Lebensdaten
1842 bis 1916
Geburtsort
Langenbielau bei Reichenbach (Schlesien)
Sterbeort
Baden-Baden
Beruf/Funktion
katholischer Schriftsteller ; Politiker ; Priester
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11773196X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Franz, Adolf
  • Franz, Adolph

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Zitierweise

Franz, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11773196X.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V August, Fabrikant.

  • Leben

    Nach Universitätsstudien in Breslau und Münster war F. (1867 zum Priester geweiht) zunächst Kaplan in Sprottau und 1871-73 Repetent am theologischen Konvikt in Breslau. Seine Habilitationsabsichten für Kirchengeschichte scheiterten am Widerspruch J. H. Reinkens. 1872 begann seine journalistische und politische Tätigkeit mit der Übernahme der Redaktion der „Schlesischen Volkszeitung“. 1873-77 redigierte er das „Schlesische Kirchenblatt“. Redakteur der „Germania“ war er 1878-81. Als Kirchenhistoriker, Journalist, Publizist und Politiker stand er während des Kulturkampfes in der ersten Reihe der katholischen Vorkämpfer. Das brachte ihm Geld- und Gefängnisstrafen ein. 1872-85 gehörte er dem preußischen Abgeordnetenhause, 1876-92 dem Reichstag an. Fürstbischof R. Herzog berief ihn 1882 in das Breslauer Domkapitel. Als dieser starb, leitete F. als „Prinzregent“ die Reorganisation der durch den Kulturkampf erschütterten Diözese. Als kirchenpolitischer Berater stellte er sich auch Kardinal Georg Kopp zur Verfügung. Papst Leo XIII. ernannte ihn zum päpstlichen Hausprälaten und Apostolischen Protonotar. 1893 verzichtete F. auf sein Kanonikat und seine politische Tätigkeit, um seine wissenschaftlichen Pläne wieder aufzunehmen. Neben zahlreichen kirchengeschichtlichen und kirchenpolitischen Studien publizierte er mehrere liturgiegeschichtliche Werke, die bis zur Gegenwart ihren Wert behalten haben, wie die „Messe im deutschen Mittelalter“ (1902) und „Die kirchlichen Benediktionen im Mittelalter“ (2 Bände, 1909). Außerdem edierte er bedeutsame mittelalterliche Ritualien. Als Privatgelehrter wechselte er mehrfach seinen Wohnsitz, unter anderem hielt er sich auch in München auf, wo er 1907 für kurze Zeit als Honorarprofessor für Liturgie wirkte. F. darf als Bahnbrecher der deutschen liturgiegeschichtlichen Forschung am Anfang des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden.

  • Werke

    Weitere W u. a. M. A. Cassiodorus Senator, 1872;
    I. B. Baltzer, e. Btr. z. neuesten Gesch. d. Diözese Breslau, 1873;
    H. Förster, Fürstbischof v. Breslau, 1875;
    Die gemischten Ehen in Schlesien, 1878;
    Die Kirchenpol. Friedrichs II. v. Preußen, 1878;
    Drei dt. Minoritenprediger aus d. 13. u. 14. Jh., 1907.

  • Literatur

    A. Bigelmair, in: Hist.-pol. Bll. 158, 1916, S. 860-06;
    J. Jungnitz, Prälat A. F., 1917;
    W. Dürig, Schlesiens Anteil an d. liturgiewiss. F u. an d. liturg. Erneuerung im dt. Katholizismus, in: Archiv f. schles. KG 9, 1951, S. 206-09;
    LThK;
    Kosch, Kath. Dtld.;
    Enc. Catt. V;
    DBJ I (Tl. 1916, L).

  • Portraits

    in: v. Keiter, Kath. Lit.kal. VII, 1905.

  • Autor/in

    Bernhard Stasiewski
  • Empfohlene Zitierweise

    Stasiewski, Bernhard, "Franz, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 373 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11773196X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA