Lebensdaten
1812 – 1892
Beruf/Funktion
preußischer Geheimrat und Regierungspräsident von Vorpommern in Stralsund ; Regierungspräsident ; Verwaltungsbeamter ; Gutsherr
Konfession
evangelisch?
Normdaten
GND: 117539775 | OGND | VIAF: 69710368
Namensvarianten
  • Krassow, Karl Reinhold Graf von
  • Krassow, Karl Graf von
  • Krassow, Karl Reinhold Graf von
  • mehr

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Krassow, Karl Graf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117539775.html [18.05.2022].

CC0

  • Biographische Darstellung

    Krassow: Karl Reinhold Graf von K., preußischer Verwaltungsbeamter, geboren am 15. April 1812 in Stralsund, am 13. Februar 1892 in Pansewitz auf Rügen. Aus altem rügenschen Geschlechte stammend, wegen zarter Gesundheit und als einziger Sohn im Elternhause vorbereitet, studirte er seit Michaelis 1830 Jura und Cameralia in Berlin und wandte daneben|seine Neigung besonders den Naturwissenschaften zu, wovon ein mit E. Leyda herausgegebenes dreibändiges „Lehrbuch der Naturgeschichte für Gymnasien und höhere Bürgerschulen“ (Berlin 1835—1838) Zeugniß gibt. 1838 übernahm er die Verwaltung des Landrathsamts in Franzburg und bald auch das Landrathsamt selbst. Als aber 1844 sein Vater gestorben war, erbat er seine Entlassung, um sich ganz der Bewirthschaftung der ererbten Dievitzer Güter im Barther Kreise zu widmen. 1849 Abgeordneter für Franzburg und Rügen, später auch zum Mitglieds des Herrenhauses ernannt, gehörte er zu den innerlich gefestigtsten, wenn auch nicht redegewandtesten Kampfgenossen der Bismarck, Kleist-Retzow und Stahl. Am 29. Mai 1852 ernannte ihn der König zum Präsidenten der Stralsunder Regierung. Der noch immer mit großer Schonung behandelte Bezirk stand namentlich auf dem Gebiet der Volksschule gegen das übrige Preußen bedeutend zurück. Diesem Schaden durch bessere Schulaufsicht, durch schärfere Controle des Schulbesuchs und durch höhere Besoldung und geordnetere Fortbildung der Lehrer abzuhelfen, ließ K. sich vor allem und nicht vergeblich angelegen sein. Die religiös-sittliche Grundlegung stand ihm dabei immer obenan. Sein Gesundheitszustand veranlaßte ihn 1869 seinen Abschied zu nehmen. Weitgreifender und wichtiger als seine amtliche war von Anfang an seine freigewählte Thätigkeit gewesen. Seit 1840 mit Clementine v. Below glücklich verheirathet, bot sein Haus in Dievitz und Stralsund und später in dem von seinem Vaterbruder ererbten Pansewitz das vorzeitliche Idealbild eines christlich-patriarchalischen Gutslebens mit Hausgottesdiensten und auf Fürsorge und Treue gegründetem Verhältniß zwischen Untergebenen und Herren. Gegen die großen, 1848 auch in seiner Heimath offenbar gewordenen Schäden des Volkslebens suchte er namentlich mit den Hülfsmitteln der Inneren Mission Dämme aufzuschütten, gründete sogleich im October desselben Jahres in Gemeinschaft mit Pastor M. Nötiger (s. A. D. B. XLVII, 142) den „Verein der Freunde der Inneren Mission in Neuvorpommern und Rügen“, gab zur Errichtung zahlreicher Rettungshäuser den Anlaß und war für alle ähnlichen Liebeswerke im schwedischen Pommern der gegebene Mittelpunkt und der unermüdliche Helfer. Seine persönliche Anspruchslosigkeit und Freundlichkeit öffnete ihm liebevoll Herzen und Thüren. Ein männlicher Erbe war ihm versagt. Die Gattin wie drei von den vier verheiratheten Töchtern mußte er vor sich sterben sehen. König Wilhelm I. hatte ihn zuletzt noch zum Wirklichen Geheimen Rath mit dem Prädicat Excellenz ernannt.

    • Literatur

      J. v. Bohlen, Geschichte des Geschlechts v. Krassow I, 142 (1853). — Neue Preuß. Zeitung 1892, Nr. 74 und 78. — Bilder a. d. kirchlichen Leben .. in Pommern I (1895), S. 274—290 (Dalmer).

  • Autor/in

    Hermann Petrich.
  • Zitierweise

    Petrich, Hermann, "Krassow, Karl Graf von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 51 (1906), S. 359-360 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117539775.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA