Lebensdaten
1861 bis 1942
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118578863 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Matsch, Franz (bis 1912)
  • Matsch, Franz von
  • Matsch, Franz (bis 1912)
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Zitierweise

Matsch, Franz von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118578863.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V N. N. ( 1864), Beamter in W.;
    M N. N.;
    Wien 1895 Therese (1868–1939), T d. Sektfabr. Josef Kattus;
    2 S, 2 T, u. a. Franz (1899–1973), Diplomat, österr. UNO-Botschafter, Hans (1900–64), Maler.

  • Leben

    Seit 1876 studierte M. gemeinsam mit Gustav Klimt Malerei an der Kunstgewerbeschule in Wien bei Ferdinand Laufberger, der die beiden zu seinen eigenen Aufträgen (Sgraffiti im Hof des Kunsthist. Museums Wien, 1879) heranzog. Noch als Studenten bildeten M., Klimt und dessen Bruder Ernst seit 1879 eine „Kompanie“ genannte Ateliergemeinschaft „in einer romantisch-kommerziellen Verquickung von mittelalterlichen Werkstattideal und gründerzeitlichem Leistungsgedanken“ (H. Giese), deren organisatorische Führung bei M. lag. Die „Kompanie“ erhielt öffentliche Ausstattungsaufträge für Theater in Brünn und Fiume (1884/85), Karlsbad (1885/86), und in Wien für das Burgtheater. Sie schuf die Zwickelbilder im Treppenhaus des Kunsthistorischen Museums in Wien (1890/91) und erhielt Aufträge in privaten Schlössern und Palais. Die Ateliergemeinschaft endete 1892. 1893-1901 hatte M. eine Professur an der Kunstgewerbeschule inne, seit 1892 war er Hofkünstler.

    M.s künstlerische Entwicklung begann in der Nachfolge Makarts, seine erste größere Arbeit war der Bühnenvorhang für das Theater in Reichenberg (1882/83). Von der an Renaissance und Barock orientierten Allegorik in dem Vorlagenwerk „Allegorien und Embleme“ (1881/82) und der Ausstattung von Schloß Pelés in Sinaia/Rumänien (1883/85) führt sie allmählich zu einer symbolistischen Haltung in der Ausmalung des Speisesaals im Palais Dumba in Wien (1897/98) und in den Arbeiten für die Universitätsaula (1893–1907), die, von Klimt angeregt, an Erfindungskraft und persönlicher Formulierung allerdings hinter dessen Können zurückbleiben. Über diesem Projekt, das nie vollendet wurde, kulminierten 1905 die Differenzen mit Klimt. M. erklärte eine Zusammenfügung seiner und Klimts Gemälde für unmöglich, worin sich die Auseinandersetzung von progressiver und konservativer Kunst in Wien offenbarte. Doch schon mit seiner Weigerung, der von Klimt angeführten Wiener Secession beizutreten, war die Distanz zu diesem offenkundig geworden. Stilistisch verharrt M. in einer experimentierenden Unentschiedenheit, die einen unpersönlichen, nahezu photographischen Realismus zuläßt, wie in den Gemälden „Das Innere des Alten Burgtheaters“ (1887/88), „Huldigung der deutschen Bundesfürsten vor Kaiser Franz Joseph am 7. Mai 1908“ (1908/10), „Franz Joseph in seinem Arbeitszimmer“ (1916, alle Hist. Mus. d. Stadt Wien). Dagegen entstehen auch intimere pleinairistische und impressionistische Bilder. Als Vertreter eines im Äußerlichen und Dekorativen befangenen Repräsentationsstils steht M. beispielhaft für die offizielle Kunst der Epoche. In den Bildnissen seiner Kinder spielen dagegen dekorativer Aufbau, Porträtrealismus und persönliche Anteilnahme glücklich zusammen.

  • Werke

    Weitere W Schlafzimmer-Ausmalung, Hermesvilla in Lainzer Tiergarten, Wien, 1885;
    Bildnis Charlotte Wolter, 1890 (Burgtheater Wien);
    Der triumphierende Achilles, 1892/93, Madonna Stella del Mar 1894/96, Achilleion Korfu (f. Kaiserin Elisabeth);
    Der Brunnen d. Lebens, Wintergarten d. Palais Dumba Wien, 1899 (auf d. Weltausstellung Paris 1900 prämiert);
    Huldigungsadresse d. Stadt Wien f. Kaiser Franz Joseph, 1907/08;
    Bildnis Franz Keim, 1911 (Hist. Mus. Wien);
    Denkmal Peter Gf. Morzin, 1912, bei Mariazell: Kunstuhr f. d. Gebäude d. Versicherungsanstalt „Anker“, Am Hohen Markt, Wien, 1912-27. – Zahlr. Porträts, Landschaften, Stilleben.

  • Literatur

    Die maler. Ausschmückung d. neuen Stadttheaters in Carlsbad, 1887;
    J. Bayer, Die Deckengemälde in d. gr. Stiegenhäusern d. Hofburgtheaters in Wien, 1897;
    A. Strobl, Zu d. Fakultätsbildern v. Gustav Klimt, in: Albertinastud. 1964, H. 4, S. 138;
    F. Novotny u. J. Dobai, Gustav Klimt, 1965 (Neuaufl. 1975);
    H. Seifertová-Korecká, Ein Frühwerk v. Gustav Klimt, Der Theatervorhang in Reichenberg, in: Alte u. moderne Kunst 12, 1967, H. 94, S. 23;
    C. M. Nebehay, Klimt-Dokumentation, 1969 (Neuaufl. 1976);
    H. Giese, F. v. M., Leben und Werk, Diss. Wien 1976;
    ders., M. u. d. Brüder Klimt. Regg. z. Frühwerk Klimts, in: Klimt Studien, Mitt. d. Österr. Gal., Nr. 66/67, 1978/79;
    F. v. M., Ein Wiener Künstler d. Jh.wende, Ausst.kat. Wien, 1981 (P);
    ThB;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Hans Ries
  • Empfohlene Zitierweise

    Ries, Hans, "Matsch, Franz von" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 384 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118578863.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA