Lebensdaten
1721 bis 1788
Geburtsort
Augsburg
Sterbeort
Augsburg
Beruf/Funktion
Miniaturmaler ; Zeichner ; Kupferstecher ; Radierer ; Kunstverleger
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11858815X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Nilson, Johann Elias (in der ADB)
  • Nilson, Johann Esaias
  • Nilson, Johann Elias (in der ADB)
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Zitierweise

Nilson, Johann Esaias, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11858815X.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Andreas (um 1690–1751), Maler u. Zolleinnehmer, S d. Hans aus Göteborg u. d. Maria Berz aus A.;
    M Rosina Barbara, T d. Goldschmieds Johann Conrad Bretting aus A.;
    1) Augsburg 1755 Rosina Catharina, T d. Philipp Jacob Croph(ius) (1666- 1742), Rector d. Gymnasiums St. Anna u. Stadtbibliothekar in A. (s. ADB IV), 2) Augsburg 1764 Eva Margaretha Schmidt aus Pforzheim, 3) Augsburg 1766 Susanna Schumacher; Schwager d. 1. Ehefrau Jakob Brucker (1696–1770), ev. Theol. (s. NDB II; Lb. Bayer. Schwaben VI, 1957);
    4 S, 2 T aus 1), u. a. Johann Jakob (1756–1826), Kupferstecher, Zeichenlehrer am St. Anna-Gymnasium in A., Christoph Andreas (1760–1833), Lic. iur., Notar, Autor kunsttheoret. Schrr. u. Zeichenlehrer am St. Anna-Gymnasium in A., Rosina Catharina (1755–85), Miniaturmalerin u. Verlegerin in A., 1 S aus 3) Johann Philipp (1770–1828), Graveur u. Zeichenlehrer am St. Anna-Gymnasium in A.;
    E Christoph Friedrich (1811–79), Maler (alle s. ThB; Augsburger Stadtlex., 1985).

  • Leben

    Nach seiner Schulzeit am Gymnasium St. Anna (bis 1738) und dem Unterricht bei dem Augsburger Ingenieur und Zeugwart Johann Thomas Kraus wurde N. von seinen Eltern sowie dem Augsburger Kupferstecher Hieronymus Sperling und seiner als Miniaturmalerin berühmten Ehefrau Catharina in der Miniaturmalerei ausgebildet. Die Technik des Kupferstichs vervollkommnete er in Augsburg bei Johann Lorenz Haid. Zwischen 1741 und 1751 arbeitete er als Miniaturmaler und Entwerfer für Augsburger Kunstverlage (u. a. Johann Andreas Pfeffel, Johann Georg Hertel). Wahrscheinlich erbte er 1751 die Malergerechtigkeit seines Vaters; spätestens 1752 gründete er einen rasch wachsenden Kunstverlag, in dem er auch zahlreiche eigene Kupferstiche vertrieb. 1761 wurde er Mitglied der Kaiserl. Franciscischen Akademie in Augsburg, 1766 zum kurpfälz. Hofmaler ernannt. 1769-86 war N. als Nachfolger Johann Elias Ridingers ev. Direktor der Reichsstädt. Kunstakademie in Augsburg. Sehr geschätzt waren N.s Miniaturportraits, Aquarelle und Gouachen, vor allem aber seine weit verbreiteten Kupferstiche, die ihn als einen der fruchtbarsten deutschen Stecher des Rokoko ausweisen. Er schuf Portraitstiche, Vignetten, Entwürfe für Objekte des Kunstgewerbes, zahlreiche Stichfolgen, u. a. nach Gemälden Johann Evangelist Holzers und nach Stichen von François Boucher. In seinen Kupferstichen sind häufig Genreszenen in ornamentale Rahmenformen eingefügt. Solche Musterblätter mit vielfältig variierten Rocailleformen waren in ganz Europa verbreitet. Sie dienten auch als Vorlagen für Bilddekor und Formengebung in vielen europ. Porzellan- und Fayencemanufakturen.

  • Literatur

    P. v. Stetten, Kunst-, Gewerb- u. Handwerksgesch. d. Reichsstadt Augsburg, 2 Bde., 1779/88;
    M. Schuster, J. E. N., 1936 (W-Verz., L);
    Kat. d. Ornamentstichslg. d. Staatl. Kunstbibl. Berlin, 1939;
    E. Bäuml, Gesch. d. alten reichsstädt. Kunstak. v. Augsburg, Diss. München 1950;
    M. Lanckoronska,|Die Augsburger Druckgraphik d. 17. u. 18. Jh., in: Augusta 955-1955, 1955, S. 347-62;
    E. Kramer, Kupf. v. J. E. N. f. d. Fuldaer Fürstbf., in: Keramos 1967, H. 35, S. 21-48;
    E. Mundt, The rocaille in eighteenth-century Bavarian architecture, in: The Journal of aesthetics and art criticism 26, 1967/68, S. 501-13;
    P. Zubek, Stiche v. J. E. N. als Vorlagen f. figürl. Malereien auf schleswig-holstein. Fayencen, in: Nordelbingen 45, 1976, S. 109-26;
    L. L. Dewiel, Aus d. Leben e. Augsburger Kupferstechers u. Verlegers, in: Bayern im Rokoko, 1989, S. 69-76;
    W. Augustyn, Augsburger Buchill. im 18. Jh., in: H. Gier u. J. Janota (Hg.), Augsburg als Druckerstadt, 1996, S. 771-841 (L);
    ThB. – Eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Wolfgang Augustyn
  • Empfohlene Zitierweise

    Augustyn, Wolfgang, "Nilson, Johann Esaias" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 278 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11858815X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Nilson: Johann Elias N., Maler, Zeichner und Radirer, geb. 1721 zu Augsburg, 1788 daselbst, war Sohn und Schüler des geschickten Miniaturmalers Andreas N. Auch er verlegte sich auf das Miniaturmalen, gab jedoch später dem Zeichnen und Kupferstechen den Vorzug. Im J. 1769 wurde er Director der Zeichnungsakademie zu Augsburg, auch die Titel eines kaiserlichen und kurpfälzischen Hofkupferstechers wurden ihm verliehen. Zugleich führte er seinen|eigenen Kunstverlag. N. hatte sich an den französischen Rococokünstlern gebildet und ist ein Hauptvertreter dieser schnörkelreichen Kunst, jedoch kam er zuletzt, noch dem Zeitgeschmack huldigend, in die bekannte classicistische nüchterne Manier, die der moderne Kunstgelehrte, nicht das Volk, unpassend den Zopf nennt. Letzteres kann man besonders an einem Theil seiner zahlreichen Porträtstiche beobachten. N. stach nach Grass, Pesne, Gignoux und Andern, besonders nach den flüchtigen, aber geistreichen Malereien, welcher Holzer zu Augsburg al fresco ausgeführt hatte. Uebrigens war auch N. ein selbständiger Erfinder; die zahlreichen allegorischen Blätter, Grotesken, die zwölf Monate, Kartuschen etc. sind oft höchst reizend radirt und bieten einen interessanten Einblick in das Treiben des Rococozeitalters.

  • Autor/in

    Wilh. Schmidt.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Wilhelm, "Nilson, Johann Esaias" in: Allgemeine Deutsche Biographie 23 (1886), S. 700-701 unter Nilson, Johann Elias [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11858815X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA