Lebensdaten
1860 bis 1895
Geburtsort
Groß-Nogath (Westpreußen)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Chirurg
Konfession
-
Normdaten
GND: 11764319X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schimmelbusch, Curt Theodor
  • Schimmelbusch, Curt
  • Schimmelbusch, Curt Theodor

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Zitierweise

Schimmelbusch, Curt, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11764319X.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V N. N., Rittergutsbes. in G.-N.;
    M N. N.; vermutl. ledig.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Realgymnasiums in Wiesbaden studierte S. 1879-82 Naturwissenschaften in Freiburg (Br.) und München, wechselte anschließend zur Medizin, wo er nach Studienaufenthalten in Würzburg und Berlin 1886 in Halle promoviert wurde (Über Thrombose im gerinnungsfähigen Blute) und eine Assistentenstelle am Anatomischen Institut bei Carl Joseph Eberth (1835–1926) erhielt. Nach dem Staatsexamen 1888 war er am Bürgerhospital in Köln unter Bernhard Bardenheuer (1839–1913) tätig, bevor er 1889 an die Chirurgische Universitätsklinik zu Ernst v. Bergmann (1836–1907) wechselte, wo er die Leitung des Labors und (zeitweise) der Poliklinik übernahm (1893 Privatdozent). Als S. nach einer Wundinfektion an den Folgen einer eitrigen Thrombose starb, hatte er sich bereits weit über den Berliner Raum hinaus durch die Perfektionierung der aseptischen Wundbehandlung einen Namen gemacht.

    Bereits während des Studiums publizierte er mit Carl Joseph Eberth (1835–1926) seine ersten wissenschaftlichen Abhandlungen (Studien über Thrombose u. d. Bedeutung d. Blutplättchen f. d. Gerinnung, 1885–88). Es folgten bakteriologische Untersuchungen über den Erreger der „Frettchenseuche“ (1889) und über die scheinbare Heilung der Tuberkulose durch das Tuberkulin Robert Kochs (1891). An der Berliner Universitätsklinik verfeinerte S. die von Bergmann eingeführte Asepsis (Anleitung z. asept. Wundbehandlung, 1892, 21893). Insbesondere adaptierte er die von Thomas Skinner zur Narkose entwickelte mullbedeckte Drahtrahmenmaske an die Erfordernisse der sterilen Wundbehandlung. Das verchromte Gestell der „Schimmelbusch-Maske“ ließ sich sterilisieren und war mit einer Rinne ausgestattet, um die überschüssigen Wirkstoffe aufzufangen. Ebenso griff S. das von Koch entwickelte Sterilisierungsverfahren durch strömenden Wasserdampf auf und entwickelte die „Schimmelbusch-Trommel“, deren Einsatzkörbe es erlaubten, das Sterilgut bis zum Einsatz bei Operationen keimfrei zu lagern. Mit seinen Arbeiten half er somit, das einst „rohe Handwerk“ der Chirurgie zu einer auf den Erkenntnissen der Bakteriologie und Hygiene basierenden Handlungswissenschaft zu formen.

  • Werke

    Weitere W Blutplättchen u. d. Thrombose, 1888 (mit C. J. Eberth);
    Die Thrombose nach Versuchen u. Leichenbefunden, 1888 (mit dems.);
    Maske f. Chloroform- u. Äther-Narkosen, in: Mschr. f. ärztl. Polytechnik 12, 1890.

  • Literatur

    E. v. Bergmann, in: Berliner Klin. Wschr. 32, 1895, S. 730 f.;
    Pagel;
    W. U. Eckart u. Ch. Gradmann, Ärztelex., 1995.

  • Autor/in

    Volker Hess
  • Empfohlene Zitierweise

    Hess, Volker, "Schimmelbusch, Curt" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 779-780 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11764319X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA