Lebensdaten
1876 bis 1946
Geburtsort
Ruchheim bei Ludwigshafen
Sterbeort
Lechbruck (Allgäu)
Beruf/Funktion
Forstmann
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117720631 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Münch, Ernst

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

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Zitierweise

Münch, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117720631.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Philipp (1843–1929) aus Neukirchen b. Otterberg, Pfarrer in R., Kusel u. Oberlustadt, S d. Wilhelm Otto (1817–90) aus Klingenmünster, Lehrer, u. d. Elisabeth Charlotte Stutz (* 1817);
    M Julie Magdalene (1849–1923), T d. Georg Ludwig Ney (1802–78), Pfarrer, Dekan in Kusel u. Speyer, Konsistorialrat, u. d. Sophie Emilie Wollenweber (* 1813) aus Straßburg;
    B Paul (1879–1951), Zeichenlehrer, pfälz. Mundartdichter;
    München 1910 Marie Mathilde (* 1882), T d. Friedrich Wilhelm Zahn (1845–1904), Prof. d. Pathol. in Genf, u. d. Marie Müller (1856–94);
    2 S, 1 T, u. a. Hans-Wilhelm (* 1911), Dr. med., Alfred (* 1917), Dr. med.;
    N Fritz (1906–95), Prof. f. Völkerrecht in Heidelberg, wiss. Mitgl. d. MPI f. ausländ. öff. Recht u. Völkerrecht (s. Kürschner, Gel.-Kal. 1954–92).

  • Leben

    Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in Landau (Pfalz) studierte M. in Aschaffenburg und München Forstwissenschaft; er hörte u. a. bei Robert Hartig, Heinrich Mayr und Max Endres. Anschließend an die Referendarzeit war er 1904-10 Assistent an der botanischen Abteilung der Bayer. Forstlichen Versuchsanstalt bei Hartigs Nachfolger Karl v. Tubeuf. Er arbeitete dort insbesondere über Bläuepilze und promovierte 1909 mit einer Untersuchung über die Krankheitsanfälligkeit von Holzpflanzen. Auch nach dem Wechsel in die forstliche Praxis – zunächst als Assessor im Forstamt Kaiserslautern und seit 1918 als Forstmeister im Forstamt Waldfischbach – führte M. seine Grundlagenforschungen auf den Gebieten der Pflanzenphysiologie und Forstpathologie weiter und legte Versuchsflächen zum Anbau der Douglasie an. Als forsttechnischer Berater des Reichsausschusses für Öle und Fett, Rohharzabteilung, befaßte er sich eingehend mit Fragen der im 1. Weltkrieg wieder verstärkt aufgenommenen Harzgewinnung und veröffentlichte zahlreiche Arbeiten zur Technik der Harzgewinnung und über physiologische Vorgänge beim Harzfluß. Mit der Berufung auf den o. Lehrstuhl für Forstbotanik an der Forstlichen Hochschule in Tharandt kehrte M. 1921 wieder ganz zu Forschung und Lehre zurück. Er baute in den folgenden Jahren ein Institut mit modernem Lehr- und Forschungsbetrieb auf. 1930 veröffentlichte er unter dem Titel „Die Stoffbewegungen in der Pflanze“ seine aufsehenerregende „Druckstromtheorie“. Diese Theorie beschreibt die Wanderung von Assimilaten vom Ort der Entstehung zum Ort des Verbrauchs und ist im wesentlichen noch heute anerkannt. Sie befruchtete die weitere Forschung und war Grundlage für wissenschaftliche Diskussionen, auch auf internationalen Kongressen. 1933 wurde M. an die Univ. München als Nachfolger seiner Lehrer Hartig und Tubeuf und damit zugleich zum Direktor des Forstbotanischen Instituts der Forstlichen Forschungsanstalt München berufen. Schwerpunktmäßig befaßte er sich mit der Mechanik von Zug- und Druckholz, mit der Harmonie der Baumgestalt als Folge abgestufter Wuchsstoffkorrelationen und vor allem mit forstgenetischen Fragen. M. war entscheidend an der Schaffung des forstlichen Saatgutgesetzes von 1934 beteiligt, er führte den Vorsitz des 1935 gegründeten Ausschusses für Baumrassenforschung und Forstpflanzenzüchtung. Als Ergebnis seiner langjährigen Baumrassenstudien an Nadel- und Laubbäumen, in denen M. morphologischen und habituellen Fragestellungen nachging und insbesondere deren unterschiedliches physiologisches Verhalten (Vegetationsbeginn und -ende, Krankheitsanfälligkeit) beobachtete, hinterließ M. ein umfangreiches, postum veröffentlichtes Manuskript (Btrr. z. Forstpflanzenzüchtung, hrsg. v. B. Huber, 1949).

  • Werke

    u. a. Bau u. Leben unserer Waldbäume, 31927 (mit M. Büsgen. engl. 1929).

  • Literatur

    Langner, in: Zs. f. Forstgenetik u. Forstpflanzenzüchtung 5, 1956, H. 5/6, S. 137-39 (W, L, P);
    B. Huber, in: Allg. Forstzs. 2, 1946, H. 8, S. 61;
    ders., in: Berr. d. Dt. Botan. Ges. 68 a, 1955, S. 135-40 (W, P);
    E. Schoch, Die kriegsbedingte Harznutzung an Forche (Kiefer) u. Fichte in d. Staatswaldungen d. württ. Schwarzwaldes v. 1915-1920, Diss. Freiburg 1989;
    Symposium „100 J. Forstwiss. in München“, in: Forschungsber. d. Forstl. Forschungsanstalt München 42, 1978, S. 330;
    H. Rubner, Hundert bedeutende Forstleute Bayerns, 1994 (P);
    Rhdb.;
    Wi. 1935.

  • Autor/in

    Dorothea Hauff
  • Empfohlene Zitierweise

    Hauff, Dorothea, "Münch, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 517 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117720631.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA