Lebensdaten
1816 bis 1877
Geburtsort
Frauendorf/Oder (Neumark)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Gartenarchitekt
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117570125 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meyer, Gustav
  • Meyer, Johann Gustav Heinrich
  • Meyer, Johann Heinrich Gustav

Verknüpfungen

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Zitierweise

Meyer, Gustav, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117570125.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich ( v. 1843), Gärtner in Dresden;
    M N. N.;
    Potsdam 1843 Wilhelmine (1819–61), T d. Fuhrherrn Friedrich Ferse ( v. 1843);
    5 S, 2 T.

  • Leben

    M. erlernte 1832-34 die Gärtnerei am Berliner Botanischen Garten und besuchte zugleich bis 1836 die Gärtnerlehranstalt Wildpark bei Potsdam. Peter Joseph Lenné stellte ihn 1840 als Gartenkondukteur in der Kgl. Gartendirektion in Potsdam und 1842 als Lehrer im Fach Landschaftsgärtnerei an der Gärtnerlehranstalt an. Seit 1843 war M. Lennés wichtigster Zeichner. Er schuf die Vorlagen, wenn Pläne auf königlichen Wunsch gedruckt werden sollten. 1859/60 veröffentlichte er sein „Lehrbuch der Schönen Gartenkunst“ (31895, Nachdr. 1985), das grundlegende Bedeutung für die Gartengestaltung gewann. Auch beim Entwerfen und bei der Ausführung ging M. Lenné zur Hand. So geht ein Großteil von dessen späten Gartenschöpfungen, besonders denjenigen für Kg. Friedrich Wilhelm IV. in Potsdam, auf M. zurück. 1859 wurde dieser Hofgärtner im Marly- oder Ananasrevier in Potsdam, das er maßgeblich umgestaltet hatte.

    Bei der Nachfolge auf Lennés Posten übergangen und vom neuen Herrscher Wilhelm I. nicht mit Aufträgen bedacht, verließ M. 1870 die königlichen Dienste und übernahm den neueingerichteten Posten eines Gartendirektors der Stadt Berlin. Hier wurden nach seinen Entwürfen der Humboldthain (1869–77) und der Treptower Park (1876 ff.) angelegt, die richtungsweisend für die spätere deutsche Volksparkbewegung waren und noch heute, wenn auch stark verändert, ihren Zweck erfüllen. Das Konzept sah vier Volksparks in den vier Himmelsrichtungen vor, wobei zwei (Tiergarten und Friedrichshain) bereits vorhanden waren. Auffälliges Merkmal dieser Anlagen war jeweils ein großer hippodromförmiger Kinderspielplatz.

    Auf M. berief sich nach dessen Tod die „Lenné-M.sche Schule“, die bis zur Jahrhundertwende in Preußen tonangebend blieb. Zu ihr zählten u. a. Hermann Mächtig, Carl Hampel, Friedrich und Julius Bouché, Julius Hartwig, Carl Jancke, Gustav und Axel Fintelmann.|

  • Auszeichnungen

    Gr. Goldene Verdienst-Medaille f. Kunst u. Wiss.; Rr. d. franz. Ehrenlegion.

  • Werke

    Weitere W Entwürfe u. Anlagen: Friedrichshain, 1846-48 (erweitert 1874/75);
    Villenkolonie Alsen in Wannsee, 1870;
    Marlygarten;
    Nord. u. Sizilien. Garten, Lindstedt;
    Sacrow, Kl. Tiergarten;
    Villengärten in Wannsee und Westend (alle in Berlin u. Potsdam);
    Bremer Bürgerpark, 1866 (nicht ausgeführt);
    Erweiterung Arboretum Bremen, 1871;
    Preuß. Garten d. Weltausst. Paris, 1867;
    Weltausst. Wien, 1873;
    Bürgerpark, Dresden;
    Johannispark, Leipzig;
    Flora, Köln;
    Bahnhofsvorplatz, Thale;
    Gutsparks in Gentzrode u. Zbirow.

  • Literatur

    Wschr. f. Gärtnerei u. Pflanzenkde. 2, 1859, S. 377-80;
    J. Bouché, in: Mschr. d. Gartenbauver. zu Bonn 1, 1877, S. 63 f.;
    E. Rönnenkamp, in: Mschr. d. Ver. z. Beförderung d. Gartenbaues 21, 1878, S. 178-81 (P);
    Th. Rümpler, Ill. Gartenbau-Lex., 1881;
    P. Klawuhn, in: Die Gartenkunst 4, 1902, S. 137-39;
    H. Martin, ebd. 54, 1941, H. 2, Anhang, S. 3;
    V. Heinrich u. G. Peschken (Hrsg.), G. M. z. 100. Todestag, Die Vorträge d. Gedenkveranstaltung, 1978 (P);
    P. Mittelstädt, in: Das Gartenamt, 1977, S. 328-32;
    H. Günther, in: Entwicklung d. Volksparke, 1977, S. 6-21;
    ders., in: The Oxford Companion to Gardens, 1986;
    U. Kieling, Berliner Baubeamte u. Staatsarchitekten im 19. Jh., 1986;
    W. Richard, Vom Naturideal z. Kulturideal, Ideol. u. Praxis d. Gartenbaukunst im dt. Kaiserreich, 21987. – Eigene Archivstud.

  • Portraits

    Holzstich in: Dt. Gärtner-Ztg. 1879, S. 33;
    Büste v. A. Manthe, 1889 (Berlin, Treptower Park);
    Reliefporträt v. dems.

  • Autor/in

    Clemens Alexander Wimmer
  • Empfohlene Zitierweise

    Wimmer, Clemens Alexander, "Meyer, Gustav" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 343-344 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117570125.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA