Lebensdaten
1885 bis 1966
Geburtsort
Langendreer bei Bochum
Sterbeort
Essen
Beruf/Funktion
Markscheider ; Bergwerksdirektor
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117739588 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Oberste-Brink, Karl
  • Brink, Karl Oberste-
  • Oberste Brink, Karl
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Zitierweise

Oberste-Brink, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117739588.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst (1854–1918), Steiger in Witten, S d. Heinrich Ernst (1828–74), Fuhrunternehmer in Sprockhövel, u. d. Caroline Schröder (1828-n. 1874);
    M Lina (1858–1925) aus Sprockhövel, T d. Friedrich Wilhelm Berkermann (1818–90) u. d. Sophie Louise Born (1822–80);
    7 Geschw (3 früh †);
    Witten 1917 Hedwig (1892–1970), T d. Ewald Overhoff (1859–1920), Markscheider in Witten, u. d. Hedwig Baltes (1865–1944);
    1 S Hans (1918–85), Kaufm. in E.

  • Leben

    Nach der Reifeprüfung 1905 schlug O. die markscheiderische Laufbahn ein und absolvierte die vorgeschriebene zweijährige praktische Ausbildung auf Wittener Zechen. 1907-11 schloß sich das Studium der Markscheidekunde und Geologie an der Bergakademie Berlin an, das er beim Oberbergamt Dortmund mit der Markscheiderprüfung beendete. Er erhielt die Bestallung als konzessionierter Markscheider und trat bei der Zeche Zollern-Germania in den Dienst der Gelsenkirchener Bergwerks-AG (GBAG). 1914 an der Univ. Münster bei Theodor Wegner mit einer paläobotanischen Arbeit zum Dr. phil. promoviert, wurde O. 1916 zum Leiter der Bergschädenabteilung der GBAG ernannt. Nachdem ihm 1925 Prokura erteilt worden war, wurde sein Arbeitsgebiet 1926 entscheidend erweitert; er fungierte nun als Direktor der Abteilung für Markscheidewesen, Bergschäden, Geologie und Wasserwirtschaft bei der Hauptverwaltung der im selben Jahr gegründeten „Vereinigte Stahlwerke AG“ 1940 zum Bergwerksdirektor ernannt, trat O. nach 52jähriger Tätigkeit 1963 in den Ruhestand.

    Bei der GBAG, dem damals größten europ. Bergbauunternehmen, hatte O. ein immenses bergbaulich-markscheiderisches und geologisches Arbeitsgebiet zu betreuen, das ihn zu einem der gefragtesten Sachverständigen des Ruhrreviers werden ließ. Große Verdienste erwarb er sich durch seine Bemühungen um eine einheitliche Gliederung und Flözbenennung im Ruhrgebiet. Seine Schachtbeschreibungen der Steinkohlenbergwerke der „Vereinigte Stahlwerke AG“ (27 Bände) gelten auch heute noch als verläßliche Quelle zur Geschichte des Ruhrbergbaus. Parallel zu seiner praktischen Tätigkeit verfolgte O. unbeirrt auch seine wissenschaftliche Karriere: 1925 legte er an der Preuß. Geolog. Landesanstalt in Berlin die Diplom-Geologenprüfung ab und habilitierte sich 1929 an der Bergakademie Clausthal im Fach angewandte Geologie. An der TH Aachen war O. 1929-31 als Privatdozent für Bergschadenskunde und angewandte Geologie tätig, bevor er zum apl. Professor für Markscheidekunde ernannt wurde.

    O.s besondere Befähigung, die mit den Bergschäden und der Wasserwirtschaft verknüpften Probleme der Bergbaupraxis aufgrund seiner Kenntnisse der Geologie und Tektonik grundlegend wissenschaftlich zu klären, machten ihn auf diesen Gebieten zu einer international anerkannten Autorität. Etwa 80 wissenschaftliche Arbeiten stammen aus seiner Feder. O. war 25 Jahre Vorstandsmitglied der Emschergenossenschaft, davon 11 Jahre als Vorsitzender, und gehörte auch anderen wichtigen Gremien des deutschen Steinkohlenbergbaus an.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Leopoldina (1941); Dr. rer. nat. h. c. (Bergak. Clausthal, 1950); Ehrenmitgl. d. Dt. Geolog. Ges. (1955) u. d. Dt. Markscheider-Vereins (1955); Gr. BVK(1954).

  • Werke

    u. a. Btrr. z. Kenntnis d. Farne u. farnähnl. Gewächse d. Culms von Europa, in: Jb. d. Preuß. Geolog. Landesanstalt, 35, 1914, S. 63-153;
    Die Durchführung e. einheitl. Gliederung u. Flözbenennung f. d. Produktive Karbon d. rhein.-westfäl. Industriebez., in: Zs. d. Dt. Geol. Ges., 1928 (mit R. Bärtling);
    Die Steinkohlenbergwerke d. Vereinigte Stahlwerke AG, 27 Bde., 1929/39 (mit W. Haack);
    Stratigraphie u. Tektonik d. niederrhein.-westfäl. Steinkohlengebietes, in. Der Dt. Steinkohlenbergbau, 1942. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Bergbau-Archiv im Dt. Bergbau-Mus. (Bochum), dort auch vollst. W-Verz. u. P.

  • Literatur

    P. Kukuk, in: Glückauf 102,1966, S. 669 f.;
    Pogg. VII a;
    Klimesch (P).

  • Autor/in

    Evelyn Kroker
  • Empfohlene Zitierweise

    Kroker, Evelyn, "Oberste-Brink, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 399 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117739588.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA