Lebensdaten
vermutlich um 1465 bis 1517
Beruf/Funktion
Hofrichter in Tübingen ; württembergischer Staatsmann
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118515241 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Breuning, Konrad
  • Breuning, Konrad von
  • Breuning, Konrad

Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Breuning, Konrad von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118515241.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Eitel ( 1470), Richter in Tübingen;
    B Sebastian, Mitglied der Landschaftsrats;
    Tübingen um 1485 Katharina Meffering aus Tübinger Richterfamilie;
    Ur-E Hans Jakob s. (1).

  • Leben

    Als Vogt von Tübingen (1492) entfaltete B. eine beispielhafte Verwaltungstätigkeit; durch das Vertrauen des Grafen Eberhard im Bart wurde er auch Mitglied des Hofgerichts. Als Mitglied des Regimentsrats war er an der Absetzung Herzog Eberhards II. führend beteiligt. Nach der Übernahme der Regierung durch Herzog Ulrich wurde er als Mitglied des Großen Rates trotzdem dessen Vertrauter. In den Schwierigkeiten des Aufstands des Armen Konrad im Remstal (1514) vermittelte er zwischen Herzog und Landschaft, beim Strafgericht gegen die Remstäler wirkte er in dem von der Landschaft gestellten Landgericht mit; der Aufruhr galt auch als gegen den soeben zwischen Herzog und Landschaft abgeschlossenen Tübinger Vertrag gerichtet. Nach der Ermordung des Ritters Hans v. Hutten (4.5.1515) und der Flucht der Herzogin Sabina, die zur Abwehr von Ulrichs Schreckensregiment die Wiedererrichtung einer neuerlichen ständischen Regentschaft mit Zustimmung des kaiserlichen Hofs als notwendig erwiesen, entfernte Herzog Ulrich, der Sorge vor ähnlichen berechtigten Absetzungs- und Beschränkungsversuchen trug, wie sie B. gegen Eberhard II. durchgeführt hatte, B. vom Vogtamt und aus der Landschaft, ließ ihn gefangensetzen, grausam martern, auf ein erpreßtes (nach der Folterung sofort widerrufenes) Geständnis des Hochvorrats wegen Majestätsverbrechen verurteilen und hinrichten. - B. ist die menschlich und politisch bedeutendste Gestalt unter der altwürttembergischen Ehrbarkeit, der aus der reichen bürgerlichen Oberschicht des Landes stammenden Beamten und Politiker, die in der Landschaft ausschließlich - ohne Adel und Prälaten - regierten.

  • Literatur

    ADB III;
    L. F. Heyd, Ulrich, Hzg. v. Württ., Bd. 1, 1841;
    M. Eimer, K. B., in: Lb. Schwaben IV, S. 1-13 (L);
    Heyd II, IV.

  • Autor/in

    Max Miller
  • Empfohlene Zitierweise

    Miller, Max, "Breuning, Konrad von" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 608 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118515241.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Breuning: Dr. Konrad B., geb. zwischen 1430—1440, 27. Sept. 1517 zu Stuttgart. Einem Tübinger patricischen Geschlechte angehörig, diente B. noch unter Herzog Eberhart im Bart von Würtemberg ( 1496) als Beisitzer des Hofgerichtes, Rath in der Kanzlei und in allerlei vertraulichen, namentlich auch diplomatischen Verwendungen. Unter Herzog Eberhard II. gehörte er zu den Regimentsräthen, und soll, nach einer eigenen Aeußerung gegen Herzog Ulrich,|mit dem Kanzler Lamparter einen Hauptantheil bei der Absetzung dieses Fürsten gehabt haben. Den jungen Herzog Ulrich begleitete er als Geheimschreiber in den bairischen Erbfolgekrieg von 1504. Als Vogt von Tübingen leistete er ihm bei der Verhandlung des Tübinger Vertrages im Jahre 1514 und im gleichen Jahre bei der blutigen Dämpfung des Armen-Konrad-Aufstandes sehr große, von Ulrich vielfach aufs wärmste gerühmte und auch von seiner Vaterstadt höchst ehrenvoll anerkannte Dienste. In den durch Hutten's Ermordung entstandenen Wirren suchte B., nach Talent und Charakter einer der tüchtigsten Staatsmänner seiner Zeit, das Wohl des Herzogs und des Landes zugleich zu wahren, fiel aber hiedurch im Jahre 1515 bei dem argwöhnischen Ulrich in Ungnade und erhielt auf Verlangen seine Entlassung. Vom Landtage vergeblich in Schutz genommen, wurde er im November 1516 mit einigen andern Vögten, worunter sein Bruder Sebastian, gleichfalls ein hochangesehenes Mitglied der würtembergischen „Ehrbarkeit“, gefänglich eingezogen und nach Hohen-Urach, später nach Hohen-Neuffen verbracht. Unter Mitwirkung des tückischen Kanzlers Ambrosius Volland wurde er angeklagt, auf Absetzung des Herzogs hingewirkt zu haben. Ein willkürlich zusammengesetztes Landgericht verurtheilte ihn nach unmenschlichen, auf Ulrichs eigene Befehle hin öfter erneuten und verschärften Folterqualen als Hochverräther zum Tode. Die ihm abgepreßten Geständnisse widerrief er immer wieder und namentlich noch einmal vor seiner Enthauptung.

    • Literatur

      Heyd, Ulrich H. z. W. Bd. 1. Ulmann, Fünf Jahre würtemb. Geschichte unter H. Ulrich. Stälin, Wirtemb. Geschichte Th. 4.

  • Autor/in

    A. Wintterlin.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wintterlin, "Breuning, Konrad von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 321-322 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118515241.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA