Lebensdaten
1881 bis 1947
Geburtsort
Obrighoven bei Wesel/Niederrhein
Sterbeort
Aachen
Beruf/Funktion
Ingenieur
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 117732699 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rogowski, Walter

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Zitierweise

Rogowski, Walter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117732699.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V N. N.;
    M N. N.;
    1915 Ellen Scheu (1885–1959. luth.), aus Loebarten (Kr. Memel); Verwandter (?) Fritz (* 1909), aus Berlin, Dr. phil., Chemiker, 1943 Doz. an d. TH Berlin-Charlottenburg, seit 1952 PD an d. TH Braunschweig, 1956 Laborleiter an d. Physikal.-Techn. Bundesanstalt ebd., Reg.rat (s. Pogg. VII a).

  • Leben

    R. studierte 1901-04 Elektrotechnik an der TH Aachen. Auf Vorschlag von Arnold Sommerfeld folgte er dem als Rektor berufenen Mathematiker Hans v. Mangoldt (1854–1925) an die neu gegründete TH Danzig, beendete dort 1904 sein Studium mit dem Diplomexamen und wurde Mangoldts Assistent. 1907 wurde er dort mit einer Arbeit über die Streueigenschaften von Transformatoren promoviert. 1909 ging R. an die Physikalisch-Technische Reichsanstalt (PTR) nach Berlin, wo er 1912 ständiger Mitarbeiter und Leiter des Maschinenlabors wurde und im selben Jahr das „Archiv für Elektrotechnik“ gründete, dessen Schriftleiter er bis 1935 blieb. In diesem Zeitraum wurde das „Archiv“ zu einer führenden Zeitschrift auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Elektrotechnik. Im ersten Band des „Archiv“ publizierte R. zusammen mit Wilhelm Steinhaus (1884–1970) eine Meßanordnung für magnetische Spannungen, die später „Rogowski-Spule“ genannt wurde und welche noch immer neue Anwendungen findet.

    Im 1. Weltkrieg diente R. in einem Telegraphenbataillon, war nach Kriegsende noch kurz bei der PTR, folgte 1919 einem Ruf als ao. Professor für Technische Physik an die Univ. Jena und übernahm 1920 den Lehrstuhl für Theoretische Elektrotechnik an der TH Aachen. Der von ihm in Angriff genommene Institutsneubau wurde 1929 fertiggestellt. Die Forschungsarbeiten R.s betrafen u. a. Wanderwellenvorgänge in Spulen und auf Leitungen sowie Fragen der Durchschlagsfestigkeit in Isolatoren, aber auch nachrichtentechnische Probleme wie die Mischung in Zwischenkreisröhrensendern. Die meßtechnische Analyse von Wanderwellen führte 1928 schließlich zur Entwicklung des Glühkathodenstrahl-Oszillographen, mit dem sich extrem schnelle zeitliche Vorgänge darstellen ließen. Ausgangspunkt war eine neue Bauart eines Kathodenstrahl-Oszillographen, mit dem es R. zusammen mit Eugen Flegler (1897–1981) 1925 erstmals gelang, Wanderwellen zu oszillographieren. Der Oszillograph wurde rasch zu einem leistungsfähigen Standardmeßinstrument. Nach 1930 wandte sich R. der Theorie der Gasentladung und des elektrischen Durchschlags zu und verallgemeinerte die Durchschlagstheorie von John S. Townsend (1868–1957). R.s Institut wurde zu einer international führenden Forschungsstätte der Elektrotechnik und technischen Physik.

    Im Sept. 1944 wurde R. auf Veranlassung des damaligen Rektors der TH Aachen, Hans Ehrenberg, unter dem Verdacht staatsfeindlicher Einstellung verhaftet. Nach Kriegsende wurde er trotz seiner Mitgliedschaft in der NSDAP (seit 1933) als einziges im Amt befindliches Mitglied der Fakultät Maschinenbau von der Militärregierung bestätigt und erhielt bald darauf das Amt des Dekans.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (Darmstadt 1932); Ehrenmitgl. d. Verbandes d. Dt. Elektrotechniker (1938); Rogowski-Inst. f. Elektrotechnik, RWTH Aachen (seit 1947).

  • Werke

    u. a. Die Messung d. magnet. Spannung, in: Archiv f. Elektrotechnik 1, 1912, S. 141-50 (mit W. Steinhaus);
    Der Durchschlag fester Isolatoren, ebd. 13, 1924, S. 153-74;
    Die Wanderwelle n. Aufnahmen mit d. Kathodenstrahloszillographen, ebd. 14, 1925, S. 529 f. (mit E. Flegler);
    Molekulare u. techn. Durchschlagsfeldstärke fester elektr. Isolatoren, ebd. 18, 1927, S. 123-66;
    Zwischenkreisröhrensender b. beliebiger Mischung primärer u. sekundärer Gitterkopplung, in: Zs. f. Techn. Physik 3, 1922, S. 136-41;
    Zur Theorie d. Glimmentladung, in: Zs. f. Physik 82, 1933, S. 473-88;
    Durchschlag, Glimmentladung u. lichtelektr. Rückwirkung, ebd. 114, 1939, S. 1-52;
    Hg.: Arbb. aus d. Elektrotechn. Inst. d. TH Aachen, 6 Bde., 1925-33.

  • Literatur

    H. Boekels, in: Elektrotechn. Zs. 62, 194, S. 475 ff. (P);
    W. Ameling, in: Wiss. zw. techn. u. ges. Herausforderung, Die RWTH 1870–95, 1995, S. 312-22 (P);
    Sonderh. d. Archiv f. Elektrotechnik 40, 1950, S. 1-74 (P);
    Lex. Elektrotechniker;
    Lex. Naturwiss.;
    Pogg. VI, VII a.

  • Autor/in

    Wolfgang Mathis
  • Empfohlene Zitierweise

    Mathis, Wolfgang, "Rogowski, Walter" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 758 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117732699.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA