Lebensdaten
1853 bis 1902
Geburtsort
Sand im Tauferer Tal (Südtirol)
Sterbeort
Schaflahnernock (Zillertaler Alpen)
Beruf/Funktion
Bergführer
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 11758469X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Stabeler, Hans (Pseudonym)
  • Stabeler I (Pseudonym)
  • Niederwieser, Johann
  • mehr

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Zitierweise

Niederwieser, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11758469X.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V N. N.;
    M N. N.;
    B Georg (Stabeler II), Bergführer;
    1880 Marie Außerhofer;
    6 K.

  • Leben

    Früh Halbwaise, kam N. nach kurzem Schulbesuch als Hirte zu einem Bauern und wurde beim Schafhüten mit dem Leben in der Gebirgsnatur vertraut. Später verdiente er als Maurer und Holzknecht seinen Lebensunterhalt und ging der Wilderei nach. 1876 begann N. seine Bergführerlaufbahn am Großen Löffler (Zillertaler Alpen). Den praktischen Teil der Bergführerprüfung legte er 1877 problemlos ab, die theoret. Prüfung bewältigte der Analphabet nur dank der Vorbereitung durch den Talarzt J. Daimer. Nunmehr offiziell anerkannt, führte N. in der benachbarten Rieserfernergruppe und im Zillertaler Hauptkamm; einige Erstbegehungen und Gewalttouren (Thurnerkamp und Möseler an einem Tag) kündigten seine Leistungsfähigkeit an. 1880 „diskreditierte“ ihn vorübergehend ein tödlicher Spaltensturz unter seiner Führung; 1881 machte er die Bekanntschaft des Wiener Geologen und Paläontologen Garl Diener (1862–1928), den er auf vielen Touren in Tirol begleitete. Dadurch wurde N. zu einem der bekanntesten und begehrtesten Bergführer in den Ostalpen.

    Seit 1887 rekognoszierte er mit Ludwig Darmstädter in den Sextener Dolomiten, der Rosengarten- und Pala-Gruppe. Die bedeutendsten der dort ausgeführten 25 Erstbegehungen waren: steinschlagsicherer Weg auf den Cimone della Pala (1889), Westliche Grasleitenspitze (1889), Zahnkofel (1889) und Südwestlicher Vajoletturm („Stabelerturm“, Erstbesteigung 1892; am selben Tag Erstbesteigung des Ost- und Nordturmes). Mit Carl Luber bewältigte er 1890 mit der Hochgall-Südwand die damals wohl größte Unternehmung in den Ostalpen.

    Während sein Bruder Georg („Stabeier II“) nur im weiteren Heimatbereich führte, lernte N. ohne Hilfe von Lokalführern die interessanteren Gruppen des zentralen Alpenkammes bis hin zum Gran-Paradiso kennen und besuchte die Hohe Tatra. Als Meister in der – vor der Benutzung von Steigeisen im Eis üblichen – Eisstufenarbeit und als Spezialist im vereisten Fels gelang ihm (als einem von wenigen) der Sprung vom „Gletscherführer“ zum „Kletterführer“ (Stabelerturm, Totenkirchl-Überschreitung 1892). Wintererstbesteigungen wie am Thurnerkamp (1889), am Schwarzenstein (1890) und der Zsigmondyspitze (1890) belegen seinen bedeutenden Anteil an der Entwicklung des Bergsteigens. Die Wiener alpine Gesellschaft „Altenberger“ ehrte ihn mit ihrer „Fünf Dukaten-Prämie“. – Es ist bis heute unerklärlich, wie der stets Umsichtige an einem unscheinbaren Heimatberg durch Ausbrechen eines Steins zu Tode stürzen konnte. Ein Kreuz an der Absturzstelle und eine Gedenktafel nahe der alten „Chemnitzer Hütte“ erinnern seit 1904 an diesen tragischen Unfall. Seit 1978 ist der hochalpine Höhenweg an der Südseite des Zillertaler Hauptkammes nach N. benannt („Stabeler-Weg“).|

  • Auszeichnungen

    Ehrenmal in Sand in Taufers (1993).

  • Literatur

    T. Wundt, in: Mitt. d. DÖAV, 1902, S. 241-44;
    I. Beikircher, in: AVS-Sektion Taufers 1993;
    vollst. Tourenliste N.s beim Autor.

  • Autor/in

    Peter Grimm
  • Empfohlene Zitierweise

    Grimm, Peter, "Niederwieser, Johann" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 226 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11758469X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA