Lebensdaten
1790 bis 1867
Geburtsort
Seebach bei Mühlhausen (Thüringen)
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Forstmann
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11773313X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Berlepsch, Gottlob Franz August Adolf Freiherr von
  • Berlepsch, August Freiherr von
  • Berlepsch, Gottlob Franz August Adolf Freiherr von

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Zitierweise

Berlepsch, August Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11773313X.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V August Gottlieb (1763–1831), S des Gottlob Erdm., sächsischer Bezirksdirektor, und der Anna Soph. von Röder;
    M Eleonore Charlotte Juliane (1768–1810), geschieden 1806, T des Ernst Wilhelm von Winzingerode und der Dorothea Elisabeth Bötticher;
    N August s. (1);
    1821 Adolfine Aug. (1803–78), T des Grafen Friedrich von der Schulenburg auf Lieberose und der Auguste Gräfin aus dem Winkel, sonst Krosigk; 13 K, u. a. Hans s. (4), Adolf (* 1829, gefallen 1.9.1870 bei Sedan), Schriftsteller und Gründer der Dienstag-Gesellschaft

  • Leben

    Nach dem Studium an Cottas Forstlehranstalt in Zillbach und Tharandt war B. zunächst an der sächsischen Forstvermessungsanstalt tätig und übernahm 1814 die Oberförsterei Tornau (Amt Düben). 1815 trat er in preußische Dienste als Inspektionsbeamter in Hoyerswerda (Lausitz). 1818 kehrte er in den sächsischen Forstdienst zurück und erhielt die Stelle des Vizedirektors der sächsischen Forstvermessungs- und Taxations-Anstalt zu Tharandt. 1821 wurde er als Geheimer Finanzrat in das Finanzministerium berufen, wo er bis 1860 die Leitung der sächsischen Forstverwaltung innehatte, ab 1854 als Oberlandforstmeister. - B. hat in 40jähriger einflußreicher Stellung als Leiter der sächsischen Forstverwaltung große Verdienste erworben. Die zeitgemäße Weiterentwicklung des Cottaschen Forsteinrichtungswerkes, die Beseitigung der Waldservituten, die Förderung des Kulturbetriebes (Anbau der Eiche) und Maßnahmen zur Steigerung der Forsterträge sind ihm zuzuschreiben. Seine besondere Fürsorge galt auch dem forstwissenschaftlichen Unterricht und dem forstlichen Versuchswesen.

  • Werke

    Allg. Bestimmungen üb. d. Grundsätze u. d. Verfahren b. d. Forsttaxationswesen in d. Kgl. Sächs. Staatswaldungen (mit H. u. W. v. Cotta, als Ms. gedr.);
    Jber. üb. d. Forstverwaltung im Kgr. Sachsen i. J. 1854 (Auszug), in: Tharandter|Forstl. Jb., Bd. 12, = NF 5, 1857, S. 1;
    Notizen z. älteren Forstgesch. Sachsens bis z. Landesteilung, ebenda, S. 18.

  • Literatur

    ADB II;
    Greiffenhahn, in: Tharandter Forstl. Jb., Bd. 18, 1868, S. 257-83 (W, P);
    R. Hess, Lb. hervorragender Forstmänner, 1885.

  • Portraits

    Stich v. H. M. Grosse nach S. Weyand, Lithogr. v. C. Weinhold (beide Kupf.kab. Dresden).

  • Autor/in

    Kurt Mantel
  • Empfohlene Zitierweise

    Mantel, Kurt, "Berlepsch, August Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 95 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11773313X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Berlepsch: Gottlob Franz August Adolf Freiherr v. B., königl. sächsischer Oberlandforstmeister, geb. zu Seebach bei Mühlhausen in Thüringen 27. Nov. 1790, zu Dresden 4. Oct. 1867. Den ersten ziemlich dürftigen Unterricht erhielt er theils im elterlichen, theils im großelterlichen Hause zu Seebach, Mühle und Mühlhausen. 1808 kam er in Heinrich Cotta's, damaligen weimarischen Forstmeisters, Forstlehranstalt zu Zillbach in der Rhön. Als Cotta, zur Vermessung der königlich sächsischen Wälder berufen, mit seiner Lehranstalt 1811 nach Tharand übersiedelte, folgte ihm B. dorthin und ward bald auch bei Cotta's praktischen Vermessungsarbeiten sein thätigster Gehülfe. Nach der Schlacht bei Leipzig unter die sächsischen Freiwilligen getreten, machte er den Feldzug von 1814 mit. Dann kehrte er zu seinen Wäldern zurück. 1818 ward er als Vicedirector der sächsischen Forstvermessungsanstalt seinem Lehrer Cotta, dessen Lehranstalt inzwischen 1816 zur königlichen Forstakademie erhoben war, an die Seite gestellt; 1819 zum Forstmeister, 1821 aber an Stelle des abgegangenen geheimen Finanzraths Polenz zum geheimen Finanzrath und Mitglied des Finanzcollegiums ernannt mit dem Referat für Forst- und Floßsachen. — Eine 1839 an ihn ergangene Berufung zum koburgischen|Kammerpräsidenten lehnte er ab. 1854 erhielt er den Titel des Oberlandforstmeisters. Am 1. Aug. 1860 in den Ruhestand getreten, lebte er seitdem theils in Dresden, theils auf seinen Besitzungen in Hessen und Thüringen, wo er die Bewirthschaftung seines väterlichen Gutes Seebach schon 1839 übernommen hatte, nachdem sein nächstälterer Bruder Louis 1837 gestorben war (der älteste Bruder Gottlob war kurhessischer Erbkämmerer). Berlepsch's große forstmännische Verdienste gehen Hand in Hand mit denen seines großen Lehrers HeinrichCotta, dessen Ideen ihre praktische Durchführung in dem Forstwesen Sachsens großentheils durch ihn erhalten haben, so daß sich der Bestand und die Ertragsfähigkeit der sächsischen Waldungen unter seiner Verwaltung in staunenswerther Weise steigerte. (Vgl. darüber Heyer's Allg. Forst- und Jagdzeitung 1861, S. 110 ff.) Zugleich aber haben die von ihm geleiteten Arbeiten und die Organisation seiner Verwaltung auch auf die forstwissenschaftliche Theorie eine wichtige Rückwirkung ausgeübt. Hatte er anfangs vor allem dafür zu streben, den Wald von den seine Bewirthschaftung völlig lähmenden Servituten an Hutungen und Holzabgaben zu befreien, so gelangte zugleich die Einsicht, daß eine rationelle Ausnutzung des Waldes nur vermöge einer genauen und stets mit dem sich ändernden Bestand in Einklang gehaltenen Vermessung und Abschätzung durchzuführen sei, durch ihn erst zur vollen praktischen Geltung. Es ist wesentlich sein Verdienst, daß 1831 nach Beendigung der ersten Vermessungsarbeiten die Forstvermessungsanstalt zu einer bleibenden Staatsstelle erhoben ward und er entwarf mit Heinrich und WilhelmCotta für sie die „Allgemeinen Bestimmungen über die Grundsätze und das Verfahren bei dem Forst-Taxationswesen in den königlich sächsischen Staatswaldungen“ (als Manuscript gedruckt). — Nicht minder erfolgreich wirkte die unmittelbare Verbindung, welche er zwischen der obersten Stelle und dem praktischen Dienste herstellte, indem er dem Referenten im Forstfach, d. h. fürerst sich selbst, die Aufgabe zuweisen ließ, alle fünf Jahre Revisionen in den sämmtlichen Forstämtern zu halten. Zunächst wirkte allerdings gerade seine eigene ebenso treffliche und liebenswerthe wie anregende Persönlichkeit dazu mit, diese Einrichtung so besonders ersprießlich zu machen. — Endlich ist auch sein Verdienst um die Förderung der forstwissenschaftlichen Versuchsarbeiten in Tharand zu erwähnen, bei deren nachdrücklicher Empfehlung im Ministerium (Vortrag v. 30. Dec. 1857) er darauf hinwies, wie weit in dieser Richtung die Landwirthschaft dem Forstwesen voraus sei. — Seine wissenschaftlichen Arbeiten beschränken sich auf Vorträge, im Ministerium oder in Versammlungen gehalten, und auf Mittheilungen in Zeitschriften. Die wichtigsten derselben sind angeführt in der biographischen Skizze über ihn von Greiffenhahn im 18. Band des Tharander forstlichen Jahrbuchs (1868) S. 257 ff. Daselbst auch sein Bild.

  • Autor/in

    Löbe.
  • Empfohlene Zitierweise

    Löbe, William, "Berlepsch, August Freiherr von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 401-402 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11773313X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA