Lebensdaten
1870 bis 1916
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Hämatologe
Konfession
jüdisch?
Normdaten
GND: 117684686 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pappenheim, Artur
  • Pappenheim, A.
  • Pappenheim, Arthur

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Zitierweise

Pappenheim, Artur, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117684686.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V N.N.;
    M N. N.; ledig.

  • Leben

    Nach der Reifeprüfung 1889 am Wilhelm-Gymnasium in Berlin wandte sich P. zunächst dem Studium der Mathematik und Philosophie zu, entschied sich dann aber für Naturwissenschaft und Medizin. Bis auf das erste Semester in Freiburg verbrachte er die gesamte Studienzeit in Berlin. Seine Lehrer waren u. a. der Chirurg Rudolf Virchow (1821–1902) und der Anatom Heinrich Wilhelm v. Waldeyer (1836–1921). Bei Virchow begann P. mit Studien über die zelluläre Zusammensetzung des Knochenmarks. 1895 promovierte er mit einer Arbeit über die roten Blutkörperchen und erhielt 1896 die ärztliche Approbation. Nach Abschluß der militärischen Grundausbildung arbeitete P. an der Poliklinik von Joseph v. Mering (1849–1908) in Halle und 1897-1900 an der Klinik von Ludwig Lichtheim (1845–1928) in Königsberg. Der während dieser Zeit erarbeitete Grundriß einer Farbchemie für Histologen bildete das wissenschaftliche Fundament für P.s später entwickelte morphologische Hämatologie. Da ihm die Habilitation in Königsberg nicht gelang, wechselte er an die Hautklinik von Paul Gerson Unna (1850–1929) nach Hamburg, wo er erste Studien über mit Methylgrün-Pyronin gefärbte Plasmazellen vorlegte. 1906-09 arbeitete P. als Assistent am Krebsinstitut von Leyden in Berlin und galt auf Grund zahlreicher zytologischer und biologischer Arbeiten bereits als bedeutender Hämatologe und Histologe. Seit 1909 arbeitete er pathologisch-anatomisch, histologisch und mikroskopisch auf dem Gebiet der Hämatologie an der II. Medizinischen Klinik der Charité unter Theodor Brugsch (1878–1963) und erhielt 1912 den Professortitel.

    P.s wissenschaftliches Werk umfaßt mehr als 110 Veröffentlichungen vorwiegend zur Morphologie und Systematik der menschlichen Blutzellen, darüber hinaus auch die Beschreibung normaler und pathologischer lymphoider und leukämischer Blutzellen. Große praktische Bedeutung hatten insbesondere zahlreiche Färbemethoden zur Differenzierung von Blutzellen: „panoptische“, später „Panchrom“-Färbung für Blutausstriche (Lympho-, Mono-, Granulozyten, Spirochäten), Methylgrün-Pyronin-Färbung (Pappenheim-Unna-Lymphozytenfärbung, Pappenheim-Krystalowicz-Gonokokkenfärbung), Tuberkel- und Smegmabakterien-Färbung. Als Pappenheim-Farbstoffe gelten Methylgrün, Methylgrün-Pyronin, Methylgrün-Orange, Polychromblau und Panchrom. P. begründete 1908 in Berlin die „Hämatologische Gesellschaft“ (mit T. Brugsch) und war Gründer und Herausgeber der „Folia Haematologica“ (1903-16). P. sind wichtige Beiträge zur morphologischen Hämatologio zu verdanken sowie die Wiederaufnahme lange vernachlässigter histochemisch-hämatologischer Studien. Er starb an den Folgen einer Fleckfieberinfektion nach der Rückkehr von der Ostfront.

  • Werke

    Die Bildung d. roten Blutscheiben, Diss. Berlin, 1895;
    Eine neue chem. elektive Doppelfärbung f. Plasmazellen, in: Mhh. f. prakt. Dermatologie 33, 1901, S. 79;
    Über Gonokkokenfärbung, ebd. 34, 1903, S. 361;
    Grundriß d. Farbchemie z. Gebrauch b. mikroskop. Arbb., 1901;
    Zur Kenntnis u. Würdigung d. Methylgrün-Pyronin-Reaktion, in: Folia Haematologica 6, 1908, S. 51;
    „Panchrom“, Eine Verbesserung d. panopt. Universalfarblösung f. Blutpräparate, ebd. (Archiv) 11, 1911;
    Drei neue Färbemethoden f. Paraffinschnitte, in: Dermatolog. Stud. 21, 1910;
    Die mikroskop. Unters. d. Blutes, 1911;
    Grundriß d. haematolog. Diagnostik u. prakt. Blutunters., 1911 (mit A. Ferrata);
    Atlas d. menschl. Blutzellen, 1905-12;
    Die Zellen d. leukäm. Myelose, 1914;
    Morpholog. Hämatol., Bd. 1, hg. v. H. Hirschfeld, 1919.

  • Literatur

    T. Brugsch, in: Folia Haematologica (Archiv) 21, 1917, S. 79-90 (L, P);
    W. Dameshek, The Ten „Greats“ in Hematology, 1900–1950, in: Blood 5, 1950, S. 388-91;
    BLÄ.

  • Autor/in

    Eberhard J. Wormer
  • Empfohlene Zitierweise

    Wormer, Eberhard J., "Pappenheim, Artur" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 52 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117684686.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA