Lebensdaten
1857 bis 1939
Geburtsort
Dresden
Sterbeort
Darmstadt
Beruf/Funktion
Mathematiker ; Kinematiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117608327 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Müller, Reinhold

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Zitierweise

Müller, Reinhold, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117608327.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ludwig Reinhold, Bäckermeister;
    M Henriette Wolf;
    1887 Wilhelmine (* 1865) aus Braunschweig, T d. Fabrikdir. Johann Keuffel u. d. Wilhelmine Helle; kinderlos.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Dresdener Annen-Realgymnasiums studierte M. 1874-77 an der TH Dresden zunächst ein Jahr Bauingenieurwesen, dann Mathematik und Physik. Er setzte sein Studium an der Univ. Leipzig fort, wo er 1879 die Lehramtsprüfung ablegte und anschließend bis 1884 am Gymnasium in Dresden-Neustadt unterrichtete. 1883 wurde er in Leipzig bei Felix Klein mit einer Arbeit „Über eine ein-zweideutige Verwandtschaft“ promoviert. 1885-1907 lehrte er als o. Professor für Darstellende Geometrie an der TH Braunschweig, dann bis zu seiner Emeritierung 1928 an der TH Darmstadt auf einem Lehrstuhl für Darstellende Geometrie und Kinematik (seit 1911 für Mathematik).

    Beeinflußt durch Ludwig Burmester, bei dem er schon in seinen ersten Studienjahren hörte, wählte M. die Kinematik zu seinem Hauptarbeitsgebiet. Dabei behandelte er diese als Teilgebiet der Geometrie. Im Zentrum seiner Arbeiten stand die Theorie der Viergelenkmechanismen und hier das Problem der angenäherten Geradführung. Unter Geradführungen versteht man Konstruktionen zur Erzeugung einer Bewegung, die möglichst exakt geradlinig verläuft, in der Regel die Umwandlung einer kreisförmigen in eine geradlinige Bewegung. Schon James Watt hatte derartige Geradführungen für seine Dampfmaschinen konstruiert. Zwar werden dafür seit langem geschmierte Gleitlager verwendet, doch besitzen auch Geradführungen, z. B. beim Filmtransport oder bei Kranauslegern noch vielfältige Anwendungen. M. untersuchte systematisch die Koppelkurven eines Viergelenks, z. B. ihr asymptotisches Verhalten und die Anzahl ihrer Doppelpunkte. Hat eine Koppelkurve hohe Berührordnung mit einer ihrer Tangenten, so kann man eine benachbarte Koppelkurve, die dann mit einer Geraden mehrere sehr flache Schnitte hat, zur Konstruktion einer angenäherten Geradführung|verwenden. Ms. betrachtete auch die Punkte, in denen sich die Bahnkurven ihrem Krümmungskreis besonders gut anschmiegen, und nannte sie Burmestersche Punkte (Zs. f. Mathematik u. Physik 37, 1882, S. 146). Unter dieser Bezeichnung wurden sie recht bekannt. Eine große Rolle spielte auch der sog. Ballsche Punkt. So führt die Forderung, daß der Ballsche Punkt mit einem der Burmesterschen Punkte übereinstimmt, auch zu einer angenäherten Geradführung. Ein anderes Arbeitsgebiet M.s war die Kinematik der ähnlich-veränderlichen Systeme.|

  • Auszeichnungen

    GHR (1910); Dr. rer. techn. h. c. (TH Dresden 1928).

  • Werke

    Weitere W u. a. Leitfaden f. d. Vorlesungen üb. Darstellende Geometrie, 1899, 41922;
    Einf. in d. theoret. Kinematik, 1932.

  • Literatur

    A. Walther, R. M. zu seinem 80. Geb.tage, in: Maschinenbau, Der Betrieb 16, 1937, S. 325-29 (W, P);
    Verz. d. Hochschullehrer d. TH Darmstadt, 1977;
    Pogg. IV-VII a;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1931.

  • Portraits

    Phot. d. Gründer d. Dt. Mathematiker-Vereinigung 1890 (7. v. links), in: Jb. d. Dt. Mathematiker-Vereinigung 68, 1966, neben S. 52;
    G. Fischer u. a. (Hrsg.), Ein Jh. Math. 1890-1990, 1990, S. 7.

  • Autor/in

    Erhard Heil
  • Empfohlene Zitierweise

    Heil, Erhard, "Müller, Reinhold" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 470 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117608327.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA