Lebensdaten
1874 bis 1957
Geburtsort
Wiesbaden
Sterbeort
Königstein (Taunus)
Beruf/Funktion
Jurist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117679801 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pagenstecher, Maximilian
  • Pagenstecher, Alexander Ludwig Maximilian
  • Pagenstecher, Max
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Zitierweise

Pagenstecher, Max, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117679801.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hermann (1844–1932), Dr. med., 1880-1909 Leiter d. Augenheilanstalt Wiesbaden, 1890 Prof.,|1905 Geh. Sanitätsrat (s. Nassau. Biogr.), S d. Friedrich (1793–1864, s. Gen. 2);
    M Berta Wilhelmi (1873–50);
    B Adolf Friedrich Hermann (1877–1959), seit 1910 Leiter d. Augenheilanstalt Wiesbaden;
    Gent 1900 Clara Frieda Johanna Nonne (1876–1972); kinderlos.

  • Leben

    Nach dem Abitur auf einem Humanistischen Gymnasium in Wiesbaden (1893) studierte P. Rechtswissenschaften in Freiburg (Br.) und Marburg. 1898 in Jena promoviert, legte er seine Examina 1897 (Kassel) und 1902 ab. 1905 habilitierte er sich mit der Arbeit „Zur Lehre von der materiellen Rechtskraft“ bei Ernst Jaeger in Würzburg und wirkte hier anschließend als Privatdozent. 1909 erhielt er eine ao., 1910 eine o. Professur in Lausanne; im selben Jahr folgte er einem Ruf nach Halle. 1915-17 arbeitete P. in der Politischen Abteilung beim Generalgouverneur in Belgien, dann ging er an die noch junge Rechtswissenschaftliche Fakultät der Univ. Frankfurt/Main, wo er am Aufbau des Rechtsvergleichenden Instituts mitwirkte. 1927 wurde er an die Univ. Hamburg berufen (Emeritierung 1939). Den Zeitumständen sich anpassend, stellte P. 1937 einen Aufnahmeantrag in die NSDAP, nachdem er bereits im Vorläufer des NS-Dozentenbundes, der Reichsschaft Hochschullehrer im NS-Lehrerbund, Gaufachberater gewesen war. In seinen Schriften schlug sich dies nicht nieder.

    P.s Forschungsgebiete umfaßten Bürgerliches Recht, Zivilprozeß- und Konkursrecht sowie Internationales Privat- und Prozeßrecht; letzteres bildete bis in die 30er Jahre den Schwerpunkt seiner Arbeit. Er war Mitgründer der „Vereinigung deutscher Zivilprozeßlehrer“, ferner Mitherausgeber der Reihe „Beiträge zum Zivilprozeß“ und des Sammelwerks „Das Zivilprozeßrecht der Kulturstaaten“ (1920), das als Vorarbeit zur deutschen Prozeßreform konzipiert war. Diesem Ziel dienten auch, ebenfalls unter P.s Mitherausgeber- und Autorschaft, die „Rheinische Zeitschrift für Zivil- und Prozeßrecht“ (1909-26), 1927 ersetzt durch die „Zeitschrift für ausländisches und internationales Privatrecht“ (RabelsZ), sowie die Zeitschrift „Judicium“ (1928-33). Später wandte sich P. vor allem dem Internationalen Privat- und Prozeßrecht zu. Sein großes Verdienst liegt darin, in herausragenden dogmatischen Arbeiten stets die Bedürfnisse der Rechtspraxis berücksichtigt zu haben.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenbürger d. Univ. Frankfurt/M. (1949); korr. Mitgl. d. Ak. d. Wiss. u. d. Lit., Mainz, u. d. Associazione Italiana fra gli Studiosi del Processo Civile, Bologna; Mitgl. d. Dt. Rats f. internat. Privatrecht.

  • Werke

    Über d. Eventualaufrechnung im Prozeß, 1922;
    Die Einrede d. Rechtskraft im Aufwertungsprozeß, 1925;
    Prozeßprobleme, 1930;
    Vorträge üb. Konkursrecht, 1932 (u. d. T.: Der Konkurs, 1932, 41968);
    Sittenwidrige Lieferungsbedingungen, 1943, 21944;
    Der Grundsatz d. Entscheidungseinklangs im internat. Privatrecht, Ein Btr. z. Lehre v. Renvoi, 1951;
    Gerichtsbarkeit u. internat. Zuständigkeit als selbständige Prozeß Voraussetzungen, in: Zs. f. ausländ, u. internat. Privatrecht 11, 1937, S. 337-483;
    Zur Geschäftsfähigkeit d. Ausländer in Dtld., Ein Btr. z. Problematik d. Art. 7 EGBGB, ebd. 15, 1949, S. 189-239;
    Werden d. Partei- u. Prozeßfähigkeit e. Ausländers n. seinem Personalstatut od. n. d. Sachnormen d. lex fori beurteilt? Ein Btr. z. Lehre v. d. zivilprozessualen Kollisionsnonnen, in: Zs f. Zivilprozeß 64, 1951, S. 249-84.

  • Literatur

    Zs. f. ausländ, u. internat. Privatrecht 22, 1957, S. 493 f.;
    Mitt. d. uralten Geschl. d. Herren R., H. 71, 1957, S. 2 (P);
    M. Grimm, in: Lb. Hamburg. Rechtslehrer, veröff. v. d. Rechtswiss. Fak. d. Univ. Hamburg aus Anlaß d. fünfzigj. Bestehens d. Univ. Hamburg 1919-1969, 1969, S. 61-66 (P);
    W. Lewald, in: NJW 1957, S. 1226;
    N. Paech u. U. Krampe, Die Rechts- u. Staatswiss. Fak.Abt. Rechtswiss., in: E. Krause, L. Huber u. H. Fischer (Hg.), Hochschulalltag im „Dritten Reich“, Die Hamburger Univ. 1933-1945, II, 1991, S. 865-912;
    G. Schiedermair, in: Juristen-Ztg. 1957, S. 681;
    M. Wolf, in: Juristen an d. Univ. Frankfurt a. M., hg. v. B. Diestelkamp u. M. Stolleis, 1989, S. 57-66 (P);
    Dt.GB 135, 1965, S. 329 (P);
    Rdhb.;
    Frankfurter Biogr.;
    Nassau. Biogr.

  • Autor/in

    Michaela Reinkenhof
  • Empfohlene Zitierweise

    Reinkenhof, Michaela, "Pagenstecher, Max" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 2 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117679801.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA