Lebensdaten
1861 bis 1948
Geburtsort
Ranspach (Oberelsaß)
Beruf/Funktion
katholischer Theologe ; Politiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117577162 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Muller, Eugène
  • Müller, Eugen
  • Muller, Eugène
  • mehr

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Zitierweise

Müller, Eugen, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117577162.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Reinhart (1836–98), Bgm. v. R.;
    M Maria-Luise Naegelen.

  • Leben

    M. besuchte 1877-79 das bischöfliche Knabenseminar in Montigny-les-Metz und studierte im Straßburger Priesterseminar 1879-84 Philosophie und Theologie (Priesterweihe 1884). Zusammen mit dem späteren Kirchenhistoriker Albert Ehrhard setzte er seine Studien an den Universitäten Münster (1884/85) und Würzburg (1885–88) fort und promovierte 1888 mit einer dogmatischen Dissertation über „Natur und Wunder“. Im selben Jahr kehrte M. als Professor für Kirchengeschichte und Patrologie, Dogmatik und Christliche Archäologie an das Straßburger Priesterseminar zurück. 1903-20 hatte er den Lehrstuhl für Dogmatik, Kirchengeschichte und Christliche Archäologie an der neugegründeten Kath.-Theol. Fakultät der Univ. Straßburg inne (1919/20 Dekan). 1918/19 war er wesentlich am Erhalt der Theologischen Fakultät beteiligt. 1892 gründete M. mit Albert Ehrhard die „Straßburger theologischen Studien“, die er zusammen mit diesem herausgab.

    M. engagierte sich früh im Vereinswesen: Er gründete eine kath. Handwerkervereinigung, setzte sich 1898 für die Etablierung der elsäss. Sektion der Görres-Gesellschaft ein, arbeitete im „Volksverein für das kath. Deutschland“ und in der „Gesellschaft für den Erhalt historischer Denkmäler im Elsaß“ mit und war 1904 Mitgründer und seitdem Vorsitzender des „Augustinus-Vereins“ zur Verbreitung der kath. Presse. Seit 1902 betätigte sich M. als Vertreter der „Mitte“ auch politisch: 1903 war er Mitgründer und Sekretär des „Zentrumsvereins“ von Straßburg, 1906 des „Elsaß-lothringischen Zentrums“ und vertrat 1911-18 den Wahlkreis Thann-Saint-Amarin in der zweiten Landtagskammer von Elsaß-Lothringen. Er war Direktoriumsmitglied der Zentrums-Zeitschrift „Der Elsässer“. 1919 beteiligte er sich an der Gründung der „Union Populaire Républicaine d'Alsace“ (UPR) als Nachfolgerin des „Elsaß-lothring. Zentrums“; 1928-40 war er Vorsitzender der UPR. 1919-27 gehörte M. der Abgeordnetenkammer für den Wahlkreis Bas-Rhin an, 1920-24 auch dem „Gonseil consultatif d'Alsace-Lorraine“, 1927-40 war er Senator von Bas-Rhin. Bei Ausbruch des Krieges zwischen Deutschland und Frankreich 1940 floh er nach Vichy, wo er bei der Abstimmung am 10. Juli für die Vollmachten von Marschall Petain stimmte. 1945 kehrte er nach Straßburg zurück. - M. engagierte sich als Politiker im sozialen und besonders im kulturellen Bereich. Er plädierte vehement für die Konfessionsschule und zusammen mit dem früheren Zentrumsabgeordneten und ebenfalls zur UPR gehörigen Xavier Haegy für den Erhalt der Zweisprachigkeit („Muttersprachen-Müller“). Seine Haltung nach dem 1. Weltkrieg war pro-französisch, aber gemäßigt regionalistisch, so daß er noch 1937 das elsäss.-lothring. Volksschulstatut politisch verteidigte.|

  • Auszeichnungen

    Ehrendomherr in Straßburg (1900).

  • Literatur

    F. Wertheimer, E. M., 1930, J. Zemb, Zeuge seiner Zeit, Chanoine E. M., 1960;
    ders., Témoin de son temps, Le chanoine E. M., L'Alsace de 1861-1948, 1961 (P);
    K.-H. Rothenberger, Die elsass-lothring. Heimat- u. Autonomiebewegung zw. d. beiden Weltkriegen, 1975;
    Histoire de Strasbourg des origines à nos jours, hrsg. v. G. Livet u. F. Rapp, IV, 1982, S. 466;
    Ch. Baechler, Le parti catholique Alsacien 1890-1939, Du Reichsland à la République Jacobine, 1982 (P);
    Encyclopédie de l'Alsace IX, 1984.

  • Autor/in

    Heribert Smolinsky
  • Empfohlene Zitierweise

    Smolinsky, Heribert, "Müller, Eugen" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 367-368 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117577162.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA