Lebensdaten
1787 bis 1878
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
preußischer General
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117630918 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Brese-Winiary, Johann Leopold Ludwig von
  • Brese-Winiary, Leopold von
  • Brese-Winiary, Johann Leopold Ludwig von
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Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Brese-Winiary, Leopold von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117630918.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Karl Brese-Winiary (1749–1824), Hofpostmeister;
    M Charlotte Friederike Henr. Carow ( 1840);
    1815 Joh. Charlotte Friederike, T des Justizrats Georg Wilhelm Wittchow.

  • Leben

    Mit 18 Jahren Eleve der Ingenieur-Akademie Potsdam, zeichnete sich B. 1807 bei der Verteidigung, 1813/14 bei der Belagerung von Danzig aus. Nach den Befreiungskriegen längere Zeit Mitglied, dann Dirigent der Ingenieur-Abteilung im Kriegs-Ministerium in Berlin, erwarb er sich bald überall hohe Anerkennung. Über 6 Jahre Inspekteur der Artillerie- und Ingenieur-Schule, wurde er schon damals als der geeignete Nachfolger des hochangesehenen Generalinspekteurs der Ingenieure und Pioniere, E. L. von Aster, betrachtet. Als dieser 1849 aus dem Dienst schied, wurde B. sein Nachfolger als Generalinspekteur der Festungen sowie als Chef der Ingenieure und Pioniere. 11 Jahre hat er an der Spitze des Korps gestanden, und was er sowohl auf dem Gebiet des Befestigungswesens wie auf dem des Feldpionierdienstes geleistet hat, ebenso auch auf dem des Ausbaus der Eisenbahn, war von großer Bedeutung für die Geschichte des Ingenieur- und Pionierwesens. Fast alle 1820-60 in Preußen ausgeführten Festungsbauten sind von B.s eigener Hand entworfen. Sein bedeutendstes Festungswerk war das Fort Winiary, die Zitadelle von Posen.

  • Literatur

    ADB XLVII;
    Priesdorff VI, S. 106-10 (P).

  • Portraits

    Gem. v. F. Krüger (Berlin, Nat.-Gal.).

  • Autor/in

    Kurt von Priesdorff
  • Empfohlene Zitierweise

    Priesdorff, Kurt von, "Brese-Winiary, Leopold von" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 599 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117630918.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Brese: Johann Leopold Ludwig von B.-Winiary, königlich preußischer General der Infanterie, am 9. September 1787 zu Berlin, wo sein Vater Hofpostmeister war, geboren, ward am 2. November 1805 als Eleve in die Ingenieur-Akademie zu Potsdam aufgenommen und bei Ausbruch des Krieges vom Jahre 1806 der Fortification zu Spandau überwiesen; als die Festung frühzeitig den Franzosen übergeben wurde, gelang es ihm durch die feindlichen Vorposten zu Schill zu entkommen, welcher ihn nach Colberg sandte. Hier erhielt er den Befehl sich nach Danzig einzuschiffen, nahm dort an der Vertheidigung des Hagelsberges theil, wurde in Anerkennung seines Wohlverhaltens im Juni 1807 zum Officier ernannt und erhielt nach Friedensschluß in Memel den Auftrag, die beiden ältesten Söhne König Friedrich Wilhelm's III., die nachmaligen Könige Friedrich Wilhelm IV. und Wilhelm I., später Kaiser Wilhelm I., die er alsdann nach Königsberg begleitete, in der Befestigungskunde zu unterrichten. Dann besuchte er, daneben seine Dienstgeschäfte wahrnehmend, die zu Berlin durch Scharnhorst ins Leben gerufene Kriegsschule. Im J. 1813 war er wiederum bei Danzig thätig, dieses Mal als Adjutant des Oberstlieutenants Pullet (s. A. D. B. XXVI, 709); dann gehörte er bis zum Ende des Feldzuges vom Jahre 1814 dem Stabe des Generals v. Tauenzien an, welcher die Belagerung der noch in den Händen der Franzosen verbliebenen preußischen Festungen leitete. Am Kriege des Jahres 1815 hat er nicht theilgenommen. 1816 kam er als Capitän in das Kriegsministerium, in welchem er 1819 Dirigent der Ingenieurabtheilung und 1820 Major wurde, im Mai 1832 kehrte er als Inspecteur der 2. Festungsinspection in das Ingenieurcorps zurück. Dieser Inspection wurde damals die Festung Posen zugetheilt, mit deren Ausbau Brese's Name dadurch dauernd verbunden ist, daß, als ihm bei der Feier seines fünfzigjährigen Dienstjubiläums am 15. October 1856 der Adel verliehen ward, dies unter Beilegung des Namens „von Brese-Winiary“ geschah. Gleichzeitig wurden die Bastionen des Forts Winiary mit seinen Vornamen benannt. Die Auszeichnung beruhte auf der Wichtigkeit, welche das Fort für die Festung Posen hat und schloß eine Anerkennung der von B. beim Bau der letzteren geleisteten Dienste in sich. Nachdem er verschiedene andere Stellungen im Ingenieurcorps bekleidet hatte und 1837 Oberst, 1843 General geworden war, trat er am 30. Januar 1849, als Aster (s. A. D. B. I, 627) abging, als Generalinspecteur der Festungen und Chef des Ingenieurcorps und der Pioniere an die Spitze der Waffe; im nämlichen Jahre wurde er zum Generallieutenant und 1858 zum General der Infanterie befördert; als ihm am 1. Juli 1860 der Abschied bewilligt wurde erhielt er den Schwarzen Adlerorden; am 5. Mai 1878 starb er zu Berlin.

    B. hat an der Herstellung aller Befestigungswerke, welche von 1820 bis 1860 in Preußen ausgeführt sind, und damit an der Entwicklung der sogenannten neupreußischen Befestigungsweise, zu deren Hauptbegründern er gehört, einen hervorragenden Antheil genommen. Ihr Werden und ihr Wesen hat er in drei im J. 1844 in der Militärischen Gesellschaft zu Berlin gehaltenen Vorträgen (als Manuscript gedruckt) lichtvoll nachgewiesen. Dem Ingenieurcorps war er im vollsten Sinne der Bezeichnung ein Lehrmeister, welcher durch That, Schrift und Wort wirkte und wesentliche Dienste geleistet hat. In gleicher Weise ist er für die Entwicklung der Pionierwaffe thätig gewesen.

    • Literatur

      Militär-Wochenblatt, Berlin 1878, Nr. 38 (Nachruf von General von Biehler). — Neue militärische Blätter, Berlin 1878, Juniheft. — v. Bonin, Gesch. d. Ingenieurcorps u. der Festungen in Preußen, 2. Thl., Berlin 1878.

  • Autor/in

    B. v. Poten.
  • Empfohlene Zitierweise

    Poten, Bernhard von, "Brese-Winiary, Leopold von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 47 (1903), S. 225-226 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117630918.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA