Lebensdaten
1831 bis 1918
Geburtsort
Mylau (Vogtland)
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Oberbürgermeister von Leipzig
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 117536296 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Georgi, Otto Robert
  • Georgi, Otto
  • Georgi, Otto Robert
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Zitierweise

Georgi, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117536296.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Robert (1802–69), Großkaufm. u. Bankier in M., Mitgl. d. 2. Kammer, 1848/49 sächs. Finanzmin., S d. Chrstn. Frdr. (1769–1825), sächs. Kriegsrat (S d. Chrstn. Benedikt, 1732–1801, aus Johanngeorgenstadt, Geh. Sekr. d. Hzg. Karl v. Sachsen u. Kurland), u. d. Wilhelmine Bassenge;
    M Emilie (1801–79), T d. Chr. Gotthelf Brückner (1769–1834), Spinnereibes. u. Bankier in M., u. d. Joh. Gottliebe Reuter;
    Vt Friedrich Frhr. v. G. (1852-1926, kath.), k. u. k. Gen.-Oberst, österr. Landesverteidigungsmin. 1907–17, verdient um d. Ausbau d. österr. Landwehr, d. Landsturms u. d. Gendarmerie (s. ÖBL), Franz v. G. (1855-1933, kath.), k. u. k. Gen. d. Inf.;
    Lindenthal 1861 Anna (1841–1925), T d. Ferd. Gruner (1810–58), auf Breitenfeld, Großkaufmann in Leipzig, u. d. Ottilie v. Hoyer;
    6 S, 2 T, u. a. Arthur (1865–1945), Dr. Dr. h. c., Verleger, übernahm 1900 d. Berliner Verlag Paul Parey, dessen führende Stellung auf d. Gebiet d. Land- u. Forstwirtsch. er weiter ausbaute (s. Rhdb., P), Rudolf (1879–1956), seit 1911 Teilhaber d. Verlags Paul Parey;
    E Arthur (1902-1970, Marilen, T d. Chirurgen Ferd. Sauerbruch, 1951), Mitinhaber d. Verlags Paul Parey, Hamburg-Berlin, 1953 Vorsitzender d. Börsenvereins Dt. Verleger- u. Buchhändlerverbande, Frankfurt/M.

  • Leben

    Als einer der erfolgreichsten Kommunalpolitiker Sachsens im 19. Jahrhundert ist G. zeit seines Lebens in Leipzig tätig gewesen. Rechtsanwalt seit 1859, übernahm er 1863 für einige Jahre das Sekretariat der Handels- und Gewerbekammer. 1865 wurde er zum Bevollmächtigten des Zentralvorstandes des Gustav-Adolf-Vereins gewählt. Seit 1867 Stadtverordneter, trat er bereits 1870 als Vorstand an die Spitze des Stadtverordnetenkollegiums. Von der nationalliberalen Partei seines heimatlichen Wahlkreises Auerbach-Mylau-Reichenbach wurde G. 1871 in den Reichstag gewählt, dem er bis 1876 angehört hat. Die entscheidende Zeit seines Wirkens begann 1874, als die Wahl zum 2. Bürgermeister von Leipzig auf ihn fiel und er 1876 nach dem Tode von Otto Koch die Leitung der Stadt übernahm, wobei G. gleichzeitig als Mitglied der I. Kammer des sächsischen Landtags energisch die Interessen der rasch wachsenden Großstadt vertrat. Durch seine Initiative wandelte sich das Stadtbild Leipzigs während seiner Amtszeit entscheidend. Auf dem ehemals sumpfigen Gartengelände im Südwesten wurden das Gewandhaus, das Konservatorium, die Akademie für graphische Künste, die Universitätsbibliothek und das Reichsgericht errichtet, außerdem in vorsorgender städtebaulicher Planung durch die Eingemeindung von 17 Vorstadtdörfern 1889/91 in beträchtlichem Ausmaß neues Baugelände gewonnen. Um die Stadt auch in wirtschaftlicher Hinsicht zu fördern, unterstützte G. die Umwandlung der alten Leipziger Warenmesse in eine Mustermesse, er veranlaßte den Bau des ersten Meßpalastes und setzte sich entschieden für eine direkte Kanalverbindung zwischen Leipzig und der Elbe ein. Als G. 1899 aus Gesundheitsgründen sein Amt niederlegte, war Leipzig während des letzten Viertels des 19. Jahrhunderts flächenmäßig um das Dreifache gewachsen und die Bevölkerungszahl auf das Doppelte angestiegen.

  • Literatur

    Ernst Müller, in: Sächs. Lb. I, 1930, S. 78-86 (P).

  • Autor/in

    Herbert Helbig
  • Empfohlene Zitierweise

    Helbig, Herbert, "Georgi, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 243 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117536296.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA