Lebensdaten
1887 bis 1970
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Kinderbuchautorin
Konfession
konfessionslos
Normdaten
GND: 118570404 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Wieghardt, Auguste (verheiratete)
  • MacMillan, Mary (Pseudonym)
  • Lazar, Auguste
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Zitierweise

Lazar, Auguste, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118570404.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V N. N., Dipl.-Ing., leitender Brückenbauer b. d. Österr. Bundesbahn;
    M N. N., aus Ungarn;
    1920 Karl Wieghardt (1874–1924), Prof. f. angew. Math. in D. (s. Pogg. VI).

  • Leben

    L., aus gutsituiertem, kultiviertem Elternhaus stammend, studierte in Wien Germanistik und wurde mit einer Dissertation über E. T. A. Hoffmann zum Dr. phil. promoviert. Danach war sie Lehrerin an der Schule der Philanthropin Eugenie Schwarzwald. Mit ihrem Mann zog sie nach Dresden, wo sie auch nach dessen frühem Tod blieb. Sie knüpfte Kontakte zu kommunistischen Kreisen und besuchte die Marxistische Arbeiterschule unter Hermann Duncker. Während des 3. Reichs arbeitete sie illegal im antifaschistischen Widerstand. 1939 emigrierte sie nach England, wo sie ihren Lebensunterhalt zunächst als Köchin auf dem Lande verdiente. Dank einer Halbtagsarbeit in London blieb ihr später Zeit für Studien im Britischen Museum (bes. über die Franz. Revolution). 1949 kehrte L. nach Dresden zurück. Nach kurzer Tätigkeit beim Rundfunk widmete sie sich ganz ihrer literarischen Arbeit. Ihr erstes Kinderbuch „Sally Bleistift in Amerika“ hatte L. bereits 1933/34 geschrieben. Es gelang ihr, das Manuskript 1934 in die Sowjetunion zu schmuggeln, wo es 1935 unter dem Pseudonym „Mary MacMillan“ erschien. Ehe L. anläßlich eines Besuchs in Dänemark davon erfuhr, war dieses Dokument gegen Rassen- und Klassenhaß bereits durch Abdruck in verschiedenen ausländischen Zeitungen bekannt geworden. Seitdem hat es viele Auflagen erlebt und gehört zu den klassischen Kinderbüchern: Sally Bleistift, eine alte jüd. Kleiderhändlerin, wird 1905 nach einem Pogrom aus Rußland nach Amerika verschlagen, wo sie ihre Enkelin sowie einen Indianerjungen und ein Negerbaby aufzieht. – L. nimmt die Kinder ernst, sie spricht eine Sprache, die den Kindern verständlich, aber nie kindisch ist, sie erzählt von Menschen, mit denen sich die Kinder identifizieren können, ihre Fabeln ihrer Geschichten haben nichts Klischeehaftes an sich, ihre Aussage ist stets von leidenschaftlicher Parteilichkeit.|

  • Auszeichnungen

    1965 Nat.preis d. DDR.

  • Werke

    Weitere W Kinderbücher: Jan auf d. Zille, 1950 (Ill. v. Martin Hänel);
    Bootsmann Sibylle, 1953 (Ill. v. Hans Baltzer);
    Der neue Däumling, 1954 (Ill. v. Hans Grundig);
    Jura in d. Leninhütte, 1960 (Ill. v. Sándor Ek);
    Die Schreckensherrschaft u. d. Glück d. Anette Martin, 1961 (Ill. v. Nik. Manuossis);
    Kampf um Kathi - Vier Mädchen, vier Schicksale, 1964;
    Die Brücke v. Weißensand, 1965 (Ill. v. Lea Grundig);
    Akelei u. d. Wurzelmännchen, 1970 (Ill. v. Heinr. Strub). -
    Arabesken, Aufzeichnungen aus bewegter Zeit, 1957;
    Schach d. König, Phantast. u. nüchterne Bilder aus d. Franz. Rev., 1964.

  • Literatur

    I. Ploog, in: Der Bibliothekar, 1962, S. 815 ff.;
    dies., in: Btrr. z. Kinder- u. Jugendlit. 3, 1963, S. 31-37 (P);
    dies., in: Börsenbl. f. d. Dt. Buchhandel Nr. 36 v. 5.9.1967 (P);
    L. Grundig, Gesichte u. Gesch., 1964, S. 155-58;
    Lex. sozialist. dt. Lit., 21964;
    Dt. Schriftstellerlex., 51964.

  • Autor/in

    Ilse Ploog
  • Empfohlene Zitierweise

    Ploog, Ilse, "Lazar, Auguste" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 7 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118570404.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA