• Leben

    A. stammt wahrscheinlich aus Steiermark und dichtete, da er in der (vor 1139 begonnenen) Kaiserchronik zitiert wird, etwa 1130. Sein Gedicht „Von der Siebenzahl“ geht von den sieben Gaben des heiligen Geistes aus und setzt sie in mittelalterlicher Freude an Zahlensymbolik mit unzähligen anderen Siebenzahlen in Beziehung (7 Bitten des Vaterunser, 7 Siegel der Apokalypse, 7 Himmel, 7 Sterne, 7 Mondphasen usw.), ohne sichtliches Ordnungsprinzip. Im Zusammenhang mit den 7 Artes liberales wagen sich unter dem Einfluß von Wilhelm von Conches' Philosophia mundi naturwissenschaftliche Interessen hervor, obschon daneben noch cluniacensische Mahnungen an Tod und Vergänglichkeit stehen. Das Gedicht wuchs aus liturgischem Lobpreis auf den heiligen Geist hervor und mündet wieder in einen volltönenden Lobhymnus auf ihn ein. A. ist nicht identisch mit dem Verfasser der Julianenlegende.

  • Werke

    J. Diemer, Dt. Gedichte d. 11. u. 12. Jh.s, 1849, S. 331-57;
    H. Polzer van Kol, Priester A.s Gedicht v. d. Siebenzahl, 1913.

  • Literatur

    A. E. Schönbach, Priester A.s Juliana, in: SB d. Ak. d. Wiss. Wien, phil.-hist. Kl., 101, 1882, S. 459-87;
    Goedeke, I, 1884, S. 38;
    Nagl-Zeidler-Castle I, 1889, S. 166 f.;
    Ehrismann II/1, 1922, S. 70-74;
    R. Stroppel, Liturgie u. geistl. Dichtung, 1927, S. 118 ff.;
    U. Pretzel, Frühgesch. d. dt. Reimes I, 1941, S. 150-57;
    J. Schwietering, Die dt. Dichtung d. MA, 1941, S. 123;
    H. de Boor, Die dt. Lit. v. Karl d. Gr. bis z. Beginn d. höf. Dichtung, 1949, S. 168 f;
    K. Ranke, Volkskundliches z. Priester A.s Gedicht v. d. Siebenzahl, in: ZDP 71, 1953, S. 343-65;
    H. Steinger, in: Vf.-Lex. d. MA I, 1933, Sp. 127-30.

  • Autor/in

    Hellmut Rosenfeld
  • Empfohlene Zitierweise

    Rosenfeld, Hellmut, "Arnold" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 378 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118504207.html#ndbcontent

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