Lebensdaten
1897 bis 1974
Geburtsort
Ketting (Alsen)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Physiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117759597 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lassen, Hans

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Zitierweise

Lassen, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117759597.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus schleswig-holstein. Landwirtsfam.;
    V Johannes (1864–1943), Landwirt, S d. Landwirts Jürgen;
    M Anna Cathrine (1868–1943), T d. Landwirts Jens Hansen u. d. Anna Magdalena Christiansen;
    Köln 1928 Annemarie (* 1901), T d. Maximilan Hollaender (1866–1922), Landgerichtsdir. in Köln, u. d. Anna Auguste Lehmann;
    2 S, u. a. Lars (* 1929), Prof. d. Physik in Heidelberg.

  • Leben

    Nach dem Abitur in Sonderburg 1914 war L. Soldat bis 1918. Dann studierte er 1919-24 in Kiel und Jena Physik, Mathematik und Chemie. 1924 wurde er bei W. O. Schumann in Jena mit einer experimentellen Arbeit promoviert. Anschließend arbeitete L. bei Sienens & Halske in Berlin. 1925 war er am Institut für theoretische Physik der Univ. Köln bei K. Försterling Assistent, 1927 wechselte er zu H. Rukop am Institut für technische Physik (1933 Privatdozent). 1935 aus politischen Gründen entlassen, kehrte L. zu Siemens & Halske nach Berlin zurück und war dort bis 1946 tätig. Im selben Jahr wurde er als ao. Professor für Physik an die Humboldt-Univ. Berlin berufen und 1948 zum Leiter des 1. Physikalischen Instituts ernannt. Die im Dez. 1948 gegründete Freie Universität Berlin berief ihn zum 1.4. 1949 als o. Professor und Direktor des neu zu schaffenden Physikalischen Instituts. L. gestaltete für seine Fächer den gesamten Lehr- und Forschungsplan, betrieb den Neuaufbau seines Instituts und brachte den akademischen Lehrbetrieb für Physik in Gang. Er hat hier über seine Emeritierung 1965 hinaus noch lange Zeit gewirkt. – L.s Verdienste beruhen auf seiner erfolgreichen Erforschung zahlreicher, vor allem elektrophysikalischer Phänomene und deren technischer Nutzbarmachung, z. B. auf dem Gebiet der drahtlosen Telegraphie. Seit seiner Kölner Zeit befaßte er sich mit der Ausbreitung elektromagnetischer Wellen, deren „Überreichweiten“ damals großes Aufsehen erregten. Weitere Untersuchungen betrafen die Frequenzabhängigkeit von Funkenspannungen in Luft, die Herstellung dünner Silberschichten und Silbermonokristalle und die Interferenz von Elektronen in solchem Material. L. berichtete in zahlreichen Publikationen über seine Arbeitsergebnisse und verfaßte das jahrzehntelang führende „Lehrbuch der drahtlosen Nachrichtentechnik“ (m. L. Bergmann, 21940, 31956).

  • Werke

    Weitere W u. a. Experimentelle Unterss. in Stromkreisen mit Quecksilberdampf-Gleichrichtern (Diss. Jena 1924), in: Archiv f. Elektrotechnik 13, 1924;
    Ionisation d. Atmosphäre u. ihr Einfluß auf d. Ausbreitung d. kurzen elektr. Wellen d. drahtlosen Telegraphie, in: Jb. d. drahtlosen Telegraphie 28, 1926;
    Frequenzabhängigkeit d. Funkenspannung in Luft, in: Physikal. Zs. 31, 1930, u. Archiv f. Elektrotechnik 25, 1931;
    Kurzwellenausbreitung im Erdmagnetfeld, in: Ann. d. Physik 18, 1933, S. 26 f.;
    Neue Interferenzerscheinungen beim Durchgang schneller Elektronen durch Kristalle, ebd. 24, 1935, S. 115 f.;
    Theorie d. Doppelbrechung elektromagnet. Wellen i. e. ionisierten Gas u. d. Einfluß e. konstanten Magnetfeldes (Ionosphäre), ebd. 1, 1947, S. 415 f.;
    Theorie d. Wellenausbreitung, in: Fortschritte d. Hochfrequenztechnik 1, 1941, S. 1 f.;
    Ausbreitung v. Kurzwellen-Echosignalen, in: Funk u. Ton 2, 1948, S. 420 f.;
    Auswertung v. Ionosphärenbeobachtungen, in: Zs. f. angew. Physik 6, 1954, S. 136 f.

  • Literatur

    H. Corsten, Das Schrifttum d. z. Z. an d. Univ. Köln wirkenden Dozenten, 1938, S. 463 f. (W-Verz.);
    A. Scheibe, in: Physikal. Bll. 13, 1957, S. 84 f.;
    G. Simonsohn, ebd. 31, 1975, S. 173 f. (P);
    Pogg. VI, VII a.

  • Autor/in

    Karl Keil
  • Empfohlene Zitierweise

    Keil, Karl, "Lassen, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 674 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117759597.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA