Lebensdaten
1873 bis 1919
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Elektrotechniker
Konfession
lutherische Familie
Normdaten
GND: 11755149X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kübler, Wilhelm

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Zitierweise

Kübler, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11755149X.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    B Bernhard (s. 1);
    - 1917 N. N.

  • Leben

    Nach dem Abitur 1890 arbeitete K. ein Jahr lang als Praktikant bei Siemens & Halske in Berlin und studierte dann bis 1895 an der TH Berlin-Charlottenburg, wo er Vorlesungen bei Slaby hörte. Danach hatte er mehrere Stellungen in der Berliner Elektroindustrie (Siemens & Halske, Löwe) inne, bis er Ende 1900 als ao. Professor für den Bau von Dynamomaschinen und für elektrische Kraftübertragung an die TH Dresden ging. Seit 1902 vertrat er hier die Lehrgebiete Elektromaschinenbau und Licht-, Kraft- und Bahnanlagen, seit 1905 als o. Professor. Als begeisterter Ingenieur verfolgte er die technische Entwicklung seiner Zeit und förderte auch kühne Vorhaben außerhalb des Hochschulbereichs. So konnte er seinen Studenten nicht nur den herkömmlichen Wissensstoff überliefern, sondern sie auch mit den neuesten Aufgaben der Technik vertraut machen. Forschung hieß für ihn, die wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Praxis anzuwenden und zu prüfen. Dazu bot ihm eine ausgedehnte Tätigkeit als Gutachter für Elektrizitätsversorgungsnetze Gelegenheit. Beim Bau der Überlandzentrale Gröba b. Riesa, durch welche vier sächs. Amtshauptmannschaften und ein Kreis in Preußen mit elektrischer Energie versorgt werden sollten, war K. technischer Berater des Verbandes Gröba. Er setzte den Bau einer Ringleitung und, lange bevor man den Begriff Rohstoffmangel kannte, die Verwendung von wirtschaftlichen Leitungen aus Aluminium durch. Er riet dem Verband, auf den Bau eines eigenen Kraftwerks zu verzichten und sich an das geplante Kraftwerk Lauchhammer mit der Fernleitung nach Riesa anzuschließen. Daher mußte die Fernleitung Lauchhammer-Riesa als erste in Europa für eine Spannung von 110 kV ausgelegt werden (1910/11). K. war auch am Bau der wichtigen Hochspannungsleitung von Golpa nach Berlin (1915) beteiligt.

    1901 entwarf K. für die TH Dresden ein Kraftwerk mit Turbodynamos, eine mutige Entscheidung zu dieser Zeit. Um die Arbeitsplätze gegen Unfall zu sichern, konstruierte er die Schalttafeln mit besonderer Sorgfalt. Er behielt die Oberleitung dieses Kraftwerks und befaßte sich, dadurch angeregt, mit Wärmewirtschaftsfragen, vor allem mit der Verwertung des Abdampfes. Auf sein Betreiben wurde 1914 eine Studiengesellschaft für Bodenheizung gegründet mit der Aufgabe, Abdampf zur Aufzucht von Frühgemüse zu verwenden. K. setzte sich nachdrücklich für die Verbreitung von Kenntnissen über die Elektrizität in der Öffentlichkeit ein. Er war führendes Mitglied verschiedener elektrotechnischer Vereine, Redaktionen und Ausschüsse und gab 1903-06 die Zeitschrift „Elektrische Bahnen und Betriebe“ heraus. Unter seinen zahlreichen Vorträgen erlangte der 1905 vor der Schiffbautechnischen Gesellschaft in Gegenwart des Kaisers gehaltene „Über die vermeintlichen Gefahren der Elektrizität“ große Bedeutung. Er bewirkte, daß die preuß. Regierung fortschrittshemmende Pläne für eine Überwachung aller elektrischen Anlagen fallen ließ. Im Febr. 1917 wurde K. zum Leiter der Sektion Elektrizität der Kriegsrohstoffabteilung berufen. Ein halbes Jahr lang war er daneben noch Reichskommissar für Elektrizität und Gas.

  • Werke

    Drehstrombetrieb auf Stadtbahnen, in: Elektrotechn. Zs. 24, 1903, S. 855;
    Erfahrungen im Bau v. Überlandzentralen, ebd. 36, 1915, S. 554 f.;
    Das Elektrizitätswerk d. Kgl. TH zu Dresden, in: Elektr. Bahnen u. Betriebe 3, 1905, S. 273-77, 5, 1907, S. 309-11.

  • Literatur

    Die Entstehungsgesch. d. ersten 100 kV-Anlagen in Europa in Lauchhammer, in: Geschichtl. Einzeldarst. aus d. Elektrotechnik, III, 1932, S. 67 ff. (P);
    H. Görges, in: Elektrotechn. Zs. 40, 1919, S. 354 f. (P);
    ders., in: Jb. d. Schiffbautechn. Ges. 22, 1921, S. 68 f.

  • Autor/in

    Helmut Mielert
  • Empfohlene Zitierweise

    Mielert, Helmut, "Kübler, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 173 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11755149X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA