Lebensdaten
1827 bis 1913
Geburtsort
Mailand
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Erzherzog von Österreich ; Ministerpräsident
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117700886 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rainer

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Zitierweise

Rainer, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117700886.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Geschl. d. Habsburger (s. NDB VII);
    V Ehzg. Rainer (1783–1853), Vizekg. v. Lombardo-Venetien (s. NDB 21);
    M Maria Elisabeth v. Savoyen-Carignan (1800–56);
    1852 Ehzgn. Maria Karolina (1825–1915, Cousine), T d. Ehzg. Karl (1771–1847), FM (s. NDB XI), u. d. Henriette Prn. v. Nassau-Weilburg (1797–1829).

  • Leben

    R. verbrachte die Kindheit und fugend im österr. Italien, hauptsächlich auf dem Schloß zu Monza. Mit 17 Jahren kam er nach Wien, wo er jur. Studien – v. a. Staats- und Völkerrecht – aufnahm, um schließlich 1843 als Oberst die Militärlaufbahn zu ergreifen; 1854 wurde er Generalmajor, 1861 Feldmarschalleutnant, 1874 Feldzeugmeister. 1872-1906 war er Oberkommandant der neu errichteten Landwehr der im Reichsrat vertretenen Königreiche und Länder, an deren Aufbau er wesentlichen Anteil hatte und deren militärische Gleichwertigkeit mit der k. u. k. Armee er erreichte. Der als liberal geltende und populäre Erzherzog wurde 1857 zum Präsidenten des ständigen Reichsrates (bis 1861) und 1860 des verstärkten Reichsrates berufen. Als Kompromißkandidat übernahm R. 1861 die Leitung der ersten Regierung der neuen konstitutionellen Ära (sog. Reg. R.-Schmerling), von der er 1865 hauptsächlich wegen des Scheiterns der Ungarnpolitik zurücktrat. 1866 nahm er (als FML) am Krieg in Oberitalien teil. R. war von 1867 bis zu seinem Tod Mitglied des Herrenhauses, bekleidete sonst aber kein politisches Amt mehr. Er blieb jedoch am politischen Geschehen weiter interessiert, was sich u. a. in seiner Kritik an der Regierung Taaffe manifestierte. Große Verdienste erwarb sich R. in der Förderung von Wissenschaft und Kunst. 1861 Kurator der Akademie der Wissenschaften, förderte er deren Unternehmungen auf allen Gebieten. Seit 1863 fungierte er als Protektor des neugegründeten österr. Museums für Kunst und Industrie (heute Mus. f. Angewandte Kunst), an dessen Zustandekommen er gemeinsam mit Rudolf Eitelberger (1817–85) beteiligt war. 1873 übernahm er die Stelle des Kommissionspräsidenten für die – nicht erfolgreiche – Wiener Weltausstellung. Der über das übliche Maß seines Standes gebildete und weitgereiste Erzherzog trat auch als bedeutender Sammler von Büchern und Handschriften hervor. Er erwarb u. a. die ca. 100 000 Stück zählende Papyrussammlung „El Fayum“ (mit Joseph Karabacek, 1845–1918), die Dokumente, Briefe und Urkunden von etwa 1400 vor bis 1400 nach Christus umfaßte und die er 1899 der ksl. Hofbibliothek (jetzige Österr. Nat.bibl.) schenkte.

  • Literatur

    ADB 27, S. 187 f.;
    V Silberer (Hg.), Die Generalität d. k. k. Armee, 1877, S. 39-42;
    W. v. Hartel, Über d. griech. Papyri Ehzg. R.s, 1886;
    J. v. Karabacek, Papyrus Ehzg. R., Führer durch d. Ausst., 1894;
    E. Deutsch, Zur Feier d. Goldenen Hochzeit d. Herrn Ehzg. R. u. d. Ehzgn. Maria Karolina, 1902;
    Neue Freie Presse (M.) v. 28.1.1913;
    Voss. Ztg. (M.) v. 28.1.1913;
    E. v. Plener, in: Österr. Rdsch. 34, 1913, S. 247-52.;
    E. Kux, Die innere Pol. d. Reg. Ehzg. R.-Schmerling u. ihre dt. Außenpol. im Spiegel v. „Ost u. West“, Diss. Wien 1937;
    H. Hunger, Aus d. Vorgesch. d. Papyrusslg. d. Österr. Nat.bibl., 1962;
    Papyrus Ehzg. R., FS z. 100j. Bestehen d. Papyrusslg. d. Österr. Nat.bibl., hg. v. d. Österr. Nat.bibl., 1983;
    D. Fruehmann, Ehzg. R. Ferdinand 1827-1913, Eine Darlegung seines Lebens 1850-1913, Diss. Wien 1985;
    R. A. Kann u. P. Leisching (Hg.), Ein Leben f. d. Kunst u. Volksbildung, Eduard Leisching 1858-1938, Erinnerungen, 1978;
    Wurzbach VII;
    BJ 18, 1917, S. 149-54;
    Kosch, Biogr. Staatshdb.;
    ÖBL;
    Biogr. Lex. Südosteuropa;
    Hist. Lex. Wien.

  • Autor/in

    Thomas Kletecka
  • Empfohlene Zitierweise

    Kletecka, Thomas, "Rainer" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 122 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117700886.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA