* 1908);
    2 S Albrecht (* 1937), Prof. f. Gesch. u. Kultur d. Vorderen Orients in Hamburg, Christian (* 1941), Studiendir. in Oberhausen, 2 T Eva (* 1935), Realschullehrerin in Bonn, Mechthild (* 1944), Ärztin in Frankfurt/Main.

  • Leben

    Nach dem Abitur am Hl. Kreuz-Gymnasium in Dresden studierte N. seit 1921 ev. Theologie und oriental. Sprachen in Erlangen, Rostock und zuletzt in Leipzig bei Rudolf Kittel (1853–1929) und Albrecht Alt (1883–1956), wo er 1925 die 1. theol. Prüfung ablegte. 1927 folgten Promotion und Habilitation in Greifswald bei Johannes Hempel (1891–1964) auf Grund von Arbeiten über die israelit. Personennamen, 1928 eine Umhabilitation nach Leipzig. Im Dez. 1929 wurde N. o. Professor für Altes Testament in Königsberg. 1939/40 und 1943-45 als Soldat verpflichtet, kehrte er bei Kriegsende nach Halle zurück. Seit März 1946 lehrte er in Bonn (1947/48 u. 1957/58 Rektor, 1967 emeritiert). 1952-63 war N. Vorsitzender des „Deutschen Vereins zur Erforschung Palästinas“, seit Herbst 1964 leitete er das „Deutsche Ev. Institut für Altertumswissenschaften des Hl. Landes“.

    N. gehört zu den bedeutendsten und einflußreichsten Alttestamentlern des 20. Jh. Nach seinen Schriften über die israelit. Personennamen war vor allem seine Kommentierung des Buches Josua (1938) maßgebend, deren reicher landeskundlicher Ertrag (zu Jos. 13-21) u. a. eine Grundlage für die Forschungen im heutigen Jordanien wurde. Die Einsichten dieser Kommentierung führte N. in seiner Darstellung des sog. Deuteronomistischen Geschichtswerks (Überlieferungsgeschichtl. Stud., 1943, 31967, zu: Dtn., Jos., 1.2 Sam., 1.2 Kön.,) weiter. Seine bis heute gültige These lautet, daß Josua nicht Teil eines Hexateuch ist, sondern als älteste Geschichtsschreibung aus dem 6. Jh. betracht werden muß. N.s Deutung der vorstaatl. Phase Israels durch die Analogie der delphischen Amphiktyonie in seinem Buch „Das System der zwölf Stämme Israels“ (1930, Nachdr. 1966) galt der Erhellung dessen, wie es trotz der schwierigen Topographie zum Flächenstaat Davids kommen konnte. Sie war lange Grundlage der wissenschaftlichen Auseinandersetzung, wird aber seit den 70er Jahren häufig als nicht beweisbar angesehen. In seinen Arbeiten zum Pentateuch (u. a.: Überlieferungsgesch. d. Pentateuch, 1948, 31966) verbesserte N. wesentlich die Quellentheorie von J. Wellhausen und warf mit neuen Entwürfen zugleich neue Fragen auf. Dauerhafte Nachwirkung erzielten seine Beiträge zur Historischen Topographie und Landeskunde sowie zum deuteronomischen Geschichtswerk. N. hat durch die methodische Strenge seiner Arbeiten, die umfassende Berücksichtigung der historischen Quellen und seine im Anschluß an Albrecht Alt (1883–1956) hervorgehobene theol. Bedeutung des Alten Testaments wesentlich zur interdiziplinären Anerkennung seines Fachs beigetragen. – Ehrenmitgl. d. Soc. for Old Testament Study (1957) u. d. Soc. of Biblical Literature and Exegesis (1958); D. theol. (Greifswald 1930, Lund 1959), Dr. iur. h. c. (Frankfurt 1964).

  • Werke

    u. a. Die israelit. Personennamen im Rahmen d. gemeinsemit. Namengebung, 1928;
    Das Buch Josua, 1938, 21953;
    Die Welt d. AT, 1940, 41967;
    Gesch. Israels, 1950, 101986;
    Ges. Stud. z. AT, hg. v. H. W. Wolff, I, 31966, II, 1969 (vollst. W-Verz.);
    Aufss. z. bibl. Landes- u. Altertumskde., hg. v. dems., 2 Bde., 1971 (P, Teilslg.);
    Könige, 1968 (1. Teilbd., unvollendet).

  • Literatur

    O. Plöger, in: Zs. d. dt. Palästinaver. 84, 1968, S. 101-03;
    R. Smend, in: Dt. ATler in drei Jhh., 1989, S. 255-75;
    H. Seebass, in: Jb. d. Albertus Magnus Univ. zu Königsberg, 1994, S. 827-36;
    BBKL.

  • Autor/in

    Horst Seebass
  • Empfohlene Zitierweise

    Seebass, Horst, "Noth, Martin" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 357 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118588826.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA