Lebensdaten
1827 bis 1908
Geburtsort
Hannover
Sterbeort
Lütetsburg (Ostfriesland)
Beruf/Funktion
Politiker ; Parlamentarier
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 11752493X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Innhausen und Knyphausen, Edzard Fürst zu
  • Innhausen und Knyphausen, Edzard Graf zu (bis 1900)
  • Knyphausen, Edzard Graf von (bis 1900)
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Zitierweise

Knyphausen, Edzard Fürst von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11752493X.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl Gf. (1784–1860), hannov. Gesandter in Berlin u. Dresden, einflußreicher Vertreter d. ostfries. Adels, S d. Edzard Mauritz (s. Einl.) u. d. Sophie Juliane Freiin v. Closter;
    M Luise (1798–1874), T d. Friedrich Gf. v. Kielmansegg (1768–1851), hannov. Gen. d. Inf. (s. NDB XI*), u. d. Friederike Sabine v. d. Bussche;
    Divitz 1861 Luise (1843–1930), T d. Karl Gf. v. Krassow (1812–92), auf Pansewitz, Reg.präs. in Stralsund, u. d. Clementine v. Below;
    1 S, 9 T.

  • Leben

    Nach der an der Ritterakademie in Lüneburg 1847 bestandenen Reifeprüfung studierte K. in Bonn Rechtswissenschaft und trat dem Corps Borussia bei. Nach Fortsetzung des Studiums in Berlin bestand er 1851 am dortigen Kammergericht die 1. juristische Staatsprüfung. Nach kurzer Tätigkeit am Kreisgericht Berlin und verschiedenen größeren Reisen übernahm er 1860 den Familienbesitz Lütetsburg. Er wurde damit der größte Grundbesitzer in Ostfriesland und erhielt zugleich Sitz und Stimme im ostfriesischen Landschaftskollegium in Aurich. Durch die Ernennung zum hannoverischen Kammerherrn trat er in engste Beziehungen zum Königshaus. Als Gutsherr hat er das väterliche Erbe durch zahlreiche Neuerwerbungen vermehrt und durch organisatorische und wirtschaftliche Maßnahmen verbessert. 1863 wurde er zum Präsidenten des Landwirtschaftlichen Hauptvereins von Ostfriesland gewählt. Daneben führten ihn repräsentative und politische Pflichten oft nach Hannover. Als Anhänger des Königs wurde K. in einen schweren Gewissenskonflikt gestürzt, als Georg V. 1866 abgesetzt und Hannover als Provinz in den preußischen Staat einverleibt wurde. Er hat seinem angestammten König bis zu dessen Tod die Treue gehalten. Erst viel später, nachdem einige ihm wesentliche hannoverische Forderungen (unter anderem Freigabe des Welfenfonds) erfüllt worden waren, ist er nach und nach für die preußische Sache gewonnen worden, wurde Mitglied des preußischen Herrenhauses und schließlich 1904 sogar dessen Präsident. In späteren Jahren vereinigte er zahlreiche Ehrenämter in seiner Person und gehörte gleichzeitig den parlamentarischen Körperschaften des Kreises Norden, des Regierungsbezirkes Aurich beziehungsweise der Ostfriesischen Landschaft, der Provinz Hannover, des Landes Preußen und des Deutschen Reiches an und trat überall mit Reden, Anträgen und Interpellationen, vorwiegend im Interesse seiner ostfriesischen Heimat hervor. Seine welfische Gesinnung trat im Laufe der Zeit immer mehr|hinter seiner deutschen Einstellung zurück. K. hat im kleinen Rahmen der Herrlichkeit Lütetsburg und Ostfrieslands und im größeren Rahmen der hannoverischen und preußischen Innenpolitik eine hervorragende Rolle gespielt.

  • Literatur

    G. Möhlmann, in: Niedersächs. Lb. III, 1957 (P).

  • Portraits

    Gem. v. A. Kaulbach n. d. 1893 verbrannten Orig. v. F. Kaulbach (Schloß Lütetsburg), Abb. b. Alvensleben, s. L z. Gesamtfam.

  • Autor/in

    Günther Möhlmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Möhlmann, Günther, "Knyphausen, Edzard Fürst von" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 235 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11752493X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA