Lebensdaten
1589 bis 1644
Geburtsort
Spich (Rheinland)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
brandenburgischer Staatsmann
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117668710 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Calckum, Gerhard Romilian von
  • Leuchtmar, Gerhard Romilian von (genannt)
  • Calcum genannt Leuchtmar, Gerhard Romilian von
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Zitierweise

Calcum, Gerhard Romilian von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117668710.html [14.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Geschl. ursprünglich auch Kalichun, Kalkhun od. Kalcheim;
    V Wilh., auf Leuchtmar u. Spich;
    M Agnes v. Harff, gen. Spich;
    B Johann Friedrich ( n. 1640), Hofmeister des Kurprinzen Frdr. Wilh. (s. ADB III);
    Vt Wilh. v. C. gen. Lohausen (1584–1640) war in brandenburgischen, braunschweigischen, bremischen, zuletzt als Geh. Kriegsrat, Gen.major u. Kommandant v. Rostock in mecklenburgischen Diensten (s. ADB XIX);
    Kaschau 1628 Anna Kath. v. Eckhart, als Witwe kurze Zeit Hofmeisterin der Kfn. Luise Henr.;
    2 S, 2 T, u. a. Juliane Charl. (⚭ Wolf Ernst v. Eller [1610–80], brandenburgischer Gen., Gouverneur v. Minden), Hofmeisterin der Fürstin Radziwill.

  • Leben

    Nach 6-jährigem Studium in Köln unternahm C. eine Kavalierstour durch Frankreich, Italien, England und die Niederlande. Als die schlesischen Stände auf Grund der 1609 mit den Böhmen zur Wahrung der religiösen Freiheiten geschlossenen Union sich verpflichtet fühlten, an der Erhebung der Böhmen gegen Ferdinand II. teilzunehmen, trat C. 1619 in das Heer der schlesischen Stände, dessen Generalfeldoberst Markgraf Johann Georg von Brandenburg-Jägerndorf war. Die Truppe, der C. angehörte, führte sein Vetter Oberstleutnant Wilhelm von C., genannt Lohausen. Nach der Niederlage am Weißen Berge erhielt C. zwar noch die Bestallung als Rat und Kammerherr des Markgrafen, verließ jedoch bald seinen landflüchtigen Herrn und trat in kurbrandenburgische Dienste. Nach der Heirat der Prinzessin Katharina, Schwester des Kurfürsten Georg Wilhelm, mit dem Fürsten Bethlen Gabor von Siebenbürgen, deren Zustandekommen C. zu verdanken war, folgte er der Fürstin als Hofmeister nach Kaschau. 1628 kehrte er in brandenburgische Dienste zurück, wurde Hof- und Kammergerichtsrat, sowie Direktor des Kriegsrates, doch sollte der weltmännisch Gebildete bald in der Diplomatie ein ihm gemäßeres Arbeitsgebiet finden. 1630 war er in Schweden, 1631 auf dem Konvokationstag zu Frankfurt/Main. 1632 besuchte er Gustav Adolf daselbst, 1633 weilte er in Dresden, 1634 wiederum in Frankfurt. Am 26.1.1633 hatte ihn der Kurfürst in den Geheimen Rat berufen. Durch den|Beitritt Georg Wilhelms zum Prager Frieden 1635 und die damit verbundene Schwenkung der brandenburgischen Politik in das antischwedische Fahrwasser sah sich C. als entschlossener Verfechter der protestantischen Belange bald genötigt, sich von den Staatsgeschäften zurückzuziehen, die nun der katholische Graf Adam Schwarzenberg diktatorisch leitete. Trotz der Gegenvorstellungen seines Herrn erbat C. seinen Abschied und erhielt ihn am 20.3.1636. Er begab sich nach Hamburg, 1637 nach Duisburg. Nach dem Regierungswechsel berief ihn der junge Kurfürst Ende Dezember 1640 als Geheimen Rat in seine derzeitige Residenz Königsberg. Die Grundlage für den nunmehr gesteuerten neuen Kurs schuf C. durch Abschluß des brandenburgisch-schwedischen Waffenstillstands vom 24.7.1641. 1642 ging er mit dem Kanzler Sigismund von Götze und dem GR Samuel von Winterfeld nach Stockholm mit dem delikaten Auftrag, eine eheliche Verbindung zwischen dem Kurfürsten und der jungen Königin Christine anzubahnen. Als C. im Herbst 1644 zu einer wichtigen Besprechung mit dem Kurfürsten nach Küstrin berufen war, erkrankte er heftig an Fieber und mußte nach Berlin zurückreisen, wo er bald starb.

  • Literatur

    ADB III;
    Lpr. v. J. Bergius, Berlin 1645;
    Klaproth-Cosmar, S. 343 f.;
    G. Oestreich, Der brandenburg.-preuß. GR v. Reg. antritt d. Großen Kf. b. z. d. Neuordnung im J. 1651, 1937, S. 13 u. ö.;
    T. Saring, Luise Henr. v. Oranien, 21941, S. 76 u. ö. - Qu.: Coll. gen. Koenigiana, Preuß. Staatsbibl. (verbrannt). - L zu W. E. v. Eller: Priesdorff I S. 20.

  • Autor/in

    Hans Saring
  • Empfohlene Zitierweise

    Saring, Hans, "Calcum, Gerhard Romilian von" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 92 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117668710.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA