Lebensdaten
1839 bis 1917
Geburtsort
Auerbach (Vogtland)
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Apotheker ; Pharmaunternehmer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117333883 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schwabe, Willmar

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Weitere Erwähnungen in der NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Schwabe, Willmar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117333883.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl Robert (1809–54), Apothekenbes. in A., mit Franz Ludwig Gehe Gründer d. Fa. „Gehe u. Schwabe“ in Dresden (später „Gehe & Comp.“);
    M Karoline Diebel;
    B Karl Gustav (* 1853), Dr. med., Augenarzt, Inh. e. privaten Augenklinik in Saarbrücken, seit 1884 in L., sächs. Sanitätsrat (s. Wi. 1912–35);
    1870 Luise Eder ( 1906), T e. Apothekers;
    5 K u. a. C. O. Willmar (1878–1935), Dr. phil., Apothekenbes., Pharmafabr., seit 1908 Mitinh., seit 1917 Alleininh. d. väterl. Fa. „Dr. Willmar Schwabe“ in L., HR (s. Wenzel; Wi. 1935);
    E Willmar (* 1907), Arzt, Wolfgang (1912–2000), Dr. rer. pol., Apotheker, Funktionen im Bundesverband d. pharmazeut. Ind., in d. IHK u. im Arbeitgeberverband, BVK, beide seit 1935 Inh. d. Fa. „Dr. Willmar Schwabe“ in L.

  • Leben

    Dem Schulbesuch in seiner Geburtsstadt und in Plauen sowie dem Abitur in Dresden folgte eine Apothekerlehre in der dortigen Marien-Apotheke und in Bielefeld. Nach dem Gehilfenexamen studierte S. an der Univ. Leipzig, legte 1861 das pharmazeutische Staatsexamen ab und erwarb 1863 mit einer Dissertation über das Cinchonin den Doktorgrad. Danach übernahm er die Verwaltung der „Homöopathischen Central-Apotheke von Täschner u. Co.“ in Leipzig. 1866 errichtete er dort die „Homöopathische Central-Officin Dr. Willmar Schwabe“ und begann mit der fabrikmäßigen Herstellung homöopathischer Arzneimittel. Nach Originalvorschriften von Samuel Hahnemann (1755–1843) verarbeitete er hauptsächlich frische Pflanzen. 1870 gliederte S. seinem Unternehmen eine (seit 1872 rein homöopathische) Apotheke an. Dank der steigenden Zahl homöopathisch behandelnder Ärzte erlebte seine Firma einen bedeutenden Aufschwung und gelangte zu Weltruf. Als eigene Abteilung schloß S. seiner Firma einen Verlag für homöopathische Literatur an, in dem neben Fachbüchern seit 1910 auch die „Allgemeine Homöopathische Zeitung“ erschien (1942 in e. unabhängiges Unternehmen umgewandelt). 1872 erschien hier sein Standardwerk „Pharmacopoea homoeopathica polyglotta“, mit dem er die Grundlage für die einheitliche Herstellung homöopathischer Arzneimittel in aller Welt schuf. Die erste Ausgabe seines „Arzneibuches“ erschien in drei Sprachen, 1888 erschien es fünf- und später siebensprachig (dt. 1910). 1934 erklärte man dieses Arzneibuch zum offiziellen homöopathischen Arzneibuch (HAB), welches in jeder dt. Apotheke vorhanden sein mußte. 1908 wurde S.s Sohn Willmar Mitinhaber des Unternehmens, seit 1935 leiteten es der Arzt Willmar und der Apotheker Wolfgang Schwabe; 1946 siedelte die Firma, die heute zu den weltweit führenden Firmen der Branche zählt, nach Karlsruhe-Durlach über.

  • Auszeichnungen

    GHR; KR; sächs. Albrechtsorden I. Kl.; preuß. Kronenorden III. Kl.

  • Werke

    Die Cholera, ihre schnelle u. sichere Heilung durch d. Homöopathie, 1866;
    Zur Bearb. e. staatl. anerkannten Homöopath. Pharmakopoe, in: Pharmazeut. Ztg. 42, 1897, S. 575 f.;
    Verleger: Leipziger populäre Zs. f. Homöopathie, 1869 ff.

  • Literatur

    H. Schelenz, Gesch. d. Pharmazie, 1904, S. 641 f.;
    Ein Leben im Dienste d. Homöopathie, Gedenkschr. z. 100. Geb.tag d. Gründers d. Fa. W. S., 1939;
    Dt. Apotheker-Ztg. 54, 1939, S. 687, 106, 1966, S. 6-8 (P);
    Pharmazeut. Ind. 13, 1953, S. 126 f.;
    O. Zekert, Berühmte Apotheker, II, 1962, S. 60 (P);
    Dt. Zeitgenossen-Lex., 1905;
    Wi. 1912;
    Dt. Apotheker-Biogr.;
    Berühmte Vogtländer, II, 1999, S. 90 (P);
    Sächs. Biogr. (in Vorbereitung).

  • Portraits

    Medaille v. K. Föll, 1966, Abb. in: W.-D. Müller-Jahncke, Apothekerbildnisse auf Medaillen u. Plakaten, T. 1, 1980, S. 130.

  • Autor/in

    Holm-Dietmar Schwarz
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwarz, Holm-Dietmar, "Schwabe, Willmar" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 778-779 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117333883.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA