Lebensdaten
1854 bis 1923
Geburtsort
Mainz
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Radierer
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 118545213 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Halm, Peter Ignaz von
  • Halm, Peter von
  • Halm, Peter Ignaz von
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Zitierweise

Halm, Peter von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118545213.html [12.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Jon. Nepomuk (1826–98), Bierbrauereibes., S d. Gastwirts Johannes in Glashütten/Taunus u. d. Elisabetha Schröder;
    M Margarete (1826–1906), T d. Mühlenbes. Martin Burkhard in Bamberg u. d. Anna Maria Behr;
    B Philipp Maria (s. 2);
    - Mainz 1893 Katharina (1873–1953), T d. Lederhändlers Heinr. Gerhard Müller in Alzey u. d. Anna Maria Urmetzer;
    3 S, u. a. Georg (* 1901), Prof. d. Volkswirtsch.

  • Leben

    Nach kurzem Architekturstudium am Polytechnikum in Darmstadt bezog H. 1875 die Münchener Akademie, wo L. von Löfftz und J. L. Raab seine Lehrer wurden. Frühzeitig entschied er sich für die Graphik und widmete sich zunächst, der Tradition der Schule Raabs entsprechend, ausschließlich der Reproduktionsgraphik. Im Sinne der künstlerischen Entwicklung der Zeit gewann er durch den Übergang vom Kupferstich zur Radierung eine bis dahin in Deutschland noch kaum erkannte Möglichkeit einer sinnvollen und adäquaten Übertragung farbiger Valeurs und malerischer Tonigkeit in das Schwarz-Weiß der Graphik. Mit vollendeter Beherrschung der Technik, tiefer historischer Bildung und feinem künstlerischen Einfühlungsvermögen wurde H. zu einem hervorragenden Interpreten von Meisterwerken der Malerei von den niederländischen und italienischen Primitiven bis zu Guardi und den deutschen Impressionisten. H.s große künstlerische Begabung konnte jedoch in den Zurückhaltung und Unterordnung fordernden reproduktiven Aufgaben nicht ihre volle Erfüllung finden. Schon um 1887 setzt die lange Reihe seiner Originalradierungen ein, die in reichem Wechsel und gleichmäßiger künstlerischer Vollendung Landschaften, Architekturen, Interieurs und Bildnisse umfaßt. Seine Motive findet er vornehmlich in der Umgebung von München und in den alten malerischen Städten Bayerns, besonders aber auf der Insel Reichenau und an den sie umgebenden Ufern des Bodensees. Sie werden ergänzt durch zahlreiche Städtebilder aus Belgien, Holland und Italien. 1894 entstand im Auftrag von Alfred Lichtwark eine Reihe von Hamburger Ansichten. Unter den Bildnissen sind jene aus dem engsten Familienkreise die künstlerisch bedeutendsten.

    Die Grundlage für H.s Radierungen bilden meist bis zur Vollendung durchgeführte Bleistiftzeichnungen, in denen sich größte Akribie der Form und einfühlende Erfassung des Atmosphärischen, im eigentlichen wie im übertragenen Sinne, glücklich verbinden; doch hat er häufig auch unmittelbar vor der Natur auf die Platte radiert. Charakteristisch für H.s Landschaftskunst ist eine besonnene Redlichkeit, die bei aller Hingabe an den Gegenstand die subjektive Empfindung zurückdämmt, um nur die immanente Poesie der Natur sprechen zu lassen. Aus dem gleichen Grunde hat er die malerische Formauflösung im Sinne des Impressionismus vermieden.

    Die weitreichende Wirksamkeit H.s als Lehrer (seit 1900 Professor an der Münchener Akademie) beruhte nicht nur auf der Gründlichkeit der technischen Unterweisung, sondern mehr noch auf einer weitherzigen Duldsamkeit, welche die verschiedenartigsten Begabungen zur Entfaltung kommen ließ. Sein bedeutendster Schüler war Karl Stauffer-Bern, in dessen Fragment gebliebenem „Traktat der Radierung“ auch die Lehren und Anregungen des Freundes ihren Niederschlag gefunden haben.

  • Werke

    W Verz. b. A. Roeper, P. H. u. s. graph. Werk, in: Börsenbl. f. d. Dt. Buchhandel 76, 1909, S. 7685 ff. (209 Nrr., d. Gesamtzahl-ohne d. Arbb. f. Buchschmuck - dürfte etwa 500 Arbb. betragen);
    - größere Slg. in München, Graph. Slg., in Dresden u. Mainz.

  • Literatur

    H. Weizsäcker, in: Die Graph. Künste, 1899;
    ders., in: Zs. f. bildende Kunst 58, 1924, S. 195-207;
    F. Rieffel, ebd. NF 26, 1914, S. 78 ff.;
    G. J. Wolf, in: Die Kunst f. Alle 30, 1915, S. 121 ff. (P);
    ThB (L);
    DBJ V (Tl. 1923, L).

  • Portraits

    4 Radierungen v. K. Stauffer-Bern, Abb. in: M. Lehrs, Karl Stauffer-Bern, 1907, Nr. 1, 10, 27 u. 33;
    Radierung v. Willi Geiger, 1921 (München, Graph. Slg.);
    H. W. Singer, Allg. Bildniskat., 1931, 36 304-24.

  • Autor/in

    Peter Halm
  • Empfohlene Zitierweise

    Halm, Peter, "Halm, Peter von" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 567 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118545213.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA