Lebensdaten
1865 bis 1939
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 117569143 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meyer, Richard Joseph

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Zitierweise

Meyer, Richard Joseph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117569143.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Georg (1835–99), Kaufm. u. Schriftst. (Ps. Georg Bendler) in B. (s. BJ IV), S d. Kaufm. Martin (* 1798) in B. u. d. Ida König (1806–59);
    M Henriette Alexandrine (Alice) (1840–70), T d. Joseph Nathan Zacharias (1786–1849), Kaufm. in B., u. d. Marie Wilhelmine Rosenthal (1800–72);
    Berlin 1897 Pauline (1874–1942), T d. Bankiers u. Kaufm. Wilhelm Wolff in B. u. d. Selma Ball; Schwager Martin Wolff (1872–1953), Prof. d. Rechte in B. (s. Rhdb.);
    1 S, 1 T.

  • Leben

    Nach dem Schulbesuch in Berlin, Altenburg und Greiz studierte M. in Berlin Naturwissenschaften, Mathematik und Philosophie, danach an der Univ. München vor allem Chemie. Mit der an der TH München bei W. v. Miller durchgeführten Arbeit „Ueber Oxydationen von Chinolinderivaten“ promovierte er 1890 an der Univ. Berlin. Verschiedene Assistentenstellen, zuletzt im Pharmakologischen Universitätsinstitut in Berlin, schlossen sich an. 1897 wurde er, nach dem Ausscheiden C. Friedheims, Mitinhaber und Leiter des 1891 von Friedheim und A. Rosenheim gegründeten Wissenschaftlich-Chemischen Laboratoriums Berlin-Nord, eines privaten Unterrichtslaboratoriums, das Studenten der Universität vorwiegend bei anorganisch- und analytisch-chemischen Arbeiten betreute. In dieser Stellung verblieb M. bis 1921. 1912-21 war er gleichzeitig beratender Chemiker bei der Auergesellschaft. Er habilitierte sich im Jahr 1900, die Verleihung des Professorentitels erfolgte 1908; 1921--33 war er nichtbeamteter ao. Professor in Berlin.

    Als Forscher spezialisierte sich M. auf die anorganische und analytische Chemie des Scandiums, des Yttriums, des Thoriums und der Seltenerdelemente (insbesondere Cer), die damals als Nebenprodukte des für die Beleuchtungsindustrie aus Monazitsand gewonnenen Thoriums in großen Mengen anfielen und daher auf wachsendes Interesse stießen. Aus Wolframit gewonnene größere Mengen reinsten Scandiums konnte er W. Nernst für Studien an dessen Lampe zur Verfügung stellen. Bei der Prüfung der 1904 aufgeworfenen Frage nach der Einheitlichkeit des Thoriums entstand sein Interesse an Atomgewichtsbestimmungen, die ihn später immer wieder beschäftigten.

    Besondere Anerkennung erwarb sich M. durch seine Tätigkeit für die in Berlin beheimatete Deutsche Chemische Gesellschaft, deren Vorstand er zeitweilig angehörte und in deren Auftrag er in den deutschen und internationalen Kommissionen für Atomgewichte (seit 1920) und für anorganisch-chemische Nomenklatur (seit 1924) mitarbeitete. 1922 trat er in den Beamtenkörper dieser Gesellschaft ein, um hauptberuflich die Redaktionsarbeiten an der seit 1924 herausgegebenen 8. Auflage von „Gmelins Handbuch der anorganischen Chemie“ zu leiten. Er hatte die Leitung der Gmelin-Redaktion bis Ende 1935 inne.

  • Werke

    Weitere W u. a. Bibliogr. d. seltenen Erden, Ceriterden, Yttererden u. Thorium, 1905;
    Die Analyse d. seltenen Erden u. d. Erdsäuren, 1912 (mit O. Hauser).

  • Literatur

    E. Pietsch, Festrede z. 70. Geb.tag, 1935 (ungedr., Bayer-Archiv, Leverkusen);
    B. Wöbke, in: Gmelin Newsletter 18, 1989 (P);
    Wi. 1928/31;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1925-31;
    Wininger IV, 1929;
    Pogg. IV-VII a.

  • Portraits

    Phot. in: Zs. f. anorgan. u. allg. Chemie 147, 1925;
    Phot. (Frankfurt/M., Gmelin-Inst.).

  • Autor/in

    Bernd Wöbke
  • Empfohlene Zitierweise

    Wöbke, Bernd, "Meyer, Richard Joseph" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 369 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117569143.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA