Lebensdaten
1848 bis 1906
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Urologe
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 117585769 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Nitze, Maximilian

Quellen(nachweise)

Porträt(nachweise)

Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Nitze, Maximilian, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117585769.html [15.12.2018].

CC0

  • Leben

    Nach dem Studium der Medizin in Heidelberg, Würzburg und Leipzig und der Promotion dort 1874 übernahm N. 1876 eine Assistentenstelle am Stadtkrankenhaus in Dresden. Er begann hier mit der Entwicklung eines Blasenspiegels und stellte 1877 erste Versuche mit einer Leiche an. In der Absicht, die Lichtquelle, den Geräteschaft und die Optik miteinander zu verbinden, setzte er sich 1878 mit dem Instrumentenmacher Josef Leiter (1830–92) in Wien in Verbindung, wohin er im selben Jahr übersiedelte. Leiter verwendete als Lichtquelle einen Platinglühdraht, der abgedeckt in die Blase eingeführt und mit Wasser gekühlt wurde. Am 9.5.1879 demonstrierte N. sein Urethro- und Zystoskop erstmalig auf einer Sitzung der Gesellschaft der Ärzte in Wien. Nachdem Leiter 1886 seine Instrumente mit kleinen Kohlenfadenglühlampen ausgestattet hatte, waren die Zystoskope weniger störanfällig. Diese neue Technik gab den Anstoß zur Entwicklung der modernen Urologie. 1880 ließ sich N. als Arzt für Harn- und Blasenkrankheiten in Berlin nieder und beteiligte sich auch weiterhin aktiv an der technischen Verbesserung der Blasenspiegel. In Zusammenarbeit mit Berliner Instrumentenmachern entwickelte er 1891 das erste Operationszystoskop. 1889 habilitierte sich N. für Urologie an der Univ. Berlin, 1900 wurde er zum ao. Professor ernannt. Sein „Lehrbuch der Kystoskopie“ (1889, 21907) und sein „Kystophotographischer Atlas“ (1894) bildeten die Grundlage für die Weiterentwicklung des neuen Fachgebiets. Früh hatte N. bereits den Nutzen der Fotodokumentation urologischer Befunde erkannt und dafür ein spezielles „Photokystoskop“ konstruiert.

  • Literatur

    J. Keller, Die Erfindung d. Cystoskopes durch M. N. am Stadtkrankenhaus Dresden 1877, in: Dt. Gesundheitswesen 5, 1950, S. 287-90;
    R. Jahr, 75 J. Kystoskopie, in: Münchner med. Wschr. 96, 1954, S. 447 f.;
    J. Keller, Die Erfindung d. Blasenspiegels, in: Ber. dt. Ges. Urol., Aachen 1953, Leipzig 1954, S. 24-52;
    E. Lesky, Vom Lichtleiter zum Zystoskop, in: Med. Monatsspiegel, 1966, S. 76-80;
    G. Mann, Der Frankfurter Lichtleiter, Neues üb. P. Bozzini u. sein Endoskop, in: Med.hist., Journal 8, 1973, S. 105-24;
    H. Hausmann, Das urolog. Erbe, M. N. s. Bedeutung f. d. Entwicklung d. Urologie, in: Zs. f. Urologie u. Nephrologie 80, 1987, S. 539-43;
    BJ XI, Tl.;
    Fischer;
    W. U. Eckart u. Ch. Gradmann, Ärztelex., 1995.

  • Autor/in

    Heinz Goerke
  • Empfohlene Zitierweise

    Goerke, Heinz, "Nitze, Maximilian" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 293 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117585769.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA