Lebensdaten
1897 bis 1982
Geburtsort
Wiesa (Böhmen)
Sterbeort
Freiburg (Breisgau)
Beruf/Funktion
Flieger
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 118574256 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Loose, Fritz

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Zitierweise

Loose, Fritz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118574256.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V N. N. ( 1921);
    M N. N. ( 1923);
    Margarete N. N.

  • Leben

    L., Sohn reichsdeutscher Eltern, meldete sich 1915 freiwillig zur deutschen Kriegsmarine und nahm auf dem Schlachtkreuzer „Lützow“ am 31.5.1916 an der Skagerrakschlacht teil, in der das Schiff versenkt wurde. 1917 ließ er sich zur II. Seefliegerabteilung versetzen, führte über der Nordsee Aufklärungsflüge durch und blieb nach Entlassung aus dem Militärdienst bei der Fliegerei, indem er als Angehöriger der Freiwilligen Nordsee-Fliegerabteilung bis Sept. 1920 Flüge zur Unterstützung von Minensuchverbänden unternahm. Ingenieurausbildung und Segelflugpraxis bildeten die Voraussetzung dafür, daß seine Bewerbung bei den Junkers-Flugzeugwerken in Dessau Erfolg hatte und sich sein Wunsch, Berufsflieger zu werden, 1923 erfüllte. In Dessau erhielt er neben der praktischen Werksarbeit theoretischen Unterricht in Navigation, Werkstoffkunde, Aerodynamik und Meteorologie. L. wurde ein hervorragender Versuchsflieger, der mit seinen Beurteilungen neuer Flugzeugmuster wertvollen Anteil an der Entwicklung von Junkers-Flugzeugen hatte. Er erhielt wiederholt Aufträge im Zusammenhang mit der Lieferung von Flugzeugen an ausländische Besteller. So richtete er 1924 die erste Luftverbindung Stockholm-Helsinki mit einem Seeflugzeug Junkers F 13 ein, flog 1925 in der Türkei sowie für das Rote Kreuz in Spanien und Nordafrika und 1929 in China. Die Jahre 1927/28 waren eine Zeit der Rekordflüge. Am 21.3.1927 konnten L. und sein Kopilot K. Schnäbele mit einem Landflugzeug W 33 zwei internationale Rekorde brechen, indem sie mit 500 kg Zuladung mehr als 22 Stunden in der Luft blieben und dabei 2 735 km zurücklegten. Am 30.3.1927 wurden zwei Weltrekorde von L. allein mit einem Wasserflugzeug W 33 mit 500 kg Belastung durch 14 Stunden Flugzeit und 1 700 km Flugstrecke überboten. Nach der Überquerung des Atlantiks von New York nach Paris am 20./21.5.1927 durch Ch. Lindbergh wetteiferten die luftfahrttreibenden Nationen, wem die wegen der Windverhältnisse schwierigere Überquerung von Ost nach West gelingen würde. Bei Junkers liefen Vorbereitungen mit zwei speziell ausgerüsteten W 33, „Bremen“ und „Europa“. Für die „Bremen“ waren vorgesehen als Flugzeugführer L., als Navigator mit Nachtflugerfahrung Hermann Köhl und als Fluggast der Organisator des geplanten Ozeanfluges und Besitzer des Flugzeugs Günther Frhr. v. Hünefeld. Die beiden Maschinen starteten in Dessau am Abend des 14.8.1927, das Unternehmen mußte aber abgebrochen werden: Die „Bremen“ kam wegen eines starken Sturms nicht schnell genug voran, kehrte an der irischen Ostküste um und landete nach 22 Stunden wieder in Dessau die „Europa“ machte in Bremen eine Bruchlandung. An der erfolgreichen Atlantik-Überquerung durch Köhl, den irischen Major Fitzmaurice und Hünefeld am 12./13.4.1928 nahm L. nicht teil, da er mit den Vorbereitungen für einen Flug über die Azoren nach Amerika beauftragt wurde. Ende 1934 ging er nach Neuguinea, um dort bis Februar 1938 mit einer F 13 Frachtflüge für eine Missionsgesellschaft durchzuführen. Er flog unter schwierigen Bedingungen annähernd 350 000 km ohne jeden Zwischenfall. Nach der Rückkehr übernahm L. den Einflugbetrieb von Junkers-Flugzeugen auf der Werft Leipzig-Mockau. Bei Kriegsende hatte er in nahezu drei Jahrzehnten 2,2 Millionen Kilometer geflogen. Bis 1952 lebte er dann auf einem Gut von Verwandten im Erzgebirge, ehe er aus der DDR in die Bundesrepublik kam. Hier war er seit 1955 Flugplatzleiter in Bonn-Hangelar, wurde vom Luftfahrt-Bundesamt bei Flugunfalluntersuchungen als Sachverständiger herangezogen und arbeitete ehrenamtlich im Prüfungsrat für Motorflug beim Regierungspräsidenten in Düsseldorf mit. Der „Alte Adler“ L., bereits 1930 zum Flugkapitän ernannt, hat die deutsche Fluggeschichte beinahe von Anfang an miterlebt und mitgestaltet.

  • Werke

    Zu Wasser, zu Land u. in d. Luft, o. J.

  • Literatur

    F. L. -
    seit 60 J. Flieger, in: Aerokurier 1/1977, S. 48 f.;
    W. Eisenlohr, in: Jb. 1982 d. Dt. Ges. f. Luft- u. Raumfahrt.

  • Autor/in

    Werner Schulz
  • Empfohlene Zitierweise

    Schulz, Werner, "Loose, Fritz" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 156 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118574256.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA