Lebensdaten
1847 bis 1916
Geburtsort
Bierbergen (Niedersachsen)
Sterbeort
Rostock
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11757063X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Michaelis, August
  • Michaelis, Karl Arnold August

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Zitierweise

Michaelis, August, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11757063X.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V August (1804–59), Prediger, 1831-36 in Winsen/Luhe b. Lüneburg, später in B., S d. Münzmeisters Georg Friedrich (1751–1807) u. d. Sophie Louise Neubourg (um 1771–1834);
    M Jeanette v. Beaulieu;
    1) 1880 Eleonore Jacob, 2) Martha Jacob (Schwägerin) aus Hamburg;
    3 S, 1 T aus 1).

  • Leben

    Nach dem Besuch des Gymnasiums in Göttingen studierte M. Chemie an den Universitäten Göttingen und Jena, wo er 1870 bei A. Geuther mit einer Dissertation über das Pyrophosphorylchlorid promoviert wurde. Als Assistent am Polytechnikum Karlsruhe habilitierte er sich 1873 und wurde daselbst zum ao. Professor ernannt. 1880 folgte er einem Ruf als o. Professor für Allgemeine und Organische Chemie und Vorstand des Organischchemischen Laboratoriums an die TH Aachen. Seit 1890 wirkte er als o. Professor für Chemie und Pharmazie an der Univ. Rostock (1905/06 Rektor).

    M.s bevorzugtes Arbeitsfeld war zunächst die Organophosphor-Chemie. In Ergänzung zu|den von A. W. Hofmann zugänglich gemachten aliphatischen Phosphor-Kohlenstoff-Verbindungen erschloß er das Gebiet der entsprechenden aromatisch substituierten Verbindungen. Er fand die noch heute angewendete Synthese für das Triphenylphosphin und entwickelte präparativ bedeutsame Methoden zur Darstellung von Phosphonaten aus Phosphorigsäuredi- und -triestern, die als „Michaelis-Becker“- und „Michaelis-Arbusow“-Reaktionen in die Literatur eingingen. Parallel zu den grundlegenden phosphororganischen Untersuchungen schuf M. durch Synthesen aromatischer Arsen-, Antimon- und Wismut-Verbindungen die präparativen Voraussetzungen für die chemotherapeutischen Arbeiten u. a. P. Ehrlichs. Später wandte er sich stärker der Chemie des Phenylhydrazins und der Synthese von Stickstoff-Heterocyclen zu. 1889 entdeckte er die Thionylamine als eine neue Klasse von Heterocumulenen.|

  • Auszeichnungen

    Cothenius-Medaille d. Leopoldina (1880); Mitgl. d. Leopoldina (1882); Goldmedaille d. Weltausst. St. Louis (1904); Geh. Hofrat (1913).

  • Werke

    Ca. 250 Experimentalarbeiten, vorwiegend in Liebigs Ann. d. Chemie u. d. Berr. d. Dt. Chem. Ges.;
    Einf. in d. allg. Chemie u. d. physikalischchemischen Operationen, 1877. – Bearb.: Graham-Otto, Ausführt. Lehrb. d. anorgan. Chemie, 51878-81889.

  • Literatur

    Berr. d. Dt. Chem. Ges. 49, 1916, S. 468;
    G. Schott, Zur Gesch. d. Chemie an d. Univ. Rostock, in: Wiss. Zs. d. Univ. Rostock 18, 1969, Math.-naturwiss. R., H. 8, S. 981-1017 (W-Verz., P);
    J. u. M. Teller, in: Btrr. z. Gesch. d. Univ. Rostock, 1984, H. 6, S. 27-41 (W-Verz., P);
    Wi. 1914;
    Pogg. III-V.

  • Autor/in

    Herbert Teichmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Teichmann, Herbert, "Michaelis, August" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 430 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11757063X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA