Lebensdaten
1870 bis 1954
Geburtsort
Kornsand bei Geisenheim/Rhein
Beruf/Funktion
Ornithologe ; Pfarrer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117534757 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kleinschmidt, Otto

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Zitierweise

Kleinschmidt, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117534757.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Adolph (1836–1918), Fabrikverwalter, S d. Georg (s. Gen. 2);
    M Elise (1837–1907), T d. Heinrich Dreydorff u. d. Wilhelmine May;
    Ov Theodor (s. 2);
    Om Georg Dreydorff (1834–1905), D. Dr. phil., ref. Pfarrer in Leipzig, theol. Schriftsteller (s. Wi. 1905);
    Vt Christian Deichler (1876–1954), Patentanwalt in Berlin, Ornithologe (s. L);
    - Eisleben 1899 Klara (1875–1957), T d. Kreisbaurats Moritz Krebel u. d. Martha Klekow;
    2 S, 1 T, u. a. Hans (* 1908), Pfarrer, Nachf. K.s als Leiter d. ev. kirchl. Forschungsheims in W.

  • Leben

    Durch eigene Erkundungen im heimatlichen Rheingebiet und als Begleiter seines Vaters wurde K. schon als Kind mit der einheimischen Fauna bekannt und mit naturkundlichen Sammel- und Präparierarbeiten vertraut. Hierin wurde er auch während der Mainzer Schulzeit (Abitur 1891) durch seine Mitschüler, die späteren Naturforscher Ch. Deichler (K.s Vetter) und C. Freiherr von Erlanger, unterstützt. Seine Zuneigung zur belebten Natur und der ihm im Elternhaus vermittelte christlich fundierte Wahrheits- und Verantwortungssinn bestimmten ihn, Pfarrer zu werden. Er studierte Theologie, zunächst in Marburg (1891–93), wo er zugleich Zoologie hörte und den Ornithologen E. Hartert kennenlernte, dann in Berlin (1893–94) und erneut in Marburg (1894–95; 1. theologisches Examen und Predigtexamen). Ohne sein Berufsziel aufzugeben, half er 1895-97 Hans Graf von Berlepsch bei der Einrichtung einer Vogelsammlung. Zu dieser Zeit hatte sich K. bereits in der Fachwelt mit grundlegenden Beiträgen zur Frage eines modernen biologischen Ordnungssystems als ein tiefgründiger Systematiker bekanntgemacht. Mit der Postulierung seines „Formenkreises“ (1897) verhalf er dem lange umstrittenen neuen, nach geographischen Kriterien geordneten Artbegriff zur Anerkennung. Die Durchsetzung dieses für die Ornithologie sowie für die Biologie insgesamt wichtigen Ordnungsmittels zählt zu den wesentlichen Leistungen K.s. – Er war 1898-99 Vikar in Schönstadt bei Marburg und wirkte nach dem 2. theologischen Examen als Pfarrer in Volkmaritz im Mansfelder Seenkreis (1899–1910), danach in Dederstedt Kreis Eisleben. 1927 wurde er als Provinzialpfarrer zum Leiter des Forschungsheimes für Weltanschauungskunde der Evangelischen Landeskirche in Wittenberg berufen. – K. wies sich in mehreren Werken als hochtalentierter Tierzeichner aus und brachte 1903 mit der „Ornis von Marburg“ ein erstes großes ornithologisches Sammelwerk heraus. Er übergab das von ihm gesammelte und 1935 katalogisierte vogelkundliche Material (10 066 Nummern) dem Zoologischen Forschungsinstitut und Museum Alexander Koenig in Bonn. Die anthropologischen, ornithologischen und entomologischen Belegstücke (1928–53) befinden sich im evangelischen kirchlichen Forschungsheim in Wittenberg. K. begründete 1949 die „Neue-Brehm-Bücherei“ und trat 1953 in den Ruhestand.|

  • Auszeichnungen

    1924 Ehrenmitgl. d. Dt. Ornithol. Ges., Mitgl. d. Leopoldina; Dr. med. h. c. (Halle 1923).

  • Werke

    Weitere W u. a. Über d. Variieren d. Garrulus glandarius u. d. ihm nahestehenden Arten, in: Ornitholog. Jb. 4, 1893, S. 167 f.;
    6 Btrr. u. 68 Lith. in: Naturgesch. d. Vögel Mitteleuropas („Der neue Naumann“), hrsg. v. C. R. Hennicke u. a., 12 Bde., 1897-1904;
    Arten od. Formenkreise?, in: Journal f. Ornithol. 48, 1900, S. 134-39;
    Die Singvögel d. Heimat, 1913, 131966 (10.-12. Aufl. hrsg. v. Adolf K.);
    Die Formenkreislehre u. d. Weltwerden d. Lebens, 1926 (engl. v. F. C. R. Jourdain, 1930);
    Die Aufgabe d. Forschungsheims f. Weltanschauungskde., in: Berr. d. Leopoldina 5, 1929, S. 9-14;
    Der Urmensch, 1, 21931;
    Illustrationen zu: Die Raubvögel d. Heimat, 1, 21934, 31958 „Raubvögel u. Eulen d. Heimat“ (hrsg. v. Hans Kleinschmidt);
    Kat. meiner ornitholog. Slg., 1935(-43);
    Aus A. E. Brehms Tagebüchern, 1951. -
    Hrsg.: Berajah. Zoographia infinita, Eine Naturgesch. auf Kantscher Basis, 41 Monogrr. mit Lith. z. T. v. K. handkoloriert, 1905-37;
    Falco, 40 Bde., 1905-44;
    Die Weltanschauung, 1-7, 1928-34 (unregelmäßig ersch. Zs.).

  • Literatur

    L. Schuster, in: Die Vogelwelt 71, 1950, S. 195-97;
    A. v. Jordans u. F. Preus, Syllegomena Biologica, Festschr. z. 80. Geb.tag v. O. K., 1950 (Biogr., W-Verz., P);
    R. Fenk, in: Mitt. d. Thür. Ornithol., 1950 (P);
    E. Peus, in: Naturwiss. Rdsch. 4, 1951, S. 372;
    ders., in: Zs. f. Vogelkde. u. Vogelschutz 75, 1954, S. 104 f. (P);
    ders., in: Die Vogelwelt 75, 1954, S. 101-04 (P);
    E. Stresemann, in: Entwicklung d. Ornithol., 1951;
    E. Mayr, Methods and Principles of Systematic Zool., 1953, S. 28 f. (mit E. G. Linsley u. R. L. Usinger);
    ders., Animal Species and Evolution, 1963 (dt. 1967);
    B. Klatt, in: Zoolog. Anz. 153, 1954, S. 295;
    H. Sachtleben, in: Btrr. z. Entomol. 4, 1954, S. 481 f. (P);
    H. Kelm, O. K. u. E. Hartert, Aus|e. Briefwechsel 1895-1932, in: Journal f. Ornithol. 101, 1960, S. 404-07;
    L. Gebhardt, Die Ornithologen Mitteleuropas, 1964 (auch f. Ch. Deichler);
    Gedenkschr. z. 100. Geb.tag v. O. K., in: Zoolog. Abhh. d. Staatl. Mus. f. Tierkde., Dresden, 31, 1970 (Verz. d. zool.-anthropolog. W).

  • Autor/in

    Adolf Kleinschmidt
  • Empfohlene Zitierweise

    Kleinschmidt, Adolf, "Kleinschmidt, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 4 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117534757.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA